Europäische Kommission veröffentlicht Erasmus+-Jahresbericht 2020

Interesse an Erasmus+ trotz Covid-19-Pandemie weiterhin groß – Allein 2020 fast 640.000 Lehrerfahrungen im Ausland – Über 20.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Österreich – Pandemiebedingtes Umstellen auf Online-Lehrangebote im Mittelpunkt

Erasmus Studenten in der Freien Universität Berlin

Die Europäische Kommission hat am 16. Dezember 2021 ihren Jahresbericht zum EU-Bildungsprogramm Erasmus+ für das Jahr 2020 vorgelegt. Demnach hat Erasmus+ trotz der anhaltenden Covid-19-Pandemie fast 640.000 Lernerfahrungen im Ausland unterstützt und insgesamt 20.400 Projekte sowie 126.900 Organisationen finanziert. In Österreich profitierten im Jahr 2020 20.682 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in 437 österreichischen Projekten von den Angeboten des Erasmus+-Programms in den Bereichen Hochschul-, Berufs-, Schul-, Erwachsenenbildung und Jugend mit einem Gesamtzuschussbetrag der EU in Höhe von 37,49 Millionen Euro. Das Gesamtbudget von Erasmus+ belief sich 2020 auf 3,78 Milliarden Euro (und damit auf ein um 506 Millionen Euro höheres Budget als 2019, was einen Anstieg um 15 Prozent entspricht). Der Jahresbericht 2020 verdeutlicht auch die Bedeutung von digitalen Lösungen für das Lernen, wie durch das pandemiebedingte großflächige Umstellen auf Online-Lehrangebote ersichtlich wurde. Allein 200 Millionen Euro wurden von der EU im Jahr 2020 speziell für den digitalen Wandel bereitgestellt.  

Kommissions-Vizepräsident Schinas: "Erasmus+ nach wie vor eines unserer Aushängeschilder" 

Der für die Förderung unserer europäischen Lebensweise zuständige Vizepräsident der Europäischen Kommission, Margaritis Schinas, erklärte dazu: "Dieser Bericht verdeutlicht die Kraft und die Qualität unseres Vorzeigeprogramms Erasmus+. Auch wenn es coronabedingt weniger Auslandsaufenthalte gab, ist Erasmus+ nach wie vor eines unserer Aushängeschilder. 2020 war Erasmus+ inklusiver als bisher, da mehr Menschen aus benachteiligten Verhältnissen gefördert wurden."

Die Jugend- und -Bildungskommissarin, Mariya Gabriel, ergänzte: "Nach den Erfolgen von 2020 konnte Erasmus+ 2021 auf den Errungenschaften, den Netzwerken und der Popularität der Vorjahre aufbauen. Erasmus+ ist gelebtes Miteinander in Europa: von der Grundschule bis hin zum lebenslangen Lernen für Erwachsene. Nicht zu vergessen der Sport – es ist für alle etwas dabei."

Die wichtigsten Punkte des Erasmus+-Jahresberichts 2020 im Überblick:  

  • Hochschulbildung: über 323.000 Studien- und Praktikumsplätze für Studierende sowie 44.000 Studien-, Praktikums- oder Lehraufenthalte für Lehrkräfte im Ausland;
  • Berufliche Aus- und Weiterbildung: mehr als 185.600 Mobilitätsmaßnahmen für Lernende und Lehrkräfte;
  • Jugend: Fast 180.000 junge Menschen sowie Jugendarbeiterinnen und -arbeiter wurden im Rahmen eines Jugendaustauschs oder in Form von Angeboten für Jugendbetreuer gefördert.
  • Sport: Die Europäische Woche des Sports erreichte eine Rekordzahl von mehr als 15,6 Millionen europäischen Teilnehmenden bei 32.600 Veranstaltungen. 

Insgesamt nahmen im Jahr 2020 34 Länder am Erasmus+-Programm teil; neben den 27 EU-Mitgliedstaaten waren dies das Vereinigte Königreich, Island, Liechtenstein, Norwegen, Nordmazedonien, Serbien und die Türkei. Der Schwerpunkt der Erasmus+-Aktivitäten lag auf dem Westbalkan, den Ländern der östlichen und südlichen Nachbarschaft und Afrika; dies entsprach den allgemeinen geopolitischen Prioritäten der Europäischen Kommission. Zu den beliebtesten Eramsus+-Empfängerländern zählen im EU-Vergleich Spanien, Frankreich, Italien, Deutschland und die Niederlande. Bei österreichischen Teilnehmerinnen und Teilnehmern waren Deutschland gefolgt von Spanien und Frankreich die beliebtesten Ziele für einen Auslandsaufenthalt. Des Weiteren sind im Jahr 2020 die Allianzen der Europäischen Hochschulen weiter angewachsen: Sie umfassen nun 280 Hochschuleinrichtungen in ganz Europa, die als transnationale Allianzen zu mehr Qualität und Attraktivität in der europäischen Hochschulbildung sowie zu einer engeren Zusammenarbeit beitragen sollen.

Hintergrund: Erasmus+

Erasmus+ stärkt die Bildungs- und Jugendsysteme in der EU und verbessert die Beschäftigungsfähigkeit durch Mittel für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport. Zwischen 2014 und 2020 hat Erasmus+ 3,7 Prozent der jungen Menschen in der EU die Möglichkeit gegeben, im Ausland zu studieren, eine Ausbildung zu absolvieren, Freiwilligenarbeit zu leisten oder Berufserfahrung zu sammeln. Die Nationalen Agenturen sind für die Verwaltung der meisten Teile des Programms in jedem Land zuständig. Seit der Einführung des Programms im Jahr 1987 wurden insgesamt 11,7 Millionen Teilnehmende durch Erasmus+ gefördert.

Weitere Informationen