Familienbeihilfe für aus der Ukraine Vertriebene
Das Aufenthaltsrecht für aus der Ukraine Vertriebene in Österreich besteht derzeit bis 4. März 2028.
Ab 1. Juli 2026 haben Ukraine Vertriebene (rückwirkend) Anspruch auf Familienbeihilfe, wenn sie
- die allgemeinen Anspruchsvoraussetzungen erfüllen und
- keine Leistungen aus der Grundversorgung beziehen (dazu gehören z.B. auch Sachleistungen wie eine Krankenversicherung).
Eine Ausnahme besteht für Eltern, die ein erheblich behindertes Kind im Haushalt betreuen oder für dieses überwiegend Unterhalt leisten.
Von 1. November 2025 bis 30. Juni 2026 bestand ein Anspruch auf Familienbeihilfe nur dann, wenn neben den allgemeinen Anspruchsvoraussetzungen auch ein zusätzliches Erfordernis erfüllt war. Der antragstellende Elternteil musste entweder
- einer Erwerbstätigkeit nachgehen oder
- beim Arbeitsmarktservice (AMS) als arbeitssuchend vorgemerkt sein.
Dieses Zusatzerfordernis musste von jenem Elternteil erfüllt werden, der den Antrag auf Familienbeihilfe stellte. Es reichte daher nicht aus, wenn ausschließlich der andere Elternteil erwerbstätig oder beim AMS vorgemerkt war.
Von diesem Zusatzerfordernis ausgenommen waren:
- Elternteile unter 18 Jahren,
- Elternteile ab Vollendung des 65. Lebensjahres,
- Elternteile, die ein erheblich behindertes Kind betreuen, sowie
- Personen, die sich aus besonders berücksichtigungswürdigen Gründen nicht beim AMS vormerken lassen konnten.
Bis 31. Oktober 2025 konnte die Familienbeihilfe bei Vorliegen der allgemeinen gesetzlichen Anspruchsvoraussetzungen bezogen werden.
Für die Bearbeitung von Anträgen auf Familienbeihilfe, die Prüfung der Anspruchsvoraussetzungen, Entscheidungen über den Anspruch, Auszahlungen sowie Änderungen bereits bestehender Ansprüche ist das Finanzamt Österreich zuständig.
Hinweis: Ukrainerinnen und Ukrainer, die einen Aufenthaltstitel "Rot-Weiß-Rot – Karte plus" haben, sind von den gesetzlichen Neuerungen nicht betroffen. Der Umstieg von der "Blauen Karte" (Ausweis für Vertriebene) auf die Rot-Weiß-Rot – Karte plus für Vertriebene aus der Ukraine ist seit dem 1. Oktober 2024 möglich und bietet eine langfristige Bleibeperspektive und unbeschränkten Arbeitsmarktzugang. Bei Nachweis dieses Aufenthaltstitels für Eltern und Kinder kann (bei Erfüllung aller anderen Anspruchsvoraussetzungen) auch über den 4. März 2028 hinaus ein Anspruch auf Familienbeihilfe begründet werden.