Familienministerin Bauer: "Eltern sollen eine echte Wahlfreiheit haben"

300 Millionen Euro jährlich für Ausbau der Kinderbetreuung – Neue Studie zu Betreuungsangebot und Kosten präsentiert – Bauer: "Mehr Plätze, weniger Schließtage und bessere Öffnungszeiten"

Claudia Bauer, Bundesministerin für Europa, Familie und Integration, präsentierte am Montag gemeinsam mit Gemeindebundpräsident Johannes Pressl und Studienautor Markus Kaindl vom Österreichischen Institut für Familienforschung (ÖIF) die Studie "Ausgaben für Elementarbildung und Kinderbetreuung in Österreich". Zum Beginn des neuen Kindergarten- und Schuljahres betonte Bauer, dass der Bereich der Kinderbetreuung in den vergangenen Jahren zwar massiv ausgebaut worden sei, das Ziel einer echten Wahlfreiheit für Familien aber noch nicht erreicht sei. In vielen Regionen gebe es weiterhin zu wenige Plätze und nur unzureichende Öffnungszeiten.

Gruppenfoto: Bundesministerin Claudia Bauer, Präsident des Österreichischen Gemeindebundes Johannes Pressl, Studienautor vom Österreichischen Institut für Familienforschung Markus Kaindl, Wirtschaftlicher Leiter und Geschäftsführer des Vereins KIWI Thomas-Peter Gerold-Siegl

300 Millionen Euro jährlich für Ausbau der Kinderbetreuung

"Die Kinderbetreuung ist eine gemeinsame Aufgabe", betonte Bauer. Der Bund könne unterstützen, investieren und gezielt Schwerpunkte setzen, die Umsetzung könne aber nur gemeinsam mit Ländern, Gemeinden, Trägern sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Kinderbetreuung gelingen. Trotz notwendiger Einsparungen setze die Bundesregierung daher einen klaren budgetären Schwerpunkt: In den kommenden beiden Jahren seien jeweils 300 Millionen Euro für den Ausbau der Kinderbetreuung vorgesehen. "Dieses Geld soll genau dort ankommen, wo es auch gebraucht wird: bei mehr Plätzen, bei weniger Schließtagen und bei besseren Öffnungszeiten", so die Ministerin.

"Eltern sollen eine echte Wahlfreiheit haben. Und echte Wahlfreiheit gibt es eben nur dann, wenn beides möglich ist: Einerseits die Betreuung zu Hause, aber auch eine gute, verlässliche Betreuungseinrichtung in der Nähe."
Familienministerin Claudia Bauer

Gleichzeitig müsse gesellschaftlich anerkannt werden, wenn Eltern ihre Kinder länger zu Hause betreuen wollten. Diese Arbeit sei "höchst wertvoll für unsere Gesellschaft". Bauer verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass 4 Jahre Kindererziehung pro Kind auf die Pension angerechnet würden. Ebenso gelte aber: "Wer arbeiten gehen will oder wer arbeiten gehen muss, braucht ebenso verlässliche Kinderbetreuung und verlässliche Rahmenbedingungen."

Kinderbetreuung als Grundlage für gelingende Integration

Als Integrationsministerin hob Bauer zudem die Bedeutung von Kindergärten und Horten als erste Bildungseinrichtungen hervor. Ein Drittel der Kinder in elementaren Bildungseinrichtungen habe Deutsch nicht als Erstsprache. In altersgemischten Einrichtungen liege dieser Anteil bei 48,9 Prozent, in Horten bei 34,8 Prozent sowie in Kindergärten und Krippen bei jeweils 29,7 Prozent. Diese Zahlen würden große Herausforderungen mit sich bringen, die nur gemeinsam bewältigt werden könnten. Bauer appellierte daher an die Bundesländer, die dafür zur Verfügung stehenden Mittel auch tatsächlich abzuholen.

Die präsentierte Studie untersucht neben der Entwicklung der Zahl von Einrichtungen und Gruppen auch Öffnungszeiten und Gruppengrößen. Ein besonderer Schwerpunkt liege laut Studienautor Kaindl auf den laufenden Kosten und der Frage, wie viel eine Gruppe beziehungsweise ein tatsächlich genutzter Betreuungsplatz in öffentlichen und privaten Einrichtungen kostet. "Wir brauchen Kinderbetreuung nicht nur, um Eltern und Familien echte Wahlfreiheit zu ermöglichen und auch zu garantieren. Wir brauchen Kinderbetreuung, um die beste Basis auch für gelingende Integration zu schaffen", betonte Bauer abschließend.

Bilder von diesem Termin sind über das Fotoservice des Bundeskanzleramts kostenfrei abrufbar.