Österreich im EU-Vergleich auf Platz 1 bei Badewasserqualität

Österreich belegt im Badegewässerbericht 2021 erstmals den ersten Platz: 97,7 Prozent oder 255 der insgesamt 261 untersuchten heimischen Badestellen als "ausgezeichnet" eingestuft – Bundesminister Totschnig: "Großartiges Ergebnis rechtzeitig vor dem Start der sommerlichen Bade- und Urlaubssaison"

Freizeitaktivität auf dem Wörthersee

Am 3. Juni 2022 veröffentlichte die Europäische Umweltagentur (EUA) den aktuellen Jahresbericht über die Qualität der Badegewässer in Europa. Fast 85 Prozent der insgesamt 25.551 untersuchten Badestellen erfüllen die strengen Anforderungen für eine "ausgezeichnete" Bewertung der Wasserqualität. Insgesamt 99,2 Prozent aller heimischer Gewässer werden im Bericht mit den Prädikaten "ausgezeichnet" oder "gut" versehen.

Der Jahresbericht 2021 bescheinigt Österreich eine hervorragende Wasserqualität: 97,7 Prozent oder 255 der 261 untersuchten heimischen Badestellen werden als "ausgezeichnet" eingestuft – mehr als in den anderen 26 EU-Ländern sowie Albanien und der Schweiz. Auf den Plätzen hinter Österreich rangieren Badestellen auf Malta (96,6 Prozent "ausgezeichnet") sowie Badegewässer in Griechenland (95,8 Prozent "ausgezeichnet") und Kroatien (95,7 Prozent "ausgezeichnet"). Österreich liegt damit zum ersten Mal auf Platz 1 der 29 erfassten Länder.

Bundesminister Totschnig: "Großartiges Ergebnis rechtzeitig vor dem Start der sommerlichen Bade- und Urlaubssaison"

"Das großartige Ergebnis ist eine Bestätigung dafür, dass unsere Maßnahmen und Investitionen der letzten Jahrzehnte in der Höhe von 50 Milliarden Euro zur Reinhaltung der Gewässer Wirkung zeigen", zeigte sich Bundesminister Norbert Totschnig anlässlich des aktuellen Rankings erfreut. "Rechtzeitig vor dem Start der sommerlichen Bade- und Urlaubssaison können sich Gäste aus Nah und Fern sicher sein: Die Qualität unserer heimischen Naturbadegewässer ist ausgezeichnet".

Infografik Qualität der Badegewässer in Österreich 2021

EU-Kommissar Sinkevičius: "Ausgezeichnete Badegewässer-Qualität gut für die Umwelt, unsere Gesundheit und für die europäische Tourismusindustrie"

Baden ist eine äußerst beliebte und auch für den Tourismussektor wichtige Freizeitbeschäftigung in Europa. Die jährliche Bewertung der europäischen Badegebiete zeigt, wie gut die Umweltschutzmaßnahmen umgesetzt werden, so dass die Bevölkerung an 21.551 offiziell ausgewiesenen Badestellen in der EU sowie 119 in Albanien und 189 in der Schweiz fundierte Entscheidungen darüber treffen können, wo sie ohne Gesundheitsrisiken baden.

"Die Ergebnisse dieses Berichts sind gute Nachrichten für diejenigen, die ihren wohlverdienten Sommerurlaub an Europas schönen Badestellen verbringen. Egal, ob am griechischen Strand, am ungarischen See oder am französischen Fluss – wir können sicher sein, dass die große Mehrheit der Badegewässer von ausgezeichneter Qualität ist. Dies ist gut für die Umwelt, unsere Gesundheit und für die europäische Tourismusindustrie, die sich derzeit von der Pandemie erholt. Wir sind entschlossen, diese Standards beizubehalten und den Zustand auf dem Weg zu unserem Null-Schadstoff-Ziel noch weiter zu verbessern", erklärte dazu Virginijus Sinkevičius, Kommissar für Umwelt, Meere und Fischerei.

"Die diesjährigen Ergebnisse zeigen, dass über 40 Jahre EU-Maßnahmen zur Verbesserung der Qualität von Badegewässern in ganz Europa sowohl unserer Gesundheit als auch der Umwelt zugutegekommen sind. Der Null-Schadstoff-Aktionsplan der EU und die Überarbeitung der EU-Badegewässer-Richtlinie werden unser Engagement für die Vermeidung und Verringerung der Umweltverschmutzung in den kommenden Jahrzehnten weiter festigen", sagte Hans Bruyninckx, Exekutivdirektor der Europäischen Umweltagentur.

Untersuchungen an über 21.551 Badestellen in den 27 EU-Mitgliedstaaten sowie in Albanien und der Schweiz

Von der Europäischen Umweltagentur (EUA) wurden im Vorjahr in Kooperation mit der Europäischen Kommission 21.551 Badestellen in den 27 EU-Mitgliedstaaten sowie in Albanien und der Schweiz untersucht. Zum Untersuchungszeitpunkt war das Vereinigte Königreich kein EU- oder EWR-Mitgliedstaat und meldete aus diesem Grund keine Daten zur Badewasserqualität an die EUA. Die Qualität der Küstenbadegebiete, die zwei Drittel aller untersuchten Badestellen ausmachen, ist im Allgemeinen besser als jene der Binnengewässer. 2021 wurde bei 88 Prozent der EU-Küstenbadegebiete die Wasserqualität mit "ausgezeichnet" bewertet – im Vergleich zu "nur" 78,2 Prozent bei Badestellen im Inland.

Aus dem Bericht geht auch hervor, dass 2021 an 95,2 Prozent der Badestellen die Mindeststandards für Wasserqualität erfüllt wurden. In Österreich, Malta, Kroatien, Griechenland, Zypern, Dänemark und Deutschland erfüllten mindestens 90 Prozent der Badegewässer die Qualitätsstandards für eine Bewertung mit "ausgezeichnet".

Der Anteil der Gewässer mit mangelhafter Qualität ist seit 2013 zurückgegangen: 2021 machten mangelhafte Badegewässer 1,5 Prozent aller Badestellen in der EU aus; im Jahr 2013 waren es noch 2 Prozent gewesen. Die mangelhafte Qualität ist oft Folge einer kurzzeitigen Verschmutzung. Im Bericht wird hervorgehoben, dass eine bessere Bewertung der Verschmutzungsquellen und die Einführung integrierter Wasserbewirtschaftungsmaßnahmen dazu beitragen könnten, die Wasserqualität zu verbessern.

Zusammen mit dem diesjährigen Bericht über die Badegewässer hat die EUA auch eine aktualisierte interaktive Karte veröffentlicht, auf der die Ergebnisse für die einzelnen Badegebiete ersichtlich sind. Zudem sind aktualisierte Länderberichte sowie weitere Informationen über die Umsetzung der Richtlinie in den verschiedenen Ländern online verfügbar.

Hintergrund: Die EU-Badegewässerberichte

In den letzten Jahrzehnten ist eine erhebliche Verbesserung der Badewasserqualität in Europa zu verzeichnen. Dies ist zurückzuführen auf die systematische Überwachung und Bewirtschaftung, die im Rahmen der Badegewässer-Richtlinie der EU und anderer EU-Umweltvorschriften, einschließlich der Richtlinie über die Behandlung von kommunalem Abwasser, eingeführt worden sind. In jenen Fällen, in denen ein Gewässer als "mangelhaft" bewertet wird, sind die EU-Mitgliedstaaten aufgefordert, bestimmte Schritte zu setzen, beispielsweise die Verhängung von Badeverboten oder entsprechende Warnungen, um die Öffentlichkeit in Kenntnis zu setzen und geeignete Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Dadurch hat sich die Menge an unbehandelten oder teilweise behandelten kommunalen und industriellen Abwässern, die in Badegewässer gelangen, in den letzten Jahren drastisch verringert. Das Schwimmen ist so auch in vielen zuvor stark verschmutzten stadtnahen Oberflächengewässern möglich geworden.

Auf der Website der EUA werden der Jahresbericht für alle 29 untersuchten Länder, die nationalen Berichte sowie eine laufend aktualisierte interaktive Karte mit einer Übersicht der Badegebiete veröffentlicht.

Die jährliche Auswertung der Ergebnisse zur Badewasserqualität gemäß den Bestimmungen der EU-Badegewässer-Richtlinie erfolgt seit dem Jahr 2013 nach angepassten, einheitlichen Qualitätsparametern, auf Grundlage der Daten der letzten 4 Badesaisonen. Zur Bewertung werden die 2 Hygieneparameter "E. coli" und "Intestinale Enterokokken" herangezogen. Die Qualitätseinstufungen beruhen auf den 4 Stufen: "Ausgezeichnet", "gut", "ausreichend" und "mangelhaft".

Die Rechtsbasis für die europaweiten Erhebungen, deren Ergebnisse jährlich zu Sommerbeginn durch die Kommission veröffentlicht werden, bildet die Richtlinie 2006/7/EG über die "Qualität der Badegewässer und deren Bewirtschaftung" (kurz Badegewässer-Richtlinie). Die Umsetzung der Badegewässer-Richtlinie liegt in Österreich in der Zuständigkeit des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSGPK). Die Europäische Kommission hat eine Überprüfung der Badegewässer-Richtlinie eingeleitet. Bewertet wird dabei, ob die geltenden Vorschriften noch zweckmäßig sind, um die öffentliche Gesundheit zu schützen und die Wasserqualität zu verbessern, oder ob der bestehende Rahmen verbessert werden sollte, insbesondere durch die Einbeziehung neuer Parameter. Die Umsetzung der Badegewässer-Richtlinie wird durch einen breiten EU-Rechtsrahmen für die Wassergesetzgebung unterstützt, einschließlich der Wasserrahmenrichtlinie, der Richtlinie über Umweltqualitätsnormen, der Grundwasser-Richtlinie, der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie und der Richtlinie über die Behandlung von kommunalem Abwasser.

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