Bundeskanzler Stocker: Österreich unterstützt den Kosovo auf dem Weg in die Europäische Union
Treffen mit dem kosovarischen Premierminister Albin Kurti
Bundeskanzler Christian Stocker traf mit dem kosovarischen Premierminister Albin Kurti zu einem Arbeitsgespräch zusammen. Dabei wurde er von Europaministerin Claudia Bauer begleitet. "Österreich hat als einer der ersten Staaten die Unabhängigkeit Kosovos anerkannt", resümierte Stocker. Darüber hinaus lobte der österreichische Regierungschef die hervorragenden bilateralen Beziehungen, die von Ausbildungsprogrammen für junge Kosovarinnen und Kosovaren bis hin zu wirtschaftlichen Kooperationen reichen. "Unsere Unternehmen benötigen für ihren Erfolg vor Ort vor allem Rechtsstaatlichkeit und verlässliche Rahmenbedingungen", hielt Stocker fest. Im Sinne der Zukunft des Landes sei es an der Zeit, Kompromisse einzugehen, um die innenpolitische Blockade zu lösen und den dauerhaften Krisenzustand zu beenden.
Kosovo müsse zudem mehr Dynamik in die Bemühungen um eine Normalisierung der Beziehungen zu Serbien bringen. "Dabei sehe ich beide Seiten in der Verantwortung, Fortschritte im Dialog sind unerlässlich", so der Bundeskanzler. Die EU-Erweiterung sei nicht zuletzt durch die globalen Verwerfungen und den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine mehr denn je zu einem geopolitischen Instrument geworden. "Die kosovarische Unterstützung der EU-Sanktionen ist ein klarer Beweis dafür, dass sich Kosovo zu unseren europäischen Grundwerten bekennt. Um die Vorteile eines Beitritts sichtbar zu machen, müssen die Verhandlungen über die Aufnahme in die Roaming-Zone rasch abgeschlossen werden", betonte Stocker, der auch einen möglichst raschen Beitritt zum Europäischen Zahlungsraum (SEPA) forderte.
Bereits seit 1999 leistet Österreich mit der Teilnahme an der Friedensmission KFOR im Kosovo einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung der gesamten Region. Derzeit stelle man 155 österreichische Soldatinnen und Soldaten und man sei damit der zweitgrößte Truppensteller unter den bündnisfreien Ländern. Stocker und Bauer versicherten Kurti, dass dieses Engagement selbstverständlich fortgesetzt werde.
Über Reformen, Rechtsstaatlichkeit und Dialog in die EU
Die Menschen im Kosovo hätten politische Stabilität und eine klare Zukunftsperspektive verdient.
"Jetzt ist die Zeit für Verantwortung, Reformen und Kompromisse, damit das Land seine europäische Chance nutzen kann. Österreich wird es auf dem Weg in die EU weiterhin entschlossen unterstützen. Voraussetzung dafür sind Reformen, politische Kompromissbereitschaft und konkrete Fortschritte im Dialog mit Serbien."
Bundeskanzler Christian Stocker
Europaministerin Claudia Bauer bekräftigte, dass der Kosovo ein wichtiger Partner Österreichs sei und dass das Land zur europäischen Zukunft des Westbalkans gehöre. Europa müsse zeigen, dass seine Versprechen gelten.
"Der Weg in die EU führt über Reformen, Rechtsstaatlichkeit und Dialog. Wer Stabilität am Westbalkan stärkt, stärkt auch die Sicherheit Österreichs und Europas. Deshalb wird Österreich Kosovo auf seinem europäischen Weg weiter verlässlich begleiten."
Europaministerin Claudia Bauer
Bilder von diesem Termin sind über das Fotoservice des Bundeskanzleramts kostenfrei abrufbar.