Bauer: Sehr gute Fortschritte der ukrainischen Vertriebenen bei der Integration am Arbeitsmarkt

Daten des ÖIF zeigen erfreuliche Entwicklung

"Es ist fast auf den Tag genau 4 Jahre her, dass der Angriffskrieg auf die Ukraine begonnen hat und tausende Menschen vertrieben wurden. Und dennoch gibt es auch Positives zu berichten, nämlich die Integration der Vertriebenen aus der Ukraine bei uns in Österreich: Ukrainische Vertriebene sind mit Abstand die fleißigste Gruppe an Zugewanderten, die neu nach Österreich gekommen sind. Sie nehmen in Summe mittlerweile mehr Deutschkurse in Anspruch als Asylberechtigte oder subsidiär Schutzberechtigte. Sie sind nicht nur die größte Gruppe in den Deutschkursen, sondern sie sind auch sehr gut im Deutschlernen per se und erreichen überdurchschnittlich oft höhere Kursniveaus", hielt Integrationsministerin Claudia Bauer bei einer Pressekonferenz zum Thema Integration von ukrainischen Flüchtigen fest, die sie gemeinsam mit Franz Wolf, Direktor des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF), abhielt.

Mit rund 94.100 ukrainischen Staatsangehörigen stelle die Ukraine 2026 eine der größten neueren Zuwanderungsgruppen in Österreich. Mehr als 60 Prozent davon sind weiblich und fast ein Drittel ist unter 20 Jahren alt. Nahezu jede zweite Person lebt in der Bundeshauptstadt. Unmittelbar zeige sich auch, dass die Integrationsmaßnahmen sehr gut angenommen werden und auch gleichzeitig die Integration in den Arbeitsmarkt überdurchschnittlich gut funktioniere: "Die Hälfte ist bereits erwerbstätig. 9 von 10 Arbeitslosen von der Gruppe der Vertriebenen aus der Ukraine sind auch arbeitssuchend", so Bauer.

Wolf: 60 Prozent der Vertriebenen haben langfristig keine Rückkehrpläne

Franz Wolf hielt in seinem Statement fest, dass die Daten insgesamt eine sehr positive Integrationsdynamik bei den ukrainischen Vertriebenen zeigen. Sie würden die Integrationsangebote intensiv nutzen, überdurchschnittlich häufig höhere Sprachniveaus erreichen und auch bei der Arbeitsmarktintegration deutlich voranschreiten. Laut einer Erhebung der beim Integrationsfonds registrierten Vertriebenen würden 60 Prozent der Ukrainerinnen und Ukrainer sagen, dass sie langfristig keine Rückkehrpläne mehr in die Ukraine haben. Das bedeute, dass es auch künftig wichtig sein wird, die Integration der ukrainischen Vertriebenen in Österreich voranzutreiben.

"Ukrainische Vertriebene sind die mit Abstand fleißigste Gruppe unter den Menschen, die neu nach Österreich gekommen sind. Es ist eine Gruppe, die sehr fleißig und erfolgreich Deutsch lernt, die Angebote sehr gewissenhaft in Anspruch nimmt und in der Integration am Arbeitsmarkt sehr gute Fortschritte macht. Heute also einmal gute Nachrichten aus der Integration."
Integrationsministerin Claudia Bauer

Mittelfristiges Ziel ist die Rückkehr der Vertriebenen

Das mittelfristige Ziel sei selbstverständlich, dass Vertriebene aus der Ukraine in ihre Heimat zurückkehren können, weil der Krieg beendet wird. Die Frage, ob ukrainische Vertriebene nicht gleich hierbleiben sollten, weil sie so gut integriert sind, sollte man aus 2 Perspektiven betrachten.

"Selbstverständlich brauchen wir Menschen, die fleißig sind, die sich am Arbeitsmarkt integrieren, die als Fachkräfte in Österreich Fuß fassen, die auch unsere Sprache lernen. Aber gleichzeitig braucht die Ukraine nach einem hoffentlich baldigen Kriegsende auch diese Menschen, um am Wiederaufbau des Landes zu arbeiten. Für uns als österreichische Bundesregierung hat es oberste Priorität, dass dieser unsägliche Angriffskrieg in der Ukraine ein baldiges Ende findet, dass es Gesprächskanäle in alle Richtungen auch nach Moskau gibt, um diesen Krieg ein Ende zu setzen. Es ist wichtig für die Leidtragenden vor Ort, aber auch für die Vertriebenen, auch hier bei uns in Österreich."
Integrationsministerin Claudia Bauer

Bilder von diesem Termin sind über das Fotoservice des Bundeskanzleramts kostenfrei abrufbar.