Bundesministerin Raab: Sektenstelle ortet weiterhin Gefahr durch Verschwörungstheorien

Bundesstelle für Sektenfragen präsentiert Tätigkeitsbericht für 2020 – Verschwörungstheorien als bestimmendes Thema

Im heutigen Ministerrat legt Kanzleramtsministerin Susanne Raab den Tätigkeitsbericht der Bundesstelle für Sektenfragen für das Jahr 2020 vor. Im Jahr 2020 fanden insgesamt 4.241 fachspezifische Kontakte (Information und Beratung) mit 1.637 Personen statt. Mit rund 65 Prozent fanden knapp zwei Drittel dieser Kontakte schriftlich statt, etwas mehr als ein Drittel telefonisch oder online. Nicht zuletzt aufgrund der Pandemie und der damit verbundenen Regelungen fanden nur knapp 2 Prozent der Kontakte in persönlichen Gesprächen statt.

"Einen besonderen inhaltlichen Schwerpunkt hat im vergangenen Jahr natürlich die Corona-Pandemie eingenommen. In Zusammenhang damit wurde jedoch auch eine deutliche Zunahme an Fragen rund um das Thema Verschwörungstheorien verzeichnet", sagt Bundesministerin Raab. "Hierzu durfte ich bereits im Frühjahr dieses Jahres einen Sonderbericht der Sektenstelle präsentieren, der sich diesem hochaktuellen Thema widmet und in dem die Erfahrungen der Bundesstelle im Umgang mit Anhängern von Verschwörungstheorien und deren Umfeld dargestellt sind."

Raab: "Verschwörungstheorien sind Gefahr für die Demokratie"

Mit dem Coronavirus zusammenhängende Verschwörungstheorien waren somit ein zentrales Thema der Informations- und Beratungsarbeit der Sektenstelle im Jahr 2020, wie im Bericht herausgearbeitet wird: Bereits ab dem ersten Lockdown im Frühjahr vergangenen Jahres wurden sowohl die Maßnahmen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie stark kritisiert als auch zunehmend Fehlinformationen, Fake News und Verschwörungstheorien insbesondere über Social Media verbreitet, was laut Sektenstelle rasch zu Konflikten in Familien, im Freundeskreis sowie dem beruflichen Umfeld geführt habe. "Dass Menschen an Verschwörungstheorien glauben, ist kein neues Phänomen, aber gerade im vergangenen Jahr ist vieles durch die notwendigen Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie sowie die Demonstrationen von Corona-Leugnern an die Oberfläche getreten", so Ministerin Raab.

Problematisch dabei sei, wenn sie in gewaltbereiten Handlungen münden, rechtsextreme und antisemitische Hassbotschaften verbreitet werden oder es im äußersten Fall zu Angriffen auf  Journalistinnen und Journalisten oder die Polizei kommt. "Die Gefahr von Verschwörungstheorien darf nicht unterschätzt werden: Es geht nicht um eine harmlose Spinnerei, sondern um eine brandgefährliche Gefahr für die Grundpfeiler unserer Demokratie", betont Raab.

Neben der Darstellung der breiten Palette an Fällen von Verschwörungstheorien, die an die Bundesstelle herangetragen wurden, findet sich im Bericht zudem ein Exkurs zu Staatsverweigerern.

Über die Bundesstelle für Sektenfragen

Im Rahmen ihres gesetzlichen Auftrags beschäftigt sich die Bundesstelle mit einer Vielzahl an Themen von Esoterik und Okkultismus über Satanismus, Wunderheilungen, fundamentalistischen Strömungen, Verschwörungstheorien und Angeboten zur Lebenshilfe bis hin zu religiösem Extremismus. Eine ihrer zentralen Aufgabe ist es, Gefährdungen, die von Sekten oder sektenähnlichen Aktivitäten ausgehen können, zu dokumentieren. So stellt sie etwa Informationen von Esoterikfragen über Verschwörungstheorien bis hin zu fundamentalistischen Strömungen zur Verfügung und bietet Beratung sowohl für Privatpersonen als auch für öffentliche und private Einrichtungen.

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