Einkommen und der Gender Pay Gap

Obwohl in den letzten Jahren Verbesserungen umgesetzt und dadurch die geschlechtsspezifischen Lohnunterschiede verringert werden konnten, zählt Österreich nach wie vor zu den EU-Ländern mit dem größten Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern. Diese Differenz wird meist mit dem EU-Indikator Gender Pay Gap veranschaulicht. In Österreich lag der Gender Pay Gap laut Eurostat 2018 bei 20,4 Prozent, und damit deutlich über dem EU Schnitt (EU-28) von 15 Prozent.

Gender Pay Gap 2019

Die Gründe für beziehungsweise Einflussfaktoren auf den hohen Gender Pay Gap sind nur teilweise erklärbar: Eine Studie der Statistik Austria aus dem Jahr 2017 auf Basis der Daten zum Gender Pay Gap aus 2014 zeigt, dass nur rund ⅓ des gesamten Gender Pay Gap (im Jahr 2014 8,6 Prozent von insgesamt 22,2 Prozent) aufgrund von Merkmalen wie Branche, Beruf, Ausbildungsniveau, Alter, Dauer der Unternehmenszugehörigkeit, Vollzeit/Teilzeit, Art des Arbeitsvertrags, Region und Unternehmensgröße erklärt werden können. Damit kommt zum Ausdruck, dass die strukturellen Unterschiede beziehungsweise Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern am Arbeitsmarkt zwar ein bedeutender Faktor für die Höhe der geschlechtsspezifischen Einkommensunterschiede sind, jedoch fast ⅔ des gesamten Gender Pay Gap (im Jahr 2014 13,6 Prozent von insgesamt 22,2 Prozent) nicht durch diese Merkmale erklärt werden können. 

Um gleichen Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit zu erreichen, bedarf es in Österreich noch vielfältiger Maßnahmen: Bisher wurden einerseits Maßnahmen gesetzt, um die strukturellen Faktoren für den hohen Gender Pay Gap zu reduzieren. Dazu zählen:

  • Förderung der Karriereperspektiven von Mädchen und Frauen in allen – insbesondere technischen und naturwissenschaftlichen – Berufen durch Informationsmaßnahmen wie die Online-Informationsplattform "meine Technik".
  • Abbau von Hindernissen für Frauen bei der Ausübung einer Vollzeitstelle: Dazu zählen unter anderem die Fortführung der Bemühungen zur Bereitstellung ausreichender und qualitativ hochwertiger Kinderbetreuungs- und Pflegeplätze und das gemeinsame "EU-Projekt zur Erhöhung der Väterbeteiligung".
  • Initiativen zur Förderung von Frauen in wirtschaftlichen Führungs- und Entscheidungspositionen wie das Projekt "Frauen in Führungspositionen. Women are top!".

Andererseits wurden mit den Maßnahmen zur Einkommenstransparenz bereits Initiativen und gesetzliche Schritte gesetzt, um die Einkommenstransparenz in Österreich zu erhöhen.

Für die Abbildung der geschlechtsspezifischen Verdienstunterschiede der unselbständig Beschäftigten werden in Österreich verschiedene Kennzahlen verwendet, mit denen unterschiedliche Facetten der Erwerbseinbindung und gleichwertigen Entlohnung aufgezeigt werden können. Eine Übersicht über die Datenquellen der Indikatoren und deren Entwicklung im Zeitvergleich informiert über die unterschiedlichen Kennzahlen.

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