"Kulturhauptstadt Europas": Veszprém, Timișoara und Elefsina sind Titelträgerstädte 2023

3 Städte als kulturelle Aushängeschilder Europas für ein Jahr – Titelträger mit breitem Programm und der Geschichte ihrer jeweiligen Stadt im Fokus – Österreich stellt im kommenden Jahr mit Bad Ischl Salzkammergut 2024 nach 2003 (Graz) und 2009 (Linz) erneut eine "Kulturhauptstadt Europas"

European Capitals of Culture 2023

Veszprém/Weißbrünn in Ungarn, Timișoara/Temeswar in Rumänien und Elefsina/Eleusis in Griechenland sind die 3 neuen "Kulturhauptstädte Europas". Am 9. Jänner 2023 erfolgte die offizielle Übergabe des Titels an jene Städte und Regionen, die 2023 als "Kulturhauptstädte Europas" fungieren. Der prestigeträchtige Titel bietet den Städten die Möglichkeit, sich in ihrer Vielfältigkeit zu präsentieren, ihr Image zu verbessern, den nachhaltigen Tourismus der jeweiligen Stadt beziehungsweise Region zu fördern und ihre Entwicklung durch Kultur neu zu gestalten. Kultur soll Menschen, Städte und Länder verbinden und so zu einer nachhaltigen Stärkung Europas beitragen.

Übergabezeremonie in Athen: "Kulturhauptstädte Europas" als Verkörperung der Werte der EU

Athen war 1985 die erste Stadt, die auf Initiative der damaligen griechischen Kulturministerin Melina Mercouri und ihres französischen Amtskollegen Jack Lang zur "Kulturhauptstadt Europas" ernannt worden war. Die europäischen Bürgerinnen und Bürger sollten, so die Intention vor knapp 40 Jahren, auf diese Weise näher zusammengebracht werden, um den Reichtum und die Vielfalt der europäischen Kulturen zu erleben und das Bewusstsein für ihre gemeinsame Geschichte und Werte zu schärfen. 

Genau dort, in Athen, fand am 9. Jänner 2023 die symbolische Übergabe von den 3 "Kulturhauptstädten Europas" 2022 – Esch-sur-Alzette in Luxemburg, Kaunas in Litauen, Novi Sad in Serbien – auf die diesjährigen Titelträger statt. Symbolisiert wurde die Titelübergabe durch eine Glasskulptur namens "Einheit für Europa" der luxemburgischen Glasbildhauerin Pascale Seil ("Made by Seil"), welche die europäische Geschichte repräsentieren soll. 

Kulturhauptstädte 2023 - Teaser

Der Vizepräsident der Europäischen Kommission, Margaritis Schinas, in der Kommission zuständig für die Förderung der europäischen Lebensweise, erklärte im Rahmen der feierlichen Zeremonie: "Die ´Kulturhauptstädte Europas´ repräsentieren das, wofür Europa weit über seine vielfältige Kultur hinaus bekannt und geschätzt wird: Unsere Prinzipien von Freiheit, Frieden, Gerechtigkeit und Menschenrechten. Kultur ist Europa und Europa sind wir alle – die 6 Städte der heutigen Übergabezeremonie und alle ´Kulturhauptstädte Europas´ der Vergangenheit und der Zukunft."

"Kulturhauptstadt Europas" kommt 2024 in das österreichische Salzkammergut

Während des gesamten Jahres 2023 werden sich die neuen "Kulturhauptstädte Europas" mit Veranstaltungen, Ausstellungen und Aufführungen präsentieren. Das detaillierte jeweilige Programm wird vom Städte-Trio 2023 in den ersten Wochen des Jahres vorgestellt. Österreich stellt nach Graz (2003) und Linz (2009) mit Bad Ischl Salzkammergut 2024 erneut eine "Kulturhauptstadt Europas".
Im Rahmen der "Europäischen Kulturhauptstädte" sollen Künstlerinnen und Künstler, Institutionen, Freiwillige sowie Bürgerinnen und Bürgern zusammenarbeiten und so den Grundstein für Neues legen. Wesentliches Kriterium bei der Umsetzung dieser besonderen Titeljahre ist die aktive Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger in kulturelle Projekte und Aktivitäten. Jede "Kulturhauptstadt Europas" fördert auf ihre Art und Weise nicht nur die facettenreiche kulturelle, sondern auch die soziale und wirtschaftliche Entwicklung von Stadt und Region. Zudem soll eine nachhaltige Wirkung über das laufende Titeljahr hinaus erzielt werden.

Hintergrund: "Kulturhauptstädte Europas"

Auf Initiative der griechischen Kulturministerin Melina Mercouri ins Leben gerufen, blicken die "Kulturhauptstädte Europas" auf eine beispiellose Erfolgsgeschichte zurück. Seit 1985 ist die Zahl der "Kulturhauptstädte Europas" auf über 60 angewachsen. Ziel ist es, die kulturelle Vielfalt aufzuzeigen, die Kulturszene der ausgewählten Städte ins Rampenlicht zu rücken und Impulse für deren langfristige Entwicklung auszulösen.

6 Jahre vor dem jeweiligen Titeljahr veröffentlichen die ausgewählten Gastgeberländer eine Ausschreibung für Bewerbungen und einen Vorschlag zur Prüfung. Alle 3 Jahre kann sich neben den EU-Mitgliedstaaten zusätzlich ein EU-Kandidatenland beziehungsweise EFTA-Land (Mitglieder der "Europäische Freihandelsassoziation", auf Englisch kurz für "European Free Trade Association") bewerben. Die übermittelten Bewerbungen werden im Zuge einer Vorauswahl durch unabhängige Expertinnen und Experten aus dem Kulturbereich bewertet, dessen Kriterienkatalog unter anderem folgende Aspekte umfasst:

  • Langzeitstrategie;
  • Europäische Dimension;
  • Kulturprogramm;
  • Durchführbarkeit (beispielsweise betreffend Infrastruktur, Finanzen);
  • Einbindung und Partizipation von Bürgerinnen und Bürgern;
  • Management.

Das Expertinnen- und Expertenpanel einigt sich daraufhin auf eine Liste von Städten, die zur Übermittlung weiterer Information eingeladen werden. Nach Überprüfung der finalen Bewerbungen wird eine Stadt zur "Kulturhauptstadt Europas" ernannt. Die ausgewählten Städte erhalten als Anschubfinanzierung 1,5 Millionen Euro aus Mitteln des EU-Kulturförderprogramms "Creative Europe".

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