Bundeskanzler Stocker: Österreich muss selbst Verantwortung für seine Sicherheit übernehmen

Rede anlässlich der Angelobung von Rekrutinnen und Rekruten am Heldenplatz

Christian Stocker, Andreas Babler und Beate Meinl-Reisinger bei der Kranzniederlegung am Heldenplatz

Bundeskanzler Christian Stocker war einer der Redner bei der traditionellen Angelobung von Rekrutinnen und Rekruten zum Nationalfeiertag am Heldenplatz. Er sprach dabei davon, dass der 26. Oktober mehr als ein Feiertag sei. "Er ist ein Tag, an dem uns bewusst wird, was für ein besonderes Land wir unser Zuhause nennen dürfen", hielt der österreichische Regierungsfest in Anwesenheit unter anderem des Bundespräsidenten, der Bundesregierung, des Wiener Bürgermeisters und des Generalstabschefs des Bundesheeres fest.

"Österreich ist in den vergangenen Jahrzehnten ein Land geworden, auf das wir durchaus selbstbewusst und auch dankbar unser Zuhause nennen können."
Bundeskanzler Christian Stocker

"Ein Land mit einer starken Demokratie, mit Wohlstand und sozialem Zusammenhalt, mit einer unverwechselbaren Kultur, mit Menschen, die sich engagieren, Verantwortung tragen und füreinander da sind", betonte Stocker.

Neutralität bedeutet, dass Österreich selbst Verantwortung übernimmt

Vor 71 Jahren habe der Nationalrat mit dem Beschluss des Neutralitätsgesetzes eine weitreichende Entscheidung getroffen: "Wir sind militärisch neutral. Damit war von Anfang an ein klarer Auftrag verbunden: Dass wir unsere Neutralität mit allen uns zu Gebote stehenden Mitteln aufrechterhalten und verteidigen." Neutralität habe nie bedeutet, dass andere für unsere Sicherheit sorgen. "Sie bedeutet, dass Österreich selbst Verantwortung übernimmt und dass wir bereit sind, für unsere Freiheit einzustehen und die Menschen in unserem Land und unsere Werte zu verteidigen", erläuterte der Bundeskanzler.

Christian Stocker im Gespräch mit Polizistinnen und Polizisten anlässlich des Nationalfeiertages 2026

Das gelte heute ganz besonders, nachdem der Krieg nach Europa zurückgekehrt sei und sich die Bedrohungen verändert und vervielfältigt haben – von hybriden Angriffen und Cyberattacken bis hin zu Gefahren für unsere kritische Infrastruktur und Beeinflussung unserer Gesellschaft durch Desinformation und Destabilisierung. "Diese Realität verlangt eine klare Antwort: Österreich muss wieder selbst Verantwortung für seine Sicherheit übernehmen", erklärte Stocker.

"Ein neutrales Österreich muss immer auch ein wehrhaftes sein. Deshalb stärken wir unser Bundesheer durch Investitionen und entwickeln den Wehrdienst weiter."
Bundeskanzler Christian Stocker

"Für mich bedeutet Patriotismus zu schätzen und zu bewahren, was frühere Generationen aufgebaut haben, aber auch Verantwortung dafür zu übernehmen, welches Österreich wir der nächsten Generation hinterlassen werden", sagte der Bundeskanzler, der möchte, dass unsere Kinder und Enkelkinder in einem sicheren und freien Land aufwachsen, in dem Rechte geschützt und Pflichten eingefordert werden.

Christian Stocker mit Familien am Heldenplatz anlässlich des Nationalfeiertages 2026

"Österreich soll ein Land sein, das frei und sicher ist und das zusammenhält, das seine Geschichte kennt und seine Zukunft gestaltet", betonte der Kanzler und nahm dabei abschließend eine Anleihe bei der Bundeshymne: "Für ein Österreich, das zukunftsfroh und mutig in die neuen Zeiten geht."

Bilder von den Terminen zum Nationalfeiertag sind über das Fotoservice des Bundeskanzleramts kostenfrei abrufbar.