EU-Kommission veröffentlicht "Europäischen Innovationsanzeiger 2021"

EU-Mitgliedstaaten werden immer innovativer – Forschung und Innovation bei Bekämpfung der Covid-19-Pandemie von entscheidender Bedeutung – Österreich zählt zu den Staaten der "starken Innovatoren"

INES Mitarbeiter

Die Europäische Kommission hat am 21. Juni 2021 den "Europäischen Innovationsanzeiger 2021" veröffentlicht. Demnach hat sich die Innovationsleistung in der gesamten Europäischen Union im Vergleich zu 2014 um 12,5 Prozent verbessert. Dabei nähern sich die EU-Mitgliedstaaten immer weiter an – leistungsschwächere Länder wachsen schneller als leistungsstärkere Länder und schließen dadurch die Innovationslücke. Dieser Trend ist auch auf regionaler Ebene ersichtlich, wie aus dem "Regionalen Innovationsanzeiger 2021" hervorgeht.

EU-Kommissar Thierry Breton: "Höhere Innovationsleistung der EU ist ein sehr positives Signal"

Der EU-Kommissar für den Binnenmarkt, Thierry Breton, erklärte: "Europäische Innovationen – wie die für die neuen Covid-19-Impfstoffe maßgeblichen Technologien – spielen bei der Bekämpfung und Bewältigung der Pandemie eine entscheidende Rolle. Die höhere Innovationsleistung der EU ist ein sehr positives Signal. Wenn wir in Innovationen investieren, investieren wir in unsere Fähigkeit, Technologieführer im Dienste einer nachhaltigen, digitalen und resilienten Wirtschaft und Gesellschaft zu sein."

Ergänzend äußerte sich die EU-Kommissarin für Innovation, Forschung, Kultur, Bildung und Jugend, Mariya Gabriel, die auch die Bedeutung des EU-Innovationsprogramms "Horizon Europe" für den steigenden Innovationstrend hervorhob: "Das Bekenntnis Europas zur Innovation wird durch die kontinuierliche Verbesserung der Innovationsleistung verdeutlicht. Alle Mitgliedstaaten und Regionen der EU investieren verstärkt in Innovationen, und die Innovationslücke in der EU schließt sich zusehends. Im Interesse der Innovationsfähigkeit Europas wird mit dem Programm 'Horizon Europe' Exzellenz gefördert. Erstklassige Forscher und Innovatoren werden dabei unterstützt, die systemischen Veränderungen für ein grünes, gesundes und widerstandsfähiges Europa voranzutreiben."

Wichtigste Ergebnisse: Schweden führt das Ranking an – Österreich zählt zu den "starken Innovatoren"

Die EU-Mitgliedstaaten werden im "Europäischen Innovationsanzeiger" je nach Abschneiden in 4 Leistungskategorien unterteilt:

  • Innovationsführer (Innovation Leaders)
  • starke Innovatoren (Strong Innovators)
  • mäßige Innovatoren (Moderate Innovators)
  • aufstrebende Innovatoren (Emerging Innovators)

Angeführt wird das Ranking, wie schon im vergangenen Jahr, von Schweden ("Innovationsführer"), gefolgt von Finnland, Dänemark und Belgien. Die Innovationsleistung liegt bei all diesen EU-Mitgliedstaaten deutlich über dem EU-Durchschnitt. Österreich wird als "starker Innovator" geführt und konnte seine Innovationsleistung um 11 Prozentpunkte im Vergleich zu 2014 steigern. Vor allem in den Regionen in Nord- und Westeuropa werden die meisten tendenziell "starken Innovatoren" beziehungsweise die meisten "Innovationsführer" aufgelistet. In den süd- und osteuropäischen Regionen finden sich die meisten "mäßigen" bis "aufstrebenden" Innovationsstaaten.

Mit einem durchschnittlichen Anstieg um 12,5 Prozentpunkte im Vergleich zu 2014 ging die Innovationsleistung in der EU deutlich hinauf. Am stärksten war er in Zypern, Estland, Griechenland, Italien und Litauen, welche ihre Innovationsleistung um mindestens 25 Prozentpunkte verbessern konnten. Einen Anstieg von 15 bis 25 Prozentpunkten konnten Belgien, Kroatien, Finnland und Schweden vorweisen, gefolgt von Österreich, Tschechien, Deutschland, Lettland, Malta, Niederlande, Polen und Spanien mit 10 bis 15 Prozentpunkten. In den übrigen 10 EU-Mitgliedstaaten lag die Verbesserung der Innovationsleistung bei bis zu 10 Prozentpunkten.

Im internationalen Vergleich übertrifft die Europäische Union als Innovationslandschaft Konkurrenten wie China, Brasilien, Südafrika, Russland und Indien. Staaten wie Südkorea, Kanada, Australien, die Vereinigten Staaten und Japan stehen laut Innovationsanzeiger in der Rangfolge allerdings noch vor der EU. Die durchschnittliche EU-Innovationsleistung holt im Vergleich zu anderen globalen Wettbewerbern auf: Lag der Vorsprung der Innovationsleistung Südkoreas auf die EU im Jahr 2014 noch bei 36 Prozent, liegt er 2021 bei 21 Prozent.

Im EU-weiten regionalen Vergleich ist ebenfalls ein positiver Trend zu erkennen: Von 2014 bis 2021 ist die Innovationsleistung in 225 von insgesamt 240 europäischen Regionen gestiegen, wobei die Leistungsunterschiede zwischen den Regionen immer kleiner wurden. Die innovativste Region in Europa ist Stockholm (Schweden), gefolgt von Etelä-Suomi (Finnland), Oberbayern (Deutschland), Hovedstaden (Dänemark) und Zürich (Schweiz).

Hintergrund: Der "Europäische Innovationsanzeiger"

Der "Europäische Innovationsanzeiger" bewertet die Innovationsleistung der EU-Mitgliedstaaten und vergleicht sie mit anderen europäischen Ländern und Nachbarländern. Dabei werden in einer vergleichenden Analyse die relativen Stärken und Schwächen der nationalen Innovationssysteme ermittelt. Er soll Ländern bei der Ermittlung von Bereichen helfen, in denen Verbesserungsbedarf besteht. Der "Europäische Innovationsanzeiger" wurde 2001 erstmals veröffentlicht.

Forschung und Innovation haben sich als wesentlicher Bestandteil der koordinierten Antwort der EU auf die Covid-19-Krise erwiesen und werden für die Unterstützung der nachhaltigen und inklusiven Erholung Europas von entscheidender Bedeutung sein. Die Messung der Innovationsleistung ist ein Schlüsselelement zur Erreichung dieses Ziels.

Neben den Bereichen Forschung und Innovation unterstützt der "Europäischen Innovationsanzeiger" auch die Entwicklung politscher Ansätze, mit denen die Innovation in Europa gestärkt und politische Entscheidungsträgerinnen und -träger in einem sich rasch weiterentwickelnden globalen Kontext mit Informationen versorgt werden sollen. 

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