Österreich auf Platz 2 bei Badewasserqualität im EU-Vergleich

Der Großteil der im Jahr 2020 untersuchten Badeplätze erfüllt die Anforderungen der Europäischen Union für "ausgezeichnete" Wasserqualität, insbesondere jene in Österreich. Das geht aus einem Bericht der Europäischen Kommission über die Qualität der Badegewässer in Europa hervor.

Meer

Am 1. Juni 2021 veröffentlichte die Europäische Kommission den aktuellen Jahresbericht über die Qualität der Badegewässer in Europa. Insgesamt wurden während der Badesaison 2020 mehr als 22.000 Örtlichkeiten untersucht und aus den Ergebnissen in 30 Staaten entsprechende Berichte verfasst – für Österreich bringen diese erfreuliche Nachrichten.

"Ausgezeichnete" Wasserqualität in Österreich

Der Jahresbericht bescheinigt Österreich eine hervorragende Wasserqualität. 
99,6 Prozent der untersuchten 261 heimischen Badestellen wurden mit "ausgezeichnet" oder "gut" bewertet. Österreich liegt damit hinter Zypern auf dem exzellenten Platz 2 der 30 erfassten Länder. 

"Insbesondere für das Tourismusland Österreich ist dieses Ranking eine große Auszeichnung und wichtig, um auf die ausgezeichnete Badewasserqualität in Österreich rechtzeitig vor dem Start der heiß ersehnten Bade- und Urlaubssaison hinzuweisen", betonte die für Wasser zuständige Bundesministerin Elisabeth Köstinger.  

Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein ergänzte: "Schwimmen und Baden gehören im Sommer dazu und der Aufenthalt am Wasser kann auch einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der psychischen und physischen Gesundheit leisten. Voraussetzung dafür ist eine einwandfreie Badewasserqualität, die laut aktuellem Bericht der EU-Kommission in ganz Österreich gegeben ist."

Infografik zu der Qualität der Badegewässer

Untersuchungen an über 22.200 Badestellen in den 27 EU-Staaten sowie in Albanien, Großbritannien und der Schweiz

Von der Europäischen Umweltagentur (EUA) wurden im Vorjahr in Kooperation mit der Europäischen Kommission 22.276 Badestellen in den 27 EU-Mitgliedstaaten sowie in Albanien, der Schweiz und im Vereinigten Königreich untersucht. Pandemiebedingt konnte nicht für alle Badegewässer eine Einstufung vorgenommen werden. 

Bei an den Küsten und im Binnenland liegenden Badeplätzen mit "ausgezeichneter" Wasserqualität lag im Jahr 2020 der Anteil bei 82,8 Prozent. In Griechenland, Kroatien, Malta, Österreich und Zypern wurden mindestens 95 Prozent der Standorte mit "ausgezeichnet" bewertet. Zwei Drittel der Badestellen befinden sich an europäischen Küsten. Nur 296 Badestellen in Europa wiesen mangelhafte Qualität auf. Der Bericht verweist dabei vor allem auf Schwierigkeiten bei der Bewertung der Verschmutzungsquellen sowie bei der Einführung integrierter Wasserbewirtschaftungsmaßnahmen. Um die Badewasserqualität zu verbessern, müssten spezielle Untersuchungen zur Herkunft und Ursache der Verunreinigung vorgenommen werden.  Sollte ein EU-Mitgliedstaat ein als "mangelhaft" bewertetes Gewässer aufweisen, werden Badeverbote verhängt, Warnungen angebracht, zusätzliche Maßnahmen eingeleitet und die Öffentlichkeit informiert, um die Wasserqualität künftig zu verbessern. 

Hintergrund:  Die EU-Badegewässerberichte 

Dass sich die Europäerinnen und Europäer über reines Badewasser freuen können, ist das Ergebnis der seit mehr als 40 Jahren bestehenden Umsetzung der so genannten Badegewässer-Richtlinie. Denn die Rechtsbasis für die europaweiten Erhebungen, die jährlich im Frühsommer durch die EU-Kommission veröffentlicht werden, bildet die Richtlinie 2006/7/EG über die "Qualität der Badegewässer und deren Bewirtschaftung". In Österreich ist für die Umsetzung der Badegewässer-Richtlinie das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSGPK) zuständig.

Auf der Website der EUA werden nicht nur der Jahresbericht für alle 30 untersuchten Länder, sondern auch nationale Berichte sowie eine laufend aktualisierte interaktive Karte mit einer Übersicht der Badegebiete veröffentlicht. Die Auswertung der Ergebnisse zur Badewasserqualität erfolgt seit 2013 nach angepassten, einheitlichen Qualitätsparametern. Die jährliche Bewertung der Badewasserqualität erfolgt auf Grundlage der Daten der letzten vier Badesaisonen. Die Qualitätseinstufungen beruhen auf den vier Stufen "ausgezeichnet", "gut", "ausreichend" und "mangelhaft".
Die EU-Kommission hat eine Überprüfung der so genannten Badegewässer-Richtlinie als Teil des Null-Schadstoff-Aktionsplans und in Übereinstimmung mit der Biodiversitätsstrategie eingeleitet. Bewertet wird dabei die Zweckmäßigkeit geltender Vorschriften zum Schutz der öffentlichen Gesundheit und zur Verbesserung der Wasserqualität. Dazu werden im Rahmen einer öffentlichen Online-Konsultation Interessengruppen von der EU-Kommission befragt. 

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