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Maßnahmen zur Einkommenstransparenz

Einkommenstransparenz ist ein wichtiger Schritt zur Einkommensgerechtigkeit. Um einschätzen zu können, ob das eigene Gehalt angemessen ist, braucht es realistische Vergleichswerte. Dabei dienen transparent nachvollziehbare Einkommen auch zu einer besseren Verhandlungsbasis für Gehaltsverhandlungen bei Berufseinstiegen, -aufstiegen oder -umstiegen. Einkommenstransparenz in den Unternehmen und der Gesellschaft trägt damit maßgeblich zum Abbau der geschlechtsspezifischen Einkommensunterschiede bei.

Wie kann Einkommenstransparenz erreicht werden?

  • Angabe des Mindestentgelts in Stelleninseraten: Seit März 2011 besteht die gesetzliche Verpflichtung zur Angabe des kollektivvertraglichen Mindestentgelts und der Bereitschaft zur Überbezahlung in Stelleninseraten. In der Praxis bedeutet das, dass Stelleninserate (mit wenigen Ausnahmen) eine konkrete Angabe zur Mindestbezahlung für die ausgeschriebene Stelle enthalten müssen. Durch diese Transparenz-Maßnahme soll die Position von Bewerberinnen und Bewerbern in Gehaltsverhandlungen gestärkt werden.
  • Erstellung von Einkommensberichten durch Unternehmen: Ebenfalls seit März 2011 besteht für Unternehmen ab einer bestimmten Anzahl von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – seit dem Jahr 2014 ab 150 Mitarbeitenden – die Verpflichtung zur Erstellung eines Einkommensberichts. Dieser Einkommensbericht muss das durchschnittliche Einkommen von allen Mitarbeitenden im Unternehmen in den jeweiligen Verwendungsgruppen und Verwendungsgruppenjahren darstellen. Der Bericht ist dem Betriebsrat zu übermitteln beziehungsweise in Betrieben ohne Betriebsrat muss der Einkommensbericht in einem Raum aufliegen, der für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zugänglich ist. Anhand des Einkommensberichts kann das Unternehmen beziehungsweise der Betriebsrat überprüfen, wie die konkrete Bezahlung von vergleichbaren und gleichen Tätigkeiten tatsächlich aussieht.
  • Unterstützende Anleitung zur Erstellung und Auswertung von Einkommensberichten: Die Sektion für Frauen und Gleichstellung hat gemeinsam mit der Arbeiterkammer Wien und der Bundesfrauenabteilung des Österreichischen Gewerkschaftsbundes eine Anwendungshilfe für die Arbeit mit Einkommensberichten entwickelt: Toolbox – Schritt für Schritt zum Einkommensbericht – Erstellung, Analyse, Verwendung

Evaluierungsstudie "Einkommenstransparenz: Gleiches Entgelt für gleiche und gleichwertige Arbeit"

Eine Evaluierung der beiden Instrumente zur Stärkung der Einkommenstransparenz – Einkommensberichte und Gehaltsangaben in Stelleninseraten – erfolgte im Rahmen einer Studie, die im September 2015 abgeschlossen und veröffentlicht wurde. Die Studie evaluierte sowohl die Umsetzung der relevanten gesetzlichen Bestimmungen im Gleichbehandlungsgesetz als auch die Auswirkungen dieser Instrumente in Bezug auf das Ziel der Erreichung von mehr Einkommenstransparenz. Dabei wurden die Sichtweisen von Arbeitnehmenden, Betriebsrätinnen, Betriebsräte und Arbeitgebenden erfasst.

Online-Gehaltsrechner

Der Gehaltsrechner wurde gemeinsam mit den Expertinnen und Experten der Statistik Austria entwickelt und ist mit den aktuellen Daten zu Branchen und Gehältern hinterlegt. Er bietet die Möglichkeit, auf einfache Weise das in einem Sektor und einer Region übliche Durchschnittsgehalt zu berechnen. Nutzerinnen und Nutzer des Online-Gehaltsrechners erhalten nach Eingabe weniger Informationen über die Art ihrer Tätigkeit, Ausbildung und Arbeitserfahrung einen Durchschnittswert für das zu erwartende Gehalt. Damit liefert der Gehaltsrechner starke Argumente in Gehaltsverhandlungen bei Jobeinstieg oder -umstieg.

Dokumente:

Projekt "Fairer Lohn"

Was braucht es, um Lohnfairness zwischen Frauen und Männern in Österreich zu stärken? Gemeinsam mit Unternehmerinnen, Unternehmern, Betriebsrätinnen und Betriebsräten wurden im Jahr 2017 im Projekt "Fairer Lohn" Antworten auf diese Frage erarbeitet. Klares Ergebnis war, dass sich Lohnfairness für Betriebe in vielerlei Hinsicht auszahlt. Im Fokus des Projekts standen daher die positiven Auswirkungen von Einkommensgerechtigkeit auf einzelne Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ganze Teams, den Erfolg von Unternehmen und ihre Attraktivität bei der Kunde beziehungsweise den Investorinnen und Investoren. Ziel von "Fairer Lohn" ist es, noch mehr Unternehmen von Lohnfairness und Einkommenstransparenz zu überzeugen und unternehmensinterne Maßnahmen zum Schließen der Lohnschere anzustoßen. Dazu trägt das Projekt mit 3 Produkten bei:

  • Argumentarium: Mit Unternehmerinnen und Unternehmern wurde eine umfangreiche Liste an Argumenten, weshalb sich Lohnfairness für Unternehmen auszahlt, entwickelt.
  • Video-Testimonials: Unternehmerinnen, Unternehmer, Betriebsrätinnen und Betriebsräte beantworten in einem Video-Testimonial aus ihrer Perspektive die Frage: Warum zahlt sich Lohnfairness zwischen Frauen und Männern für Ihr Unternehmen aus?
  • Toolbox: Der unternehmensinterne Einkommensbericht trägt zur Stärkung der Lohnfairness bei. Die neu entwickelte Toolbox unterstützt Schritt für Schritt bei der Erstellung, Analyse und weiteren Verwendung eines aussagekräftigen Einkommensberichts.

Die Projektergebnisse sowie weitere Informationen zum Projekt und den Projektpartnerinnen sind auf der Projekt-Website fairer-lohn.gv.at zu finden.

Dokumente

Links