Kurz/Platter/Anschober: Gemeinsames Ziel ist der bestmögliche Schutz der Bevölkerung

Bundes- und Landesregierung verständigen sich auf Testverpflichtung ab Freitag

Neben der UK-Variante breitet sich weltweit auch immer mehr die Südafrika-Variante (B1.351) des Corona-Virus aus, auch in Österreich. Die beiden Varianten unterscheidet, dass es bei der Südafrika-Variante wahrscheinlich ist, dass die Wirksamkeit der Impfung beim Impfstoff AstraZeneca erheblich reduziert ist. Nachdem die EU und damit auch Österreich in der Impfstrategie unter anderem auch stark auf AstraZeneca setzt, kann das zu einem Problem werden. Deswegen muss die Verbreitung der Südafrika-Variante möglichst rasch und konsequent verhindert werden. Während sich in Ost-Österreich hauptsächlich die britische Variante ausbreitet, ist es in Tirol primär die Südafrika-Variante. In Tirol gibt es mittlerweile insgesamt 400 Verdachtsfälle der südafrikanischen Mutation, von diesen sind mehr als 120 Fälle noch aktiv positiv.

"Oberstes Ziel sowohl von Bundes- als auch Landesregierung ist es, die Gesundheit der Bevölkerung bestmöglich zu schützen und eine weitere Verbreitung der gefährlicheren Corona-Mutation so gut wie möglich zu verhindern", so Bundeskanzler Sebastian Kurz, Landeshauptmann Günther Platter und Gesundheitsminister Rudolf Anschober.

Deshalb haben sich Bund und Land Tirol heute darauf verständigt, dass zu den bereits vom Land Tirol gesetzten Maßnahmen ab Freitag eine Testverpflichtung notwendig ist (durch Verordnung des Gesundheitsministers).

  • Jeder, der das Land Tirol verlassen möchte, hat einen negativen Test (PCR- oder Antigen-Test) vorzuweisen, der nicht älter als 48 Stunden ist (ausgenommen sind Kinder unter 10 Jahren).
  • Nachdem es bisher noch keine bestätigten Fälle in Osttirol gibt, ist dieses Gebiet ausgenommen.
  • Die Maßnahme gilt ab Freitag für 10 Tage.

Die Lage in Tirol wird weiterhin täglich evaluiert. Ziel aller ist es, die Ausbreitung der Südafrika-Variante so weit wie möglich zu verzögern und wenn möglich ganz zu stoppen.

Bundeskanzler Sebastian Kurz:

"Tirol liegt in der 7-Tage-Inzidenz unter dem Österreichschnitt. Aber der Ausbruch der südafrikanischen Variante in Tirol ist der derzeit größte bekannte in der Europäischen Union und dementsprechend muss er auch bekämpft werden. Die gemeinsam getroffenen Maßnahmen dienen dem Schutz der Tirolerinnen und Tiroler sowie der Verhinderung einer weiteren Ausbreitung dieser gefährlichen Mutation", so der Bundeskanzler.

Landeshauptmann Günther Platter:

"Unser Hauptaugenmerk als Tiroler Landesregierung gilt der wirksamen Bekämpfung dieser Pandemie und ihrer Mutationsvarianten. Wir zählen aktuell zu den Bundesländern mit den geringsten Neuinfektionen. Dennoch ist die südafrikanische Virusmutation absolut ernst zu nehmen. Aus diesem Grund setzen wir in Tirol ein 9-Punkte-Programm um, damit sich die südafrikanische Mutation nicht weiterverbreitet und wir die Tirolerinnen und Tiroler schützen können. Es ist wichtig, dass sich so viele Bürgerinnen und Bürger wie möglich regelmäßig testen lassen. Ganz besonders gilt das für den Bezirk Schwaz, wo die südafrikanische Virusmutation am stärksten verbreitet ist. Daher wurde mit den Gemeinden des Bezirks und der Bezirkshauptmannschaft vereinbart, bereits mit dem morgigen Tag ein engmaschiges und erweitertes Testangebot für PCR-Testungen zur Verfügung zu stellen. Insbesondere an die Bürgerinnen und Bürger im Bezirk Schwaz appelliere ich eindringlich, regelmäßige Tests als persönliche Verpflichtung zu sehen. Nur so lässt sich die südafrikanische Virusmutation und deren Verbreitung verhindern."

Gesundheitsminister Rudolf Anschober:

"Die Lage ist ernst: Je größer der Anteil der Mutationen am Infektionsgeschehen ist, desto stärker ist die Auswirkung auf die Reproduktionszahl und damit auf die Entwicklung der Fallzahlen. Setzt sich die südafrikanische Mutation durch, dann könnte das fatal für die Sicherheit des Impfschutzes werden. Daher haben wir uns gemeinsam für diese weitreichenden Maßnahmen entschieden, um den Gesundheitsschutz der Bevölkerung sicherzustellen und die weitere Ausbreitung der Virusmutation zu verhindern. Es braucht die Zusammenarbeit von Tirol und der Bundesregierung, um ein wirksames Sicherheitsnetzwerk gegen die Ausbreitung der gefährlichen Virusmutation zu erreichen."