Tätigkeitbereich Maßnahmen gegen Segregation
Gelungene Integration bedeutet mehr als Spracherwerb und Erwerbstätigkeit. Sie zeigt sich in der aktiven Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, der Übernahme von Verantwortung für das gemeinschaftliche Zusammenleben und der Identifikation mit den demokratischen Grundwerten der österreichischen Bundesverfassung. Segregation hingegen, verstanden als räumliche oder soziale Absonderung bestimmter Bevölkerungsgruppen, ist integrationshemmend, schürt gesellschaftliche Spannungen und bildet einen Nährboden für extremistische Einstellungen.
Gefördert werden daher Maßnahmen, die Segregationstendenzen aktiv entgegenwirken: niederschwellige Begegnungs- und Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund, aufsuchende Integrationsarbeit im Wohnumfeld, Gemeinwesenarbeit sowie die Einbindung von Personen mit Migrationshintergrund in Ehrenamt und Vereinstätigkeit. Lokale Initiativen, die das gegenseitige Verständnis zwischen Zugewanderten und der ansässigen Bevölkerung stärken und demokratische Werte erlebbar machen, bilden dabei einen besonderen Schwerpunkt.
Projektbeispiele
"Crosstalk"
"Crosstalk" des Österreichischen Roten Kreuzes ermöglicht Gespräche über kulturelle Grenzen hinweg und stellt das Verbindende vor das Trennende. Begegnungen zwischen Asyl- und subsidiär Schutzberechtigten, Vertriebenen, Drittstaatsangehörigen und Angehörigen der österreichischen Mehrheitsgesellschaft werden initiiert und begleitet. Angeboten werden mehrere Talkformate (Welcome Talks, Community Talks, Smart Talks, gemischte Talks). Bei Bedarf werden Themenschwerpunkte gesetzt wie etwa Frauenbilder oder niederschwellige Gesundheitsinformationen, die jeweils in den interkulturellen Kontext gesetzt werden. Im Mittelpunkt steht jedoch immer der interkulturelle Dialog. Crosstalk bietet darüber hinaus Angehörigen der AMIF-Zielgruppe die Möglichkeit, als Integrationsbotschafter regelmäßig am Projekt teilzunehmen und sich auf diese Weise freiwillig zu engagieren. Diese fungieren dabei als "role model" für eine gelungene Integration.
"Wohnen im Dialog"
Das Projekt "Wohnen im Dialog" der Volkshilfe ist seit 2012 in sozial benachteiligten Wohngebieten in Oberösterreich aktiv. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehen direkt in die Siedlungen, sprechen Menschen an und helfen dabei, Nachbarschaftskonflikte zu lösen, etwa durch Gespräche, Mediation oder in Zusammenarbeit mit der Polizei.
Neben der Konfliktlösung organisiert WiD gemeinsame Aktivitäten wie Siedlungsfeste, interkulturelle Workshops oder Gemeinschaftsgärten, die Begegnung ermöglichen und das nachbarschaftliche Miteinander stärken. Mit dem "Nachbarschafts-Mobil", einem ausgebauten Bus, ist das Team auch mobil in ganz Oberösterreich unterwegs. WiD fungiert dabei als Vermittler zwischen Bewohnerinnen und Bewohnern, Gemeinden und Behörden und unterstützt Menschen dabei, ihr Wohnumfeld selbst aktiv mitzugestalten.
Dokumente
- Maßnahmen gegen Segregation 2026 (PDF, 170 KB)
- Deutschpaket 2025_V1 (PDF, 148 KB)
- Deutschpaket 2024_V2 (PDF, 175 KB)