Neue Regeln zu Qualität von und Zugang zu Trinkwasser in Kraft getreten

Dank erfolgreicher europäischer Bürgerinitiative "Right2Water": Seit 12. Jänner 2023 gelten Regeln der Trinkwasserrichtlinie – Soll EU-weit die weltweit höchsten Standards für Trinkwasser sicherstellen 

Jennifer Jacquemart/Europäische Kommission

Am 12. Jänner 2023 sind neue Regeln zu Qualität von und Zugang zu Trinkwasser in Kraft getreten. Durch die Regeln der Trinkwasserrichtlinie soll allen Bürgerinnen und Bürgern in der EU ein sichererer Zugang zu Trinkwasser garantiert werden. Gleichzeitig soll sie im Einklang mit dem im europäischen "Green Deal" angekündigten Ziel für eine schadstofffreie Umwelt ("Null-Schadstoff-Ziel") die weltweit höchsten Trinkwasserstandards sicherstellen. Der Regelung ist eine zweijährige Übergangsfrist vorausgegangen, die mit 12. Jänner 2023 zu Ende gegangen war. In diesem Zeitraum waren die EU-Mitgliedstaaten aufgefordert, die auf Basis der Trinkwasserrichtlinie entstandenen neuen Anforderungen an Qualität und Zugang umzusetzen. 

Die Europäische Kommission hatte die Regeln als direkte Reaktion auf die erste erfolgreiche europäische Bürgerinitiative "Right2Water" vorgelegt. In deren Rahmen hatten rund 1,6 Millionen Menschen in der EU für einen besseren Zugang zu sauberem Trinkwasser unterschrieben. 

Umweltkommissar Virginijus Sinkevičius: "Wir gehen gegen gefährliche Chemikalien und Mikroplastik vor, die in das Trinkwasser gelangen"

Umweltkommissar Virginijus Sinkevičius sagte dazu: "Die Europäerinnen und Europäer können darauf vertrauen, dass die Qualität des Wassers, das sie trinken, den höchsten Standards entspricht. Wir gehen gegen gefährliche Chemikalien und Mikroplastik vor, die in das Trinkwasser gelangen. Ich hoffe, dass die Bürgerinnen und Bürger dank eines größeren Vertrauens in das Leitungswasser auch dazu beitragen können, Plastikmüll aus Wasserflaschen und Meeresmüll zu reduzieren."

Trinkwasserrichtlinie soll Qualität verbessern und Abfallaufkommen reduzieren

Die Trinkwasserrichtlinie enthält Bestimmungen für die Kontrolle von Leitungswasser, Trinkwasserquellen und Leitungsnetzen, um die Gefahr schädlicher Auswirkungen der Umweltverschmutzung auf die menschliche Gesundheit und Wasserressourcen einzudämmen. Des Weiteren soll die neue Richtlinie Fragen im Zusammenhang mit neuen Schadstoffen wie Mikroplastik, endokrinen Disruptoren oder auch neuen Arten von Chemikalien regeln.

Zudem werden die EU-Mitgliedstaaten in der Richtlinie verpflichtet, den Zugang zu sicherem Trinkwasser für alle Bürgerinnen und Bürger, insbesondere für gefährdete und marginalisierte Gruppen, zu verbessern und zu erhalten. Zusätzlich sieht sie für die Bevölkerung den Zugang zu Informationen über die Wasserversorger vor, etwa was die Qualität und das Angebot von Trinkwasser in ihrem Wohngebiet betrifft. Des Weiteren führt die neue Richtlinie detaillierte Hygienevorschriften für Materialien ein, die direkt mit Trinkwasser in Kontakt kommen. Nach Angaben der Kommission soll die Richtlinie auf diesem Weg das Vertrauen der Verbraucherinnen und Verbraucher in ihr Leitungswasser stärken und dazu beitragen, das Abfallaufkommen durch Kunststoffwasserflaschen zu vermindern.

Weitere Informationen