EU-Kommission präsentiert interaktiven Atlas zum demografischen Wandel in der EU

Der EU-Atlas zur Demografie bietet Nutzerinnen und Nutzern umfassende demografische Daten von europäischer bis lokaler Ebene. Das interaktive Tool hilft, den demografischen Wandel und seine Herausforderungen besser zu verstehen.

Children and grandparents

Die Auswirkungen des demografischen Wandels sind weitreichend und betreffen alle EU-Bürgerinnen und -Bürger. Daher hat die Europäische Kommission gemeinsam mit der Forschungsstelle "Joint Research Center" (JCR) am 29. April 2021 einen digitalen EU-Atlas zur Demografie entwickelt, der einen schnellen und einfachen Zugang zu umfassenden demografischen Daten auf europäischer, nationaler, regionaler und lokaler Ebene bietet. Die hochauflösenden Darstellungen von demografischen Trends, Statistiken, Prognosen und Beiträgen sollen helfen, den demografischen Wandel und seine Dynamiken besser zu verstehen.

Durch seine Interaktivität kann der Atlas an verschiedene Bedürfnisse angepasst werden und bietet den Nutzerinnen und Nutzern die Möglichkeit, auf unterschiedliche Politikbereiche zuzugreifen sowie demografische Herausforderungen zu beobachten und zu überwachen. Die neu erworbenen Kenntnisse sollen dazu beitragen, den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger näher zu kommen und die Entwicklung und Umsetzung von Politiken zu unterstützen.

Dies unterstrich bei der Präsentation des neuen Tools auch die Vizepräsidentin und Zuständige für Demokratie und Demografie in der EU-Kommission, Dubravka Šuica: "Der Atlas zur Demografie wird unser Verständnis dafür verbessern, wie sich der demografische Wandel vollzieht. Dieses innovative Tool wird uns dabei helfen sicherzustellen, dass die EU-Politik besser auf die Bedürfnisse unserer Bürgerinnen und Bürger abgestimmt ist, um dafür zu sorgen, dass sich niemand zurückgelassen fühlt. Dieser Atlas wird jede unserer Initiativen mit aktuellen, belastbaren und vergleichbaren demografischen Daten unterstützen."

Der digitale Atlas zur Demografie ist online frei zugänglich und soll in Zukunft laufend weiterentwickelt werden.

Hintergrund

Der demografische Wandel prägt die Zukunft Europas nachhaltig und sorgt für eine weitreichende Veränderung der Bevölkerungszusammensetzung. Besonders die Faktoren Geburten- und Sterbefallentwicklung, Mobilität und Migration sowie das Verhältnis von Geschlechtern beeinflussen den demografischen Wandel.

In Europa machen sich die Auswirkungen des demografischen Wandels vor allem am rückläufigen Anteil der Personen im erwerbsfähigen Alter bemerkbar. So erreichten zwischen 2015 und 2019 22,9 Millionen junge Europäerinnen und Europäer das erwerbsfähige Alter und 26,6 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer traten im selben Zeitraum in den Ruhestand. Die dadurch resultierende Lücke von 3,8 Millionen Beschäftigten bestätigt den demografischen Trend einer immer älteren Gesellschaft und eines Bevölkerungsrückgangs. Eine weitere Folge dieser Verschiebung und der gleichzeitig steigenden Lebenserwartung ist die langfristige Zunahme pflegebedürftiger Menschen. So werden in der EU im Jahr 2030 bereits 23,6 Millionen und im Jahr 2050 30,5 Millionen Menschen pflegebezogene Hilfe in Anspruch nehmen müssen. Um den Herausforderungen der alternden Gesellschaft entgegenzutreten, bedarf es einer stetigen Anpassung der europäischen Gesundheits- und Fürsorgesysteme und der Finanzierung der steigenden alterungsbedingten öffentlichen Ausgaben.

Neben dem ökologischen und digitalen Wandel ist die demografische Entwicklung in der EU eine der zentralen Herausforderungen der kommenden Jahre. Daher muss schon früh und im gemeinsamen Interesse an entsprechenden politischen Maßnahmen gearbeitet werden, um demografischen Trends entgegenzuwirken und eine nachhaltige und gerechte Union zu gewährleisten.

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