Ausbau der Kinderbildung und -betreuung

Durch die Bildung und Betreuung in elementarpädagogischen Einrichtungen wird der Grundstein für den Erfolg in der weiteren Bildungs- und Berufslaufbahn gelegt. Die empirische Bildungsforschung und -ökonomie zeigen klar auf, dass die ersten Bildungsjahre eines Kindes entscheidend für den weiteren Bildungsverlauf sind und erfolgreiche Modelle in der Elementarstufe auch volkswirtschaftlich die größten Effekte bewirken. Daher ist es wesentlich, dass elementarpädagogische Einrichtungen bewusster als erste Bildungseinrichtungen gesehen werden und diese Rolle auch stärker wahrnehmen.

Um dieses Ziel zu erreichen, soll unter Berücksichtigung finanzieller Rahmenbedingungen und Zuständigkeiten von Ländern und Gemeinden die pädagogische und strukturelle Qualität elementarer Bildungsangebote verbessert und damit eine bestmögliche Vorbereitung für die weitere Bildungs- und Berufslaufbahn ermöglicht werden.

Die aktuelle Vereinbarung gemäß Art. 15a B-VG über die Elementarpädagogik für die Kindergartenjahre 2018/19 bis 2021/22 läuft Ende August 2022 ab. Mit dieser Bund-Länder-Vereinbarung, die die Bereiche Ausbau von elementaren Kinderbildungs- und -betreuungsplätzen, frühe sprachliche Förderung und beitragsfreie Besuchspflicht im letzten Kindergartenjahr vor Schuleintritt regelt, konnten wesentliche Verbesserungen im Bereich der Elementarpädagogik erzielt werden.

Mit der nachfolgenden Bund-Länder-Vereinbarung soll dieser erfolgreiche Weg weiter fortgesetzt und die Erreichung der Barcelona-Ziele beschleunigt werden. Daher wird durch die neue Vereinbarung gemäß Artikel 15a B-VG über die Elementarpädagogik für die Kindergartenjahre 2022/23 bis 2026/27 insgesamt 1 Milliarde Euro bundesseitig für elementare Bildungsangebote zur Verfügung gestellt.  Der jährliche Zweckzuschuss erhöht sich somit von 142,5 Mio. Euro auf 200 Mio. Euro im Jahr (plus 40 %).

Zudem können die bisher nicht verwendeten Bundeszuschüsse aus der Vereinbarung gemäß Art. 15a B-VG über die Elementarpädagogik 2018/19 bis 2021/22 weiterverwendet werden, was zu einer weiteren Erhöhung des Investitionsvolumens führt.

Der Bundeszuschuss für den beitragsfreien Pflichtkindergarten steigt von bisher 70 Mio. Euro auf 80 Mio. Euro, den die Länder weiterhin nicht kofinanzieren müssen.

Für den Ausbau der elementaren Kinderbildungs- und -betreuungsangebots sind mind. 61,2 Mio. Euro jährlich und für die frühe sprachliche Förderung sind mind. 22,8 Mio. Euro vorgesehen.

Der Kofinanzierungsanteil der Länder wurde- mit Ausnahme der Mittel in der Höhe von 80 Mio. Euro für die Besuchspflicht- auf 52,5 % und damit auf rund 63 Mio. Euro. festgelegt.

Folgende wesentliche Maßnahmen werden ergriffen:

  1. Fokussierung auf den bedarfsgerechten regionalen Ausbau des elementaren Kinderbildungs- und -betreuungsangebots für unter Dreijährige
  2. Flexibilisierung und Erweiterung der Öffnungszeiten in elementaren Einrichtungen
  3. Impulse zur Verbesserung der Rahmenbedingungen und des Betreuungsschlüssels sowie räumliche Qualitätsverbesserungen etwa im Bereich der Inklusion oder kindgerechter Bewegungsmöglichkeit
  4. Tageseltern als Alternative und Ergänzung zu elementaren Bildungseinrichtungen stärken
  5. Weiterführung des beitragsfreien halbtägigen Pflichtkindergartens für Fünfjährige mit Erhöhung des Bundeszuschusses
  6. Intensivierung der frühen sprachlichen Förderung mit dem Ziel der raschen Integration
  7. Verbindliche Vermittlung von grundlegenden Werten der österreichischen Gesellschaft um die gemeinsamen Grundlagen in elementarpädagogischen Einrichtungen zu stärken
  8. Verbesserte Qualifikation der Fachkräfte und des Sprachförderpersonals
  9. Klare Definition der Zielsetzungen von Bildung und Betreuung
  10. Weiterentwicklung und Fokus auf den Übergang Kindergarten – Schule
  11. Verstärkte Kontrolle und koordinierte Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern

Weiterführende Informationen

Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung: Elementarpädagogik