Bundeskanzler Kurz: Unabhängigkeit bei der Produktion von Impfungen vorantreiben

Treffen mit Vertreterinnen und Vertretern der Pharmaindustrie und Wissenschaft – Österreich setzt auf Kooperationen mit Dänemark und Israel

"Wir haben alle zu Recht die Hoffnung, dass wir im Sommer wieder in Richtung Normalität zurückkehren können. Dann sind immer mehr Menschen geimpft und wir können Risikogruppen immer besser schützen. Aber das Virus wird nicht verschwinden, sondern ganz im Gegenteil, es wird sich verändern. Es wird mutieren und es wird uns noch jahrelang begleiten. Darum ist es wichtig, dass wir auch auf die Phase nach dem Sommer vorbereitet sind", hielt Bundeskanzler Sebastian Kurz bei einem Gespräch mit Vertreterinnen und Vertretern österreichischer Pharmaunternehmen sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zum Thema Impfstoff-Forschung und Produktion im Bundeskanzleramt fest. Dieses Treffen fand im Vorfeld einer Reise nach Israel statt, wo der Kanzler gemeinsam mit der dänischen Premierministerin Mette Frederiksen mit dem israelischen Premier Benjamin Netanyahu zusammentrifft. Im Mittelpunkt der Gespräche wird eine Kooperation bei der Erforschung und Herstellung von Vakzinen stehen.

Ressourcen und Kräfte bündeln: Österreich setzt auf Kooperationen mit Dänemark und Israel

Führende Wissenschaftler würden davon ausgehen, dass Österreich in den nächsten Jahren an die 30 Millionen Impfungen benötigen werde. "Wir müssen uns auf weitere Mutationen vorbereiten und sollten bei der Produktion von Impfungen der zweiten Generation nicht mehr nur von der EU abhängig sein", hielt der Regierungschef fest. Daher setze Österreich hier ganz bewusst auf Kooperationen, um Kräfte zu bündeln: einerseits in der Forschung und zum anderen in der Produktion. "Wir wollen unser Know-how, unsere Ressourcen mit Israel, Dänemark und wahrscheinlich auch noch mit anderen Ländern, die mitmachen wollen, bündeln, um hier besser gerüstet zu sein für die nächsten Jahre ab dem Herbst und gut vorbereitet zu sein für die Impfung zweiter, dritter, vierter Generation. Denn aller Voraussicht nach wird das auf uns zukommen."

Produktionsstätten in Österreich für die Zukunft aufbauen

Es gebe derzeit schon eine Produktionsstätte von BioNTech/Pfizer in Österreich und auch andere führende Pharma-Unternehmen könnten hier einen wesentlichen Beitrag leisten. Mit diesen Unternehmen müsse man einen Prozess definieren und gemeinsam arbeiten. Weiters sei es immer gut, Forschung und Kräfte zu bündeln. Israel sei – ebenso wie zahlreiche österreichische Forscher, die hier einen wesentlichen Beitrag leisten können – auf einem sehr guten Weg.

"Wir starten Gott sei Dank nicht bei Null. Es ist aber damit zu rechnen, dass die Pharmakonzerne und die Forschung immer eine gewisse Zeit brauchen, um ihre Impfungen zu adaptieren und an neue Mutationen anzupassen. Das dauert ein Stück weit und danach muss wieder produziert werden. Je schneller diese beiden Prozesse ablaufen und je autonomer wir sind, desto eher sind wir dafür gerüstet, mit Mutationen umzugehen, gegen die vielleicht in Zukunft herkömmliche Impfungen nicht wirken. Derzeit stellt sich die Frage noch nicht, aber der Herbst kommt schneller als man denkt", so der Bundeskanzler abschließend.

Bilder von diesem Termin sind über das Fotoservice des Bundeskanzleramts kostenfrei abrufbar.