April des Jahres 1945

Die Wiedergeburt eines Staates: die Proklamation der Unabhängigkeit

Das Ende des Terrors: die Befreiung des KZ Mauthausen
- Foto: Archiv der Dombauhütte St. Stephan, Österreichisches Staatsarchiv / Bibliothek

Bereits unmittelbar nach der Eroberung Wiens durch die sowjetischen Truppen konstituierten sich Mitte April 1945 die drei Parteien SPÖ, ÖVP und KPÖ. Unter der Federführung des von den Sowjets dazu legitimierten Karl Renner – er war bereits am Beginn der Ersten Republik Staatskanzler gewesen – begannen Verhandlungen zur Bildung einer provisorischen Staatsregierung.

Am 27. April 1945 proklamierten die drei Parteien in der Unabhängigkeitserklärung die Wiederherstellung der demokratischen Republik Österreich im Geiste der Verfassung von 1920. Die Unabhängigkeitserklärung war eine Absage an Nationalsozialismus und Diktatur zu einem Zeitpunkt, als die Front des Zweiten Weltkriegs quer durch Österreich verlief und ein Teil des Landes noch unter der Herrschaft des NS-Regimes stand.

Angelehnt an die entsprechenden Formulierungen der Moskauer Deklaration ging die Unabhängigkeitserklärung vom Opferstatus Österreichs aus, selbstkritische Fragen nach einer Mitverantwortung fanden damals noch keinen Platz