Nobelpreisträger Geoffrey Hinton begrüßt Österreichs Vorstoß für KI-Zentrum in Wien

Bundeskanzler Stocker und Staatssekretär Pröll trafen KI-Pionier Hinton und OpenClaw-Entwickler Steinberger am Rande von TEDAI Vienna

Bundeskanzler Christian Stocker und Staatssekretär Alexander Pröll haben am Mittwochabend am Rande von TEDAI Vienna den Physik-Nobelpreisträger Geoffrey Hinton und den österreichischen Entwickler Peter Steinberger getroffen. Im Mittelpunkt stand Österreichs Vorschlag, ein Zentrum für die Zusammenarbeit im Bereich künstliche Intelligenz (KI) unter dem Dach der Vereinten Nationen in Wien zu verankern. Staatssekretär Pröll hatte die Initiative des Bundeskanzlers gestern beim "High-Level Virtual Meeting on the Control of Frontier AI Models" eingebracht, das auf Initiative der Regierungschefs von Finnland und Norwegen stattfand.

"AI is developing faster than our ability to control it. No single country or company can manage these risks alone, so I welcome every serious effort to build international cooperation on AI safety. Austria's initiative is an important contribution to that."
Geoffrey Hinton

Hinton gilt als einer der Wegbereiter der heutigen künstlichen Intelligenz. Für seine grundlegenden Arbeiten zu neuronalen Netzen erhielt er 2024 den Nobelpreis für Physik. Seit er 2023 Google verlassen hat, warnt er öffentlich vor den Risiken von KI und spricht sich für mehr Forschung zur Sicherheit von KI und für verbindliche Regeln aus.

Bundeskanzler Stocker: "Ein starkes Signal für Wien"

"Wenn einer der 'Väter' der modernen KI unsere Initiative begrüßt, ist das ein starkes Signal für Wien", sagte Bundeskanzler Christian Stocker. "Wir fürchten uns nicht vor künstlicher Intelligenz, sondern geben ihr einen Rahmen, der den Menschen Ängste nimmt und Sicherheit gibt. Geoffrey Hinton weiß wie kaum ein anderer, wie wichtig ein solcher Rahmen ist. Wien als UN-Amtssitz ist der richtige Ort, um ihn gemeinsam mit der Welt zu gestalten."

"Es freut mich, dass mit Peter Steinberger auch ein Österreicher am Tisch saß, dessen Arbeit international große Beachtung findet. Darauf können wir stolz sein", so Staatssekretär Alexander Pröll. "Wir wollen, dass gute KI-Ideen auch in Österreich entstehen und wachsen können. Daran arbeiten wir mit der KI-Strategie, deren Leitplanken wir am 19. November präsentieren. Das KI-Zentrum in Wien ist ein erster Baustein dieser Strategie."

Austausch über Talente und Innovation

Mit Peter Steinberger, der mit OpenClaw eines der weltweit bekanntesten Projekte für KI-Agenten geschaffen hat und heute bei OpenAI arbeitet, sprachen Stocker und Pröll auch darüber, wie Österreich internationale KI-Talente anziehen und halten kann und wie gute Regeln und Innovation zusammengehen. Steinberger steht beispielhaft dafür, was österreichische Talente weltweit erreichen können.

Wien als Ort für internationale KI-Zusammenarbeit

Wien ist neben New York, Genf und Nairobi einer der 4 Amtssitze der Vereinten Nationen und der einzige innerhalb der Europäischen Union. Mit der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) und der CTBTO-Vorbereitungskommission ist die Stadt bereits Sitz von Institutionen mit langjähriger Erfahrung im verantwortungsvollen Umgang mit komplexen Technologien. Nach diesem Vorbild könnte ein KI-Zentrum in Wien technische Expertise bereitstellen, etwa zur Bewertung von KI-Modellen, zu Standards und zu vertrauensbildenden Maßnahmen. Österreich wird in den kommenden Monaten Gespräche mit Partnern aus allen Regionen führen und die Initiative gemeinsam mit den zuständigen Einrichtungen der Vereinten Nationen weiterentwickeln.

Bilder von diesem Termin sind über das Fotoservice des Bundeskanzleramts kostenfrei abrufbar.