Bundesministerin Edtstadler: Aus vollster Überzeugung dafür sorgen, dass sich unfassbare Taten des NS-Unrechtsregimes nicht wiederholen

Ausstellungseröffnung "Das Wiener Modell der Radikalisierung. Österreich und die Shoah" am Wiener Heldenplatz

"Österreich trägt eine historische Verantwortung beim Gedenken und Erinnern an die Verbrechen des Nationalsozialismus. Daraus ergibt sich unsere Pflicht als Republik, uns die unfassbaren Taten des NS-Unrechtsregimes immer wieder vor Augen zu führen", sagte Bundesministerin Karoline Edtstadler anlässlich der Ausstellungseröffnung "Das Wiener Modell der Radikalisierung. Österreich und die Shoah" am Wiener Heldenplatz. 

80. Jahrestag der ersten reichsweiten Deportationstransporte am 15. Oktober 1941

Die frei zugängliche Outdoor-Ausstellung am Wiener Heldenplatz erinnert an den 80. Jahrestag der ersten reichsweiten Deportationstransporte: Am 15. Oktober 1941 wurden 1.000 Jüdinnen und Juden zum Aspangbahnhof nach Wien und anschließend in das Ghetto Litzmannstadt/Lodz gebracht. 39 weitere Transporte, hauptsächlich ins Konzentrationslager Theresienstadt, mit vielen Tausenden Menschen folgten.

Die Rolle Wiens als Motor der Radikalisierung des Antisemitismus im NS-Staat wird dabei ersichtlich: So war die Wiener "Zentralstelle für jüdische Auswanderung" die erste Behörde, die sich auf die systematische Vertreibung der jüdischen Bevölkerung spezialisierte.

Die Ausstellung wurde vom Haus der Geschichte Österreich (hdgö) in Kooperation mit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, dem Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien und dem Verein zur Förderung kulturwissenschaftlicher Forschungen verwirklicht.

Verantwortung nachkommen und gegenwärtige Formen des Antisemitismus bekämpfen

Bundesministerin Karoline Edtstadler wies auf die "besondere historische Verantwortung Österreichs" hinsichtlich des Gedenkens an die Opfer der Nazi-Gräuel hin. Anderseits müsse der Kampf gegen aktuelle Formen des Antisemitismus mit aller Kraft geführt werden. Sie erinnerte an die antisemitischen Zwischenfälle, die im Zuge der Coronapandemie einen "Boost" erfahren hätten: Wenn von Demonstranten gegen die Corona-Maßnahmen das Symbol des Judensterns getragen und der Corona-Impfstoff mit dem in Auschwitz eingesetzten Giftgas Zyklon B verglichen würde, sei es an jeder einzelnen Person, "gegen dieses Krebsgeschwür aufzustehen".

"Wir alle sind gefordert, die Erinnerung hochzuhalten und gemeinsam aus vollster Überzeugung dafür zu sorgen, dass sich so etwas niemals wiederholt. Die Ausstellung trägt dazu bei, dieser Verantwortung ein Stück weit nachzukommen", so Karoline Edtstadler, die sich abschließend bei den Organisatorinnen und Organisatoren, allen voran bei der Direktorin des hdgö, Monika Sommer, herzlich bedankte.

Weitere Informationen auf der Website des Haus der Geschichte Österreich

Bilder von diesem Termin sind über das Fotoservice des Bundeskanzleramts kostenfrei abrufbar.