Gleichstellungsbericht 2025: Neu erschienener Bericht beleuchtet zentrale Entwicklungen in sieben Themenfeldern
Wie entwickelt sich die tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männern in Österreich? Der von der Wirkungscontrollingstelle des Bundes im Bundeskanzleramt veröffentlichte Bericht zur tatsächlichen Gleichstellung von Frauen und Männern im Rahmen der Wirkungsorientierung 2025 beleuchtet sieben Themencluster. Ausgewählte Metaindikatoren zeigen sowohl Fortschritte als auch weiterhin bestehende Herausforderungen – von Einkommensunterschieden über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bis hin zur politischen Teilhabe.
Arbeitsmarkt und Bildung: Einkommensunterschiede bleiben bestehen
2024 verdienten Frauen in Österreich pro Bruttostunde um 17,6 Prozent weniger als Männer. Trotz eines Rückgangs seit 2020 zählt Österreich weiterhin zu den EU-Staaten mit besonders großen Lohnunterschieden. Auch die Bildungs- und Studienwahl ist nach wie vor geschlechtsspezifisch geprägt. Der Dissimilaritätsindex lag 2024/25 bei 0,43 und damit auf einem ähnlichen Niveau wie 2018/19.
Entscheidungspositionen und -prozesse: mehr Frauen in Führungspositionen
Der Frauenanteil in leitenden Positionen stieg von 29,7 Prozent im Jahr 2015 auf 37,2 Prozent im Jahr 2025. Trotz dieser positiven Entwicklung bleiben Frauen in Führungsfunktionen unterrepräsentiert.
Infrastruktur und Umwelt: Klimaschutz geschlechtersensibel gestalten
Die Treibhausgasemissionen im Nicht-Emissionshandelsbereich sanken 2024 gegenüber dem Vorjahr um 3 Prozent auf rund 66,6 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalent. Unterschiede im Einkommen, Mobilitätsverhalten und bei der Betroffenheit von Klimafolgen zeigen, dass auch Klima- und Verkehrspolitik unterschiedliche Lebensrealitäten von Frauen und Männern berücksichtigen muss.
Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Teilzeit betrifft Frauen besonders stark
2025 arbeiteten 74 Prozent der Frauen mit Kindern unter 15 Jahren in Teilzeit, bei Männern waren es 8,6 Prozent. Mehr als 40 Prozent der teilzeitbeschäftigten Frauen nannten Betreuungsaufgaben als Hauptgrund – der höchste Anteil in der EU. Die Zahlen verdeutlichen die weiterhin ungleiche Verteilung unbezahlter Sorgearbeit.
Schutz vor Gewalt: Prävention bleibt zentral
2025 wurden in Österreich 14.101 Betretungs- und Annäherungsverbote ausgesprochen, um 3,3 Prozent weniger als 2024. Der Indikator bildet polizeiliche Schutzmaßnahmen bei erkannten Gefährdungssituationen ab und verdeutlicht die anhaltende Bedeutung von Gewaltschutz und Prävention.
Gesundheit: Unterschiede in der Gesundheitswahrnehmung
2025 bewerteten 66,8 Prozent der Frauen ihre Gesundheit als gut oder sehr gut. Bei Männern lag der Anteil bei 70,4 Prozent. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung einer geschlechtersensiblen Gesundheitspolitik, die unterschiedliche Lebensrealitäten und Belastungen berücksichtigt.
Sensibilisierung und Kompetenzentwicklung: politische Teilhabe im Fokus
Der Frauenanteil in nationalen Parlamenten und Regierungen lag 2025 bei 36,6 Prozent. Das entspricht einem Rückgang um 2,5 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Ergänzend dokumentiert der Bericht Good-Practice-Beispiele aus der Bundesverwaltung, darunter Dialogformate sowie Informations-, Bildungs- und Beratungsangebote zur Stärkung des Bewusstseins für Geschlechtergerechtigkeit.
Bericht bietet weiterführende Analysen
Die Metaindikatoren verdichten komplexe gesellschaftliche Zusammenhänge zu aussagekräftigen Kennzahlen und unterstützen dabei, Entwicklungen zu beobachten und Handlungsbedarf zu identifizieren. Die hier dargestellten Kennzahlen sind eine Auswahl. Weitere Metaindikatoren, vertiefende Analysen und Good-Practice-Beispiele zu allen sieben Themenclustern sind im vorliegenden Gleichstellungsbericht nachzulesen.
Der Bericht ist auf oeffentlicherdienst.gv.at veröffentlicht. Die Daten sind außerdem auf wirkungsmonitoring.gv.at abrufbar.