Pröll zu Digi-Budget: Einsparungen durch Digitalisierung, nicht an Digitalisierung
Ambitioniertes Budget bringt mehr digitale Services, weniger Bürokratie – Schwerpunkte auf ID Austria, Once-Only, digitale Kompetenzen und Public AI
Österreich soll zu einer führenden Digitalnation werden. Das jüngste EU-Digitalisierungsranking zeigt, dass Österreich mit Platz 6 bereits auf einem guten Weg ist. Der Anspruch der Bundesregierung geht jedoch weiter: Österreich soll zu den Top 3 Europas aufschließen – mit digitalen Services, die den Menschen konkret nützen, den Alltag erleichtern und den Staat leistungsfähiger machen. Die Bundesregierung setzt daher auch in Zeiten notwendiger Budgetdisziplin auf gezielte Investitionen in jene Bereiche, die Österreich langfristig moderner, souveräner und wettbewerbsfähiger machen.
"Unser Anspruch ist klar: Wir wollen Österreich zu einer führenden Digitalnation machen. Um dieses Ziel zu erreichen, investieren wir gezielt in die entscheidenden Schlüsselprojekte: den Ausbau der ID Austria als digitale Identität für alle, die Umsetzung der europäischen EUDI-Wallet, die Vernetzung von Registern über dadeX für weniger Bürokratie, den verantwortungsvollen Einsatz von künstlicher Intelligenz in der Verwaltung sowie in digitale Kompetenzen durch die Digitale Kompetenzoffensive. Unser Grundsatz lautet: Einsparungen durch Digitalisierung, nicht bei der Digitalisierung."
Digitalisierungsstaatssekretär Alexander Pröll.
Damit wird ein klares Signal für die Modernisierung des Staates gesetzt. Im Mittelpunkt steht ein digital souveräner Staat, der seine Aufgaben schneller, einfacher und effizienter erfüllen kann. Digitale Verwaltung ist heute Teil der öffentlichen Grundinfrastruktur: sichere elektronische Identität, elektronische Zustellung, Unternehmensservices, Registeranbindungen und digitale Amtswege müssen stabil, rechtskonform und nutzerfreundlich funktionieren.
Gleichzeitig steigen die Anforderungen deutlich: mehr Nutzerinnen und Nutzer, höhere Sicherheitsstandards, europäische Vorgaben und der berechtigte Anspruch auf einfache, verständliche und verlässliche digitale Services. Genau hier setzt das Digitalisierungsbudget an.
Digitalisierungsbudget steigt – mit klarer Priorisierung
Für zentrale Digitalisierungsvorhaben sollen 2027 zunächst 106 Millionen Euro und 2028 111,5 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Ergänzend dazu sind für Public AI zusätzlich 6 Millionen Euro im Jahr 2027 und 8,5 Millionen Euro im Jahr 2028 vorgesehen.
Darüber hinaus ist für Registerprojekte eine budgetrechtliche Ermächtigung von bis zu 5 Millionen Euro im Jahr 2027 und bis zu 10 Millionen Euro im Jahr 2028 vorgesehen. Damit ergibt sich ein maximaler Rahmen von bis zu 117 Millionen Euro im Jahr 2027 und bis zu 130 Millionen Euro im Jahr 2028. Gegenüber 2026 entspricht das einem Anstieg von bis zu 46,12 Prozent im Jahr 2027 und bis zu 62,36 Prozent im Jahr 2028.
Zusätzlich werden 20 Prozent der durch Digitalisierung ermöglichten Einsparungen durch Nicht-Nachbesetzung natürlicher Abgänge wieder für Digitalisierung zweckgewidmet. Das entspricht bis 2030 einer Gesamtsumme von rund 108 Millionen Euro. Damit wird ein Teil jener Effizienzgewinne, die durch Digitalisierung möglich werden, wieder gezielt in digitale Infrastruktur, moderne Services und Wettbewerbsfähigkeit investiert.
Die Schwerpunkte im Überblick
- Weiterentwicklung der ID Austria und Umsetzung der europäischen EUDI-Wallet
- Project X: Ausbau von Once-Only, Registeranbindungen und dadeX
- Weiterführung und Stärkung der Digitalen Kompetenzoffensive
- Ausbau von Public AI für eine moderne, sichere und leistungsfähige Verwaltung
ID Austria und europäische Wallet als digitale Schlüssel für den Alltag
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Weiterentwicklung der ID Austria und der Umsetzung der europäischen EUDI-Wallet. Die ID Austria ist der zentrale digitale Schlüssel zu sicheren Verwaltungsservices, elektronischen Nachweisen und vertrauenswürdiger Identifikation im Netz. Sie hat sich von etwas mehr als 1 Million Nutzerinnen und Nutzern im Jahr 2023 auf über 6 Millionen im Jahr 2026 entwickelt. Ziel der Bundesregierung ist es, bis 2030 bis zu 9 Millionen Nutzerinnen und Nutzer zu erreichen.
Damit soll allen, die das wollen, eine einfache, sichere und alltagstaugliche elektronische Identität zur Verfügung stehen – für digitale Amtswege, elektronische Nachweise, wirtschaftliche Anwendungen und künftig auch grenzüberschreitende digitale Verfahren in Europa.
Project X: Bürokratieabbau durch Once-Only und Registervernetzung
Ein weiterer Schwerpunkt ist der Ausbau von Once-Only. Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen sollen Daten nicht mehrfach an unterschiedliche Behörden übermitteln müssen, wenn diese der Verwaltung bereits rechtmäßig vorliegen. Mit Registeranbindungen und dem Digital Austria Data Exchange – dadeX – werden Daten sicher, zweckgebunden und kontrolliert nutzbar gemacht. Das reduziert Bürokratie, beschleunigt Verfahren und schafft eine moderne Grundlage für datenbasierte Verwaltung.
Mit bis zu rund 15 Millionen Euro in den Jahren 2027 und 2028 soll dadeX als zentrale Infrastruktur für Registervernetzung weiter ausgebaut werden. Damit können in den kommenden 2 Jahren Einsparungspotenziale von bis zu rund 160 Millionen Euro erschlossen werden.
Digitale Kompetenzen entscheiden über den Erfolg
Technische Infrastruktur allein reicht nicht. Digitale Services, ID Austria und Public AI bringen nur dann spürbaren Nutzen, wenn Menschen sie verstehen, ihnen vertrauen und sie sicher anwenden können. Die Digitale Kompetenzoffensive bleibt daher ein zentraler Bestandteil der Digitalisierungspolitik. Sie stärkt Teilhabe, Schutz vor digitalen Risiken, KI-Verständnis und die praktische Nutzung digitaler Amtswege.
Public AI als Antwort auf demografischen Wandel und als Zukunftsprojekt
Ein zentraler Treiber der Digitalisierung ist auch die demografische Entwicklung im öffentlichen Dienst. In den kommenden 13 Jahren werden rund 44 Prozent der Bundesbediensteten altersbedingt ausscheiden. Diese Lücke kann nicht allein über den Arbeitsmarkt geschlossen werden. Deshalb braucht es moderne digitale Werkzeuge, bessere Prozesse und ein systematisches Wissensmanagement.
Die Bundesregierung setzt daher auf Public AI: den verantwortungsvollen Einsatz von künstlicher Intelligenz in der Verwaltung sowie für Services gegenüber Bürgerinnen und Bürgern und Unternehmen. Ziel sind sichere, rechtskonforme und breit nutzbare Anwendungen, die Prozesse beschleunigen, Routinetätigkeiten reduzieren und Wissen in der Verwaltung besser verfügbar machen.