Integrationsministerin Bauer: "Deutsch ist der Schlüssel für eine gelungene Integration"
Präsentation der neuen Deutschkurse
Integrationsministerin Claudia Bauer hat am Donnerstag im Bundeskanzleramt gemeinsam mit Roland Goiser, dem stellvertretenden Direktor des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) und Carla Pirker, der Leiterin der Deutschkursförderung des ÖIF, über die neuen Deutschkurse informiert.
"Integration ist kein Angebot. Integration ist eine Verpflichtung. Wer bei uns leben will, muss Teil werden, muss unsere Sprache lernen, muss sich um einen Job umschauen und auch unsere Werte und Gesetze achten. Genau aus diesem Grund besteht das verpflichtende Integrationsprogramm aus 3 Säulen: nämlich Deutsch, Arbeit und Werte."
Integrationsministerin Claudia Bauer
Vor wenigen Monaten sei die Säule der "Werte" präsentiert worden. Nun stelle man den nächsten, entscheidenden Schritt vor, nämlich die Deutschkurse.
"Deutsch ist der Schlüssel für eine gelungene Integration."
Integrationsministerin Claudia Bauer
Ohne Deutsch funktioniere in Österreich nichts – nicht beim Arzt, nicht in der Schule, nicht in der Arbeit. "Nur wer Deutsch kann, kann sich verständigen, kann Verantwortung übernehmen und sich ein selbstständiges Leben hier in Österreich aufbauen sowie am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Aus diesem Grund haben wir gemeinsam mit dem Integrationsfonds die verpflichtenden Deutschkurse grundlegend neu aufgestellt", erklärte die Integrationsministerin.
Kurse werden verbindlicher, alltagstauglicher und wirksamer –Selbstlernzeiten werden verpflichtend
Diese Kurse werden nun verbindlicher, alltagstauglicher und wirksamer. "Unser Ziel ist ein schnelleres Lernen und eine bessere Vereinbarkeit mit Familie und Beruf. Eine zentrale Neuerung werden die verpflichtenden Selbstlernzeiten, also Hausübungen. Denn Deutsch lernt man nicht nur durch bloßes 'Im Kurs Sitzen', sondern vor allem durch Üben, Wiederholen und die regelmäßige Anwendung." Wer Fortschritte machen wolle, müsse sich auch zu Hause damit beschäftigen, so Bauer.
Genau diese Eigenverantwortung werde künftig eingefordert. Gleichzeitig mache man das System der Kurse per se flexibler. Kurszeiten sollten mit Jobs vereinbar sein. Das bedeute mehr Abendkurse, mehr Onlineangebote, mehr Wahlmöglichkeiten. Auch die Kinderbetreuung während der Kurse solle sichergestellt sein.
"Niemand soll an fehlender Zeit oder an fehlender Betreuung scheitern. Arbeiten und Deutsch lernen muss Hand in Hand gehen, denn Integration passiert ganz deutlich im Alltag und auch im beruflichen Kontext."
Integrationsministerin Claudia Bauer
Bauer führte weiter aus: "Die neuen Kurse gehen deswegen weit über Grammatik hinaus. Es geht um das echte Leben, um Gespräche im Alltag, um Kommunikation im Job und um Orientierung im täglichen Leben." Neu seien unter anderem auch digitale Grundkompetenzen wie das Verfassen von E-Mails und das Verständnis für den regionalen österreichischen Dialekt. "Wer in Österreich nur Hochdeutsch aus dem Lehrbuch kann, der versteht im Alltag meistens nur die Hälfte. Wir bereiten die Menschen darauf vor, wie in Österreich tatsächlich gesprochen wird. Denn man sollte verstehen, was das Gegenüber sagt und auch verstanden werden. All das funktioniert aber nur, wenn die Teilnahme an den Deutschkursen ernst genommen wird. Genau aus diesem Grund muss auch jeder, der nicht mitarbeitet, mit Konsequenzen rechnen."
Sozialleistungen künftig stärker an die tatsächliche Kursteilnahme geknüpft
Zudem brauche es mehr Verbindlichkeit. Die Zahlen des vergangenen Jahres würden zeigen, dass es knapp 10.000 unentschuldigte Kursabbrüche bei den Deutschkursen alleine gegeben habe. Das koste viel Steuergeld. Es sei den Menschen in diesem Land zu Recht nicht zu erklären, warum Kursplätze vergeben, aber dann nicht genutzt werden. "Genau aus diesem Grund werden die Sozialleistungen künftig stärker an die tatsächliche Teilnahme geknüpft. Es ist eine ganz große Frage der Fairness gegenüber all jenen, die jeden Tag arbeiten und genau dieses System, auch die Integration, damit mittragen", betonte die Ministerin.
Es sei nun entscheidend, dass man beim Integrationsprogramm selbst rasch zu einer Einigung komme. Nur so schaffe man auch diese notwendige Verbindlichkeit in der Integration – "mit klaren Regeln, mit Sanktionen und wenn nötig, auch mit Leistungskürzungen selbst. Wer in Österreich leben will, muss Deutsch lernen, ohne Wenn und Aber. Das ist der Schlüssel zur gelungenen Integration", so Bauer abschließend.
Bilder vom Pressefoyer sind über das Fotoservice des Bundeskanzleramts kostenfrei abrufbar.