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Zwangsheirat und FGM

Bei der Auseinandersetzung mit traditionsbedingter Gewalt an Frauen muss man gar nicht so weit in die Ferne schweifen, denn sie lässt sich auch in europäischen Gesellschaften finden. Selbstverständlich legen Migranten und Migrantinnen ihre Kultur beim Überschreiten der Grenze nicht einfach ab, somit leben patriarchalische Gesellschaftsmuster in Form von traditionsbedingten Gewaltmethoden teilweise auch innerhalb Österreichs weiter.

"Honour-related violence", "crimes of honour", "harmful traditions against women" – wie so oft variieren die Begriffe im Sprachgebrauch – gemeint sind hier Formen geschlechtsspezifischer Gewalt, in denen patriarchalische Moral- und Wertvorstellungen Frauen zu Opfern machen. Es handelt sich dabei meist um männliche aber auch um gesamtgesellschaftliche Gewalt. Diese Mechanismen dienen zur Kontrolle des Verhaltens und der Einschränkung der Autonomie von Frauen. Entscheidend ist dabei, dass beim Zustandekommen dieser Gewalt gegen Frauen nicht die Religion, sondern die Tradition dominiert.

Traditionsbedingte Gewalt an Frauen wird auch in Österreich praktiziert. Informations- und Bewusstseinsarbeit wird daher bereits seit mehreren Jahren geleistet, insbesondere zu den beiden Themenbereichen Zwangsheirat und Genitalverstümmelung (FGM).

Die Studie "Traditionsbedingte Gewalt an Frauen" entstand mit der Absicht, für das Thema mehr Gehör und Sensibilität zu schaffen und in all seiner Breite zu erfassen. Grundlage der Studie ist es, Migration aus der Genderperspektive zu betrachten und in einem weiteren Schritt eine Verbindung aus traditionsbedingter Gewalt an Frauen und Migration zu schaffen. Beleuchtet werden verschiedene traditionsbedingte Gewaltformen, wie "Female Genital Mutilation/Cutting" (FGM), Zwangsheirat, sowie Ehrenmorde und Steinigungen ("Gewalt im Namen der Ehre"). Die Studie enthält eine umfassende Auflistung von Beratungs- und Zufluchtstellen in Österreich für (potentielle) Opfer von traditionsbedingter Gewalt und ein ausführliches Literatur- und Linkverzeichnis zur weiteren Auseinandersetzung.

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