Familienbeihilfe für aus der Ukraine Vertriebene

Personen, denen aufgrund der Vertriebenen-VO gemäß § 62 Abs. 1 Asylgesetz 2005 ein vorübergehendes Aufenthaltsrecht zukommt, haben seit dem Inkrafttreten der Novelle des Familienlastenausgleichsgesetzes 1967 (BGBl. 135/2022) Anspruch für ihre Kinder, denen ebenfalls dieses Aufenthaltsrecht zuerkannt wurde. Vertriebene begründen keinen Lebensmittelpunkt in Österreich, weshalb für die Dauer des Aufenthaltes in Österreich eine Fiktion des Lebensmittelpunktes für die Erfüllung dieser Familienbeihilfe-Anspruchsvoraussetzung geschaffen wurde.

Der Familienbeihilfenanspruch für aus der Ukraine vertriebene Personen besteht frühestens ab März 2022 und endet mit dem Tag der Beendigung des vorübergehenden Aufenthaltsrechts, spätestens jedoch im März 2024.

Haben aus der Ukraine Vertriebene einen Anspruch auf Familienbeihilfe?

Ja, seit dem Inkrafttreten der Novelle des Familienlastenausgleichsgesetzes 1967 (BGBl. 135/2022).
Wie erfolgt die Antragstellung?

Die Antragstellung auf die Gewährung der Familienbeihilfe beim Finanzamt Österreich seitens aus der Ukraine vertriebenen Personen erfolgt in gleicher Weise wie bei anderen Anspruchsberechtigten.

Für die Antragstellung bitten wir Sie das Antragsformular Beih100 zu verwenden. Alternativ ist auch jederzeit eine elektronische Beantragung via FinanzOnline möglich. Eine Antragstellung via E-Mail ist nicht möglich.

Wie gebe ich am Antragsformular meinen Vertriebenenstatus an?

Bitte wählen Sie am Antragsformular die Kategorie "gültiger Aufenthaltstitel".

Für welchen Zeitraum kann ich die Familienbeihilfe beantragen?

Die Familienbeihilfe für Vertriebene kann ab der Ankunft im Bundesgebiet, frühestens ab dem Monat März 2022 beantragt werden. Der Anspruch gilt maximal bis zur Beendigung des Vertriebenen-Status.

Vorerst werden aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen (Vertriebenen-VO sowie EU-Massenzustroms-Richtlinie) die Familienbeihilfenfälle von Vertriebenen bis maximal März 2023 befristet.

Welche Unterlagen muss ich dem Antrag beifügen?

Grundsätzlich wird empfohlen, Unterlagen (wenn vorhanden) wie die Geburtsurkunden der Kinder zur Klarstellung der Verwandtschaftsverhältnisse sowie Ausbildungsnachweise für volljährige Kinder beizufügen.

Ich habe bereits einen Antrag auf Familienbeihilfe gestellt. Wird mein vor der Gesetzesänderung eingelangter Antrag bearbeitet?

Bereits vor der Gesetzwerdung eingelangte Anträge werden vom Finanzamt Österreich unter Heranziehung der neuen Rechtslage bearbeitet.

Ich habe bereits einen rechtskräftigen Abweisungsbescheid für die Familienbeihilfe vom Finanzamt Österreich erhalten. Kann ich die Familienbeihilfe erneut beantragen?

Nachdem nun der Gesetzgeber eine gesetzliche Grundlage für den Bezug von Familienbeihilfe für Vertriebene beschlossen hat, können Sie erneut die Familienbeihilfe beantragen. Der Abweisungsbescheid wird durch die neue Rechtslage überlagert.

Erhalte ich eine Information sobald mein Antrag erledigt wurde?

Ja, Sie erhalten nach der Endbearbeitung ihres Antrages durch das Finanzamt Österreich eine Mitteilung über den Bezug der Familienbeihilfe.

Was ist die Postanschrift des Finanzamtes Österreich?

Wir bitten Sie folgende Postanschrift für die Antragstellung zu verwenden:

Finanzamt Österreich
Postfach 260, 1000 Wien

Die Fachabteilung VI/1 des Bundeskanzleramtes ist für Angelegenheiten des Familienlastenausgleiches zuständig. Die Vollziehung des Familienlastenausgleichsgesetzes im Einzelfall (Antragstellung, Prüfung der Anspruchsvoraussetzungen, Entscheidung, Auszahlung, Durchführung von Datenänderungen) liegt jedoch im Zuständigkeitsbereich des Finanzamt Österreich.