Familienministerin Bauer: "Zukunftsdepot soll der Bausparer der nächsten Generation werden"

Steuerlich begünstigtes Wertpapierdepot für unter 18-Jährige vorgestellt

Familienministerin Claudia Bauer präsentierte gemeinsam mit Staatssekretärin Michaela Schmidt und NEOS-Kapitalmarktsprecher Christoph Pramhofer die Details zum neuen Zukunftsdepot. Damit schafft die Bundesregierung erstmals ein steuerlich begünstigtes Wertpapierdepot für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren.

"Jede Mutter und jeder Vater wünscht sich, dass es den eigenen Kindern einmal besser geht, dass sie ihren eigenen Weg gehen und mit möglichst guten Voraussetzungen ins Erwachsenenleben starten können. Viele Eltern und auch Großeltern legen deshalb heute schon Geld für die Kinder und Enkelkinder zur Seite. So wie der Bausparer für viele Generationen ganz selbstverständlich dazugehört hat, soll das Zukunftsdepot der Bausparer der nächsten Generation werden. Klein starten. Groß rauskommen. Genau das ist die Idee hinter dem Zukunftsdepot", betonte Familienministerin Claudia Bauer.

Mit dem Zukunftsdepot wolle die Bundesregierung Familien eine neue Möglichkeit geben, frühzeitig für ihre Kinder vorzusorgen, langfristig zu investieren und Vermögen aufzubauen. Eltern, Großeltern, Tanten, Onkel, Paten und Freunde der Familie können dafür jährlich insgesamt bis zu 5.000 Euro einzahlen und langfristig für die Kinder veranlagen.

"Der große Vorteil des Zukunftsdepots besteht darin, dass der gesamte Depotwert, einschließlich der Wertzuwächse, bis zum 18. Geburtstag von der Kapitalertragssteuer, die 27,5 Prozent beträgt, befreit ist."
Familienministerin Claudia Bauer

Chancen des Kapitalmarktes einfacher zugänglich machen

Mit dem Zukunftsdepot wolle man die Chancen des Kapitalmarktes einfacher zugänglich machen, so Bauer. Gerade bei Kindern habe man einen großen Vorteil, nämlich die Zeit: Wer früh beginne, könne auch mit kleinen Beträgen über viele Jahre etwas ansparen. "Wer Geld investiert, hat Chancen und natürlich auch Risiken. Kurse können steigen und fallen, eine bestimmte Rendite kann niemand garantieren. Deshalb setzen wir beim Zukunftsdepot auf eine breite Risikostreuung."

Investiert werden kann in sogenannte UCITS-Fonds. Das sind breit gestreute Investmentfonds, die europaweit einheitlichen Standards unterliegen und klare Vorgaben, auch zum Anlegerschutz, erfüllen. Einzelne Aktien, Kryptowährungen oder Spekulationsprodukte sind im Zukunftsdepot nicht möglich. Angeboten wird das Zukunftsdepot von allen teilnehmenden Banken, die Depotführung ist kostenlos.

"Wir wollen nicht nur die Rahmenbedingungen für die private Vorsorge verbessern, sondern Kindern gleichzeitig etwas mit auf den Weg geben. Deswegen stellt das Familienministerium für jedes Kind, das ab 1. Jänner 2027 geboren wird, 500 Euro als Startguthaben zur Verfügung. Damit gibt es bereits zu Beginn des Lebens einen ersten finanziellen Grundstock."
Familienministerin Claudia Bauer

Dieses Geld gehe auch nicht verloren, wenn Eltern nicht selbst aktiv werden, hielt die Ministerin fest: "Wird bis zum dritten Geburtstag des Kindes kein Zukunftsdepot eröffnet, wird das Startguthaben automatisch im Bundesschatz angelegt. Danach ist ein Wechsel auf ein Wertpapierdepot bei einer teilnehmenden Bank jederzeit möglich. Der Wertzuwachs bis dahin kommt automatisch mit." Sie wisse natürlich, so Claudia Bauer, dass nicht jede Familie jeden Monat gleich viel Geld zur Seite legen könne, daher sei das Zukunftsdepot bewusst flexibel gestaltet. "Gerade über viele Jahre können auch aus kleineren Beträgen größere Möglichkeiten entstehen."

Gruppenfoto: Bundesministerin Claudia Bauer, Staatssekretärin Michaela Schmidt und NEOS-Kapitalmarktsprecher Christoph Pramhofer mit einem Plakat zum Thema Zukunftsdepot.

Zukunftsdepot macht Finanzbildung praktisch erlebbar

Das Zukunftsdepot sei natürlich kein Ersatz für bestehende Familienleistungen, sondern eine zusätzliche Möglichkeit, für die Zukunft der eigenen Kinder vorzusorgen. "Das Geld im Zukunftsdepot gehört von Anfang an dem Kind. Bis zum 18. Geburtstag bleibt das Depot für Auszahlungen gesperrt, danach kann die oder der junge Erwachsene selbst entscheiden, was sie oder er damit macht." So könne das Geld etwa für den Führerschein, die Einrichtung für die erste eigene Wohnung, die Kaution, eine Ausbildung oder auch als Startkapital für eine eigene Idee, aus der vielleicht ein neues Unternehmen entsteht, verwendet werden. Das Depot könne aber genauso auch weitergeführt werden – das Geld bleibe dann investiert und nach dem Berufseinstieg könne selbst dazu gespart werden, so Bauer.

"Wir wollen jungen Menschen nicht nur einen guten Start ins Erwachsenenleben ermöglichen, sondern sie auch ermutigen, selbst Verantwortung für ihre finanzielle Zukunft zu übernehmen. Dazu gehört für mich auch, insbesondere als Jugendministerin, die Finanzbildung."
Familienministerin Claudia Bauer

Auch die Finanzbildung spielt eine wichtige Rolle. Ebenfalls heute werde die neue Finanzbildungsstrategie der Bundesregierung beschlossen: "Wir wollen jungen Menschen nicht nur Geld für ihre Zukunft mitgeben, sondern auch das Wissen, wie sie verantwortungsvoll damit umgehen können. Das Zukunftsdepot macht Finanzbildung praktisch erlebbar", betonte die Ministerin.

Finanzierung aus Mitteln des Familienlastenausgleichsfonds sichergestellt

Die Finanzierung für das Zukunftsdepot sei sichergestellt, das entsprechende Gesetzespaket werde derzeit ausgearbeitet und solle noch in diesem Monat in Begutachtung gehen. Die Federführung für die Maßnahme liegt im Familienministerium. Finanziert wird die gesamte Maßnahme aus Mitteln des Familienlastenausgleichsfonds.

Mit den Banken stehe man, so Bauer, in engem Austausch, damit das Zukunftsdepot für Familien möglichst einfach und unbürokratisch angeboten werden könne. Ab dem 1. Juli 2027 sollen die ersten Depots für alle Kinder unter 18 Jahren, egal, ob das Kind gerade erst geboren wurde, es schon in den Kindergarten geht oder bereits auf dem Weg zum jungen Erwachsenen ist, eröffnet werden können. Die KESt-Befreiung gelte für alle Zukunftsdepots bis zum 18. Geburtstag des Kindes. Das Startguthaben bekommen alle Kinder, die ab dem 1. Jänner 2027 geboren werden. "Als Familienministerin möchte ich Eltern dabei unterstützen, dass sie ihren Kindern auch etwas mitgeben und Vorsorge treffen können. Als Jugendministerin ist es mir wichtig, dass junge Menschen mit vielen Möglichkeiten ins Erwachsenenleben starten. Genau diese beiden Ziele verbinden wir mit dem Zukunftsdepot," erklärte Familienministerin Claudia Bauer abschließend.

Bilder von dieser Pressekonferenz sind über das Fotoservice des Bundeskanzleramts kostenfrei abrufbar.