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Monitoring der Fortschritte der Umsetzung der Agenda 2030

Nationale Indikatoren für die Umsetzung der Agenda 2030

Die Statistik Austria hat ein erstes österreichspezifisches Indikatorenset auf Basis des internationalen Indikatorensets der Vereinten Nationen (UN) und der etablierten statistischen Publikation "Wie geht’s Österreich?" erarbeitet. Neben einer allgemeinen statistischen Aufbereitung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung im Rahmen des Sonderkapitels zur etablierten Publikation "Wie geht’s Österreich?", ist seit Dezember 2017 eine erste Fassung der nationalen Indikatoren auf der Webseite der Statistik Austria unter dem Themenschwerpunkt "Agenda 2030 - Sustainable Development Goals" abrufbar.

Die Darstellung der Indikatoren orientiert sich nach Targets und folgt den Vorgaben der Vereinten Nationen und des Europäischen Statistischen Systems. Für knapp die Hälfte des globalen Indikatorensets der Vereinten Nationen stehen derzeit nationale Daten von Statistik Austria oder von externen Datenlieferanten zur Verfügung. 34 Prozent wurden für Österreich entweder als "nicht relevant" oder "keine statistischen Daten im engeren Sinn" eingestuft. Lediglich für 19 Prozent der SDG-Indikatoren sind keine Daten verfügbar.

Beschreibung der Grafik im Fließtext © Statistik Austria

Das Indikatorenset soll laufend erweitert und überarbeitet werden. Einerseits sind Indikatoren in Entwicklung, andererseits können auch weitere Indikatoren einfließen, welche bisher nicht berücksichtigt wurden. Zudem wird zukünftig eine Disaggregation der Daten (zum Beispiel nach Geschlecht) vorgenommen werden.

Wie werden die Fortschritte gemessen?

Zur Festlegung der Indikatoren auf internationaler Ebene wurde im Jahr 2015 eine "Inter-Agency and Expert Group on SDG Indicators" (IAEG-SDGs) im Rahmen der Statistikkommission der Vereinten Nationen ins Leben gerufen.

Von der IAEG-SDGs wurde ein globales Indikatorenrahmenwerk von derzeit 230 Indikatoren erarbeitet. Die Veröffentlichung der Messdaten erfolgt in einem jährlich von den Vereinten Nationen publizierten "Sustainable Development Goals Report". Durch diese Indikatoren soll es möglich sein festzustellen, ob die beabsichtigten Verbesserungen tatsächlich eintreten, beziehungsweise wo möglicherweise noch größere Anstrengungen erforderlich sind. Auch dieses globale Indikatorenset soll von der IAEG-SDGs laufend erweitert werden, da noch diverse methodische und datentechnische Fragen zu klären sind.

Auf EU-Ebene ist eine Orientierung an den 17 Zielen (nicht an den 169 Targets) vorgesehen, wobei ein Fokus auf europäische Rahmenbedingungen (unter anderem aufgrund der vielen bestehenden Zielsetzungen auf der EU-Ebene) gelegt wird. Hierzu hat Eurostat ein Online-Tool für das Aufzeichnen und die Darstellung der quantitativen Fortschritte in der Agenda-2030-Umsetzung entwickelt und im November 2017 den statistischen Bericht "Sustainable Development in the European Union - Monitoring Report on Progress towards the SDGs in an EU context" veröffentlicht.

Weitere rezente Publikationen zum Monitoring der SDGs

Das Monitoring der SDGs stellt eine große Herausforderung dar. Neben der Statistik Austria, Eurostat und anderen staatlichen und internationalen statistischen Komitees beschäftigen sich auch zahlreiche Nichtregierungsorganisationen und die Wissenschaft damit, wie ein aussagekräftiges SDG-Monitoring gestaltet werden kann. 

  • Der im Juli 2017 veröffentlichte SDG-Index 2017 der Bertelsmann Stiftung und des Sustainable Development Solutions Network (SDSN) zeigt, wo Länder bei der Umsetzung stehen. Im SDG-Index befindet sich Österreich an 7. Stelle von 157 angeführten Ländern.
  • Wie sich die SDGs konkret auswirken untersucht unter anderem auch UNICEF (Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen), die sich in ihrem Bericht "Building the Future: Children and the Sustainable Development Goals in Rich Countries" (Juni 2017) mit der Lage von Kindern in Industrieländern in Bezug auf die SDGs beschäftigt. Der Bericht zeigt, dass selbst in Ländern mit hohem Einkommen Fortschritt nicht automatisch allen Kindern zugutekommt. Der Bericht reiht die Länder nach ihrem Abschneiden bei den Zielen, die für das Wohlergehen von Kindern am relevantesten sind. Österreich liegt im Ländervergleich auf Platz 15. 

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