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Integrationsministerin Raab: "Null Toleranz bei Gewalt gegen Frauen"

Integrationstour "Fördern und Fordern 2020" von Integrationsministerin Susanne Raab in Graz – österreichweit bis zu 5.000 Frauen und Mädchen von Zwangsehe betroffen

Susanne Raab, Bundesministerin für Frauen und Integration im Bundeskanzleramt, hat am Dienstag ihre Integrationstour "Fördern und Fordern 2020" durch Österreich fortgesetzt. Bei einem Workshop des Projekts "HEROES" in einer Neuen Mittelschule in Graz tauschte sich die Ministerin intensiv mit Schülerinnen und Schülern über kulturell bedingte Unterdrückung und Zwang aus. "Für mich gilt bei jeglicher Art von Gewalt gegen Frauen null Toleranz. Auch in Österreich sind Mädchen und Frauen vielen Facetten von kulturell bedingter Gewalt ausgesetzt", betonte Raab.

5.000 Frauen und Mädchen von Zwangsehe betroffen oder bedroht

"Rund 5.000 Frauen und Mädchen sind von Zwangsehe betroffen oder bedroht, 6.000 bis 8.000 Mädchen und Frauen von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen. Es gibt aber auch subtilere Formen der Diskriminierung: Etwa, wenn Mädchen nicht selbst entscheiden dürfen, mit wem sie befreundet sind, wie sie ihre Freizeit gestalten oder wenn sie ihre Brüder fragen müssen, ob sie überhaupt einen eigenen Facebook-Account erstellen dürfen", erklärte Raab am Rande des Termins.

Genau hier setzt das vom Bundeskanzleramt geförderte Projekt "HEROES" der Caritas Steiermark an. Junge Männer zwischen 16 und 19 Jahren aus sogenannten ehrkulturellen Milieus werden zu "Peers" ausgebildet und halten in der Folge Workshops für Jugendliche in Schulen ab. Dort setzen sie sich für ein gleichberechtigtes Zusammenleben der Geschlechter ein und wollen durch intensive Auseinandersetzung mit veralteten Mustern patriarchale Rollenbilder aufbrechen. 

Emina Saric, Leiterin des Projekts "HEROES": "Frauen werden in patriarchal geprägten Kulturen nicht als gleichwertig betrachtet, sondern als Eigentum des Mannes. Diese archaischen Vorstellungen werden im Familienverband selten hinterfragt. Hier setzen wir mit HEROES an: In unseren Seminaren vermitteln wir Jugendlichen klar, dass Gewalt gegen Frauen und Mädchen unter keinen Umständen in Ordnung ist und weder religiös noch kulturell zu rechtfertigen ist. Viele lernen bei uns zum ersten Mal Handlungsalternativen kennen."

Mehr finanzielle Unterstützung im Kampf gegen kulturell bedingte Gewalt

Projekte wie HEROES, die bereits bei Jugendlichen ansetzen, seien besonders wichtig, um patriarchale Geschlechterverhältnisse zu überwinden, sagt Integrationsministerin Raab: "Daher freue ich mich, dass wir als Bundesregierung 2 Millionen Euro im Integrationsbereich zur Verfügung stellen, und zwar schwerpunktmäßig für Projekte, die sich dem Kampf gegen kulturell bedingte Gewalt widmen." Bis 8. Mai können beim Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) entsprechende Projektanträge eingereicht werden.

Bilder von diesem Termin sind über das Fotoservice des Bundeskanzleramts kostenfrei abrufbar.