Bundeskanzler Stocker: Handelsbeziehungen mit China vertiefen
Arbeitsbesuch in der Volksrepublik China – 50 heimische Betriebe nehmen an Reise teil – Treffen mit Staatspräsident Xi Jinping und Premier Li Qiang
"Diese Reise nach China steht ganz im Zeichen der Wirtschaft. Es geht darum, Kooperationen zu vertiefen, die auf Vertrauen und Respekt aufgebaut sind. Denn ein offener Markt bedeutet, gegenseitig offen zu sein. Er bedeutet aber auch, dass faire Wettbewerbsbedingungen herrschen müssen", sagte Bundeskanzler Christian Stocker zum Auftakt seines mehrtägigen Arbeitsbesuchs in der Volksrepublik. Der Besuch des Kanzlers fällt in das 60-Jahr-Jubiläum der offiziellen gemeinsamen Wirtschaftsbeziehungen. Im Jahr 1966 wurde das erste österreichische Handelsbüro in Peking eröffnet.
Ungenutztes Exportpotenzial soll für österreichische Unternehmen erschlossen werden
Begleitet wird Stocker von rund 50 Vertreterinnen und Vertretern heimischer Unternehmen wie AVL List, Magna, Doppelmayr, voestalpine oder RHI Magnesita. Derzeit sind rund 650 österreichische Unternehmen mit etwa 900 Niederlassungen in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt vertreten. Wichtigste Exportgüter sind Maschinen, Apparate und mechanische Geräte. Durch die Reise sollen für österreichische Unternehmen in China auch neue Geschäftsfelder erschlossen werden. Das bisher ungenutzte Exportpotenzial nach China wird bis zum Jahr 2030 auf 5,4 Milliarden Euro geschätzt.
Beziehungen müssen "fair" und "auf Augenhöhe" stattfinden
Vordergründig gehe es darum, die bestehenden Handelsbeziehungen mit China zu vertiefen. Die Voraussetzung sei aber, dass die Bedingungen "fair" und die Beziehungen "auf Augenhöhe" stattfinden. Bei den Gesprächen werde man auch thematisieren, dass die Handelsbilanzen zwischen Österreich bzw. Europa und China "nicht in Balance" seien, so Stocker. Den Importen aus der Volksrepublik in Höhe von 17,5 Milliarden Euro standen im Vorjahr Exporte von lediglich 5 Milliarden Euro gegenüber. Auf europäischer Ebene beträgt das Warenhandelsdefizit über 1 Milliarde Euro pro Tag.
Zum Auftakt der mehrtägigen Chinareise besuchte der Bundeskanzler Shanghai und nimmt an der China International Import Expo teil. Am Freitag stehen in Peking politische Gespräche mit Staatspräsident Xi Jinping und Premierminister Li Qiang auf dem Programm. Geplant sind die Unterzeichnung von Absichtserklärungen etwa zur Beschleunigung von Verfahren für investierende Unternehmen.
"Ich möchte Türöffner für unsere österreichische Wirtschaft sein, wichtige Kooperationen zwischen unseren Ländern ausbauen und mich für faire Wettbewerbsbedingungen für die österreichischen Betriebe einsetzen", sagte Stocker zum Auftakt seiner Reise.
Bilder aus China sind über das Fotoservice des Bundeskanzleramts kostenfrei abrufbar.