Bundeskanzler Stocker: "Europa und Österreich müssen wieder stärker selbst für ihre eigene Sicherheit sorgen"

Bundeskanzler Stocker auf Betriebsbesuch bei Rheinmetall MAN in Wien-Liesing

Bundeskanzler Christian Stocker besuchte am Dienstag gemeinsam mit Bundesminister Wolfgang Hattmannsdorfer und dem designierten Generalstabschef General Harald Vodosek den Produktionsstandort von Rheinmetall MAN Military Vehicles (RMMV) in Wien-Liesing. Vorstandsvorsitzender Armin Papperger führte durch das Werk, in dem militärische LKW für Streitkräfte weltweit produziert werden. "Sicherheit ist zu einer entscheidenden Frage nicht nur für Österreich, sondern für ganz Europa geworden", betonte der Bundeskanzler. Angesichts des Krieges in Europa, neuer hybrider Bedrohungen und des technologischen Wandels müssten Europa und damit auch Österreich "wieder stärker für sich selbst sorgen". Das gelte sowohl für die Fähigkeit, sich vor Bedrohungen zu schützen, als auch für die wirtschaftliche und industrielle Stärke.

Sicherheit und industrielle Stärke gehören zusammen

"Ein Europa, das sich nicht selbst verteidigen kann, ist einfach zu abhängig. Und ein Europa, das nicht mehr selbst produziert, verliert die Grundlage seiner eigenen Handlungs- und Wettbewerbsfähigkeit.“
Bundeskanzler Christian Stocker

Angesichts steigender Verteidigungsausgaben in Europa stelle sich auch die Frage, wo die damit verbundene Wertschöpfung entstehe. "Wenn Europa mehr für seine Sicherheit ausgibt, darf Europa nicht nur einkaufen, es muss auch wieder mehr produzieren", unterstrich Stocker. Für Österreich sei daher klar: "Wenn Österreich investiert, soll Österreich auch profitieren. Nicht nur sicherheitspolitisch, sondern natürlich auch wirtschaftlich." Der Standort in Wien-Liesing zeige, wie das gelingen könne. Rund 1.500 Menschen seien dort beschäftigt, mehr als 70 Lehrlinge würden zu Fachkräften ausgebildet. Allein in den vergangenen 5 Jahren seien rund 50 Millionen Euro in die Erweiterung und Modernisierung des Werkes investiert worden.

"Rüstungsindustrie bedeutet Sicherheit, aber sie bedeutet auch technologisches Know-how, Wertschöpfung und Arbeitsplätze", hielt der Bundeskanzler fest. Man könne nicht ein verteidigungsfähiges, starkes Bundesheer verlangen und gleichzeitig so tun, "als dürfte niemand die Ausrüstung dafür herstellen". Stocker betonte: "Wer A sagt, muss auch B sagen. Wer Sicherheit will, sollte sie nicht nur finanzieren. Wir müssen bereit sein, auch Sicherheit zu produzieren." Österreich werde daher die Verteidigungsfähigkeit des Bundesheeres weiter stärken und zugleich industrielle Kompetenz und Wertschöpfung im eigenen Land ausbauen. Das Ziel sei, "mehr zu finanzieren, mehr zu entwickeln, mehr zu produzieren und mehr von jeder Wertschöpfung, die wir hier in Österreich schaffen, auch hier zu behalten".