Bundesregierung stärkt Tourismusstandort Österreich

Wertschöpfung im Land halten, Zukunftsperspektiven sichern, Tourismusbild weiterentwickeln

Staatssekretär Josef Schellhorn, Staatssekretärin Elisabeth Zehetner und Bundesministerin Korinna Schumann am Pressefoyer nach dem Ministerrat.

Die Bundesregierung hat im ersten Ministerrat des Jahres weitere Schritte zur Stärkung des Tourismusstandorts gesetzt. Der Tourismus ist eine tragende Säule der österreichischen Wirtschaft. Gemeinsam mit der Freizeitwirtschaft erwirtschaftet die Branche rund 14 Prozent der heimischen Wirtschaftsleistung und trägt zur Sicherung von über 567.000 Vollzeitarbeitsplätzen bei. Trotz guter Nachfrage steht auch diese Branche aufgrund von steigenden Energie-, Personal- und Finanzierungskosten, zunehmenden Herausforderungen bei Fachkräften und Betriebsnachfolge sowie internationaler Wettbewerbsfähigkeit und Bürokratie unter Druck.

Ziel der Maßnahmen ist es, Wertschöpfung im Land zu halten, Zukunftsperspektiven zu sichern und ein modernes, nachhaltiges Tourismusbild weiterzuentwickeln. Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten ist es entscheidend, Betriebe dort zu entlasten, wo Bürokratie keinen Mehrwert schafft – damit mehr Zeit und Ressourcen für Qualität, Gäste und Beschäftigte bleiben.

Qualität, Sichtbarkeit, bessere Rahmenbedingungen und neue Impulse für Betriebe und Beschäftigte

Die beschlossenen Maßnahmen zielen auf Qualität, Sichtbarkeit, bessere Rahmenbedingungen und neue Impulse für Betriebe und Beschäftigte. Dazu gehört etwa die "Vision T": Damit wird eine neue nationale Tourismusstrategie mit starker Beteiligung der Branche erarbeitet. Ziel ist ein neues Zielbild für den Tourismus bis Sommer 2026.

Ein Sonderbudget für die Olympischen Winterspiele 2026 mit 1 Million Euro für die internationale Bewerbung soll Österreich als führende Skidestination etablieren.

Geplant ist auch die Modernisierung der Beherbergungsstatistik, um mehr Digitalisierung und Datenqualität als Voraussetzung für das digitale Gästeblatt zu schaffen.

Die neue Imagekampagne "Team Tourismus" soll mehr Menschen für Jobs im Tourismus begeistern. Sie legt den Schwerpunkt auf moderne Arbeitswelten, Karrieren und Sinnstiftung.

Weiters wird eine bundesweite Fachkräftestrategie, wie im Regierungsprogramm festgelegt, im Tourismus einen Schwerpunkt auf Ganzjahresarbeitsplätze und überregionale Vermittlung legen. Ziel sind bessere Arbeitsbedingungen, Qualifikationen und eine langfristige Bindung.

Der Start des Tourismusbeschäftigtenfonds umfasst jährlich 6,5 Millionen Euro für Qualifizierungs- und Unterstützungsleistungen.

Die Überprüfung der Inflationsberechnung im Tourismus gemeinsam mit der Statistik Austria soll den exportorientierten Charakter besser abbilden.

Das Programm "NextGen4Austria" zur Betriebsnachfolge im Tourismus soll darüber hinaus Qualifizierungsangebote für potenzielle Nachfolgerinnen und Nachfolger fördern.

Auch werden die Preisauszeichnungen bei Beherbergungsbetrieben vereinfacht, um klare Regeln für die Ausweisung von Abgaben wie der Ortstaxe, zeitgemäße Anpassung der Pflicht zur Preisangabe im Eingangsbereich zu schaffen.

Die EU-Verordnung zu Short-Term Rentals wird umgesetzt, der Bund stellt dafür die technische Infrastruktur für die einheitliche Datenmeldung zur Verfügung.

Zehetner: "Vision T" schafft neues Zielbild für den österreichischen Tourismus

Beim Pressefoyer nach der Ministerratssitzung betonte die zuständige Staatssekretärin für Tourismus, Elisabeth Zehetner:

"Der Tourismus ist ein stabiler und wachsender Faktor für die österreichische Wirtschaft und war auch in den vergangenen Jahren eine wesentliche Konjunkturstütze. Jetzt geht es darum, dass wir genau diesen Beitrag weiterhin unterstützen. Deshalb investieren wir gezielt in die Zukunft: Mit der 'Vision T' schaffen wir gemeinsam mit der Branche ein neues Zielbild für den österreichischen Tourismus. Wir zeigen rund um die Olympischen Spiele, was Österreich als Wintersportnation kann und zu bieten hat und holen damit zusätzliche Wertschöpfung ins Land."

Gleichzeitig arbeite man an besseren Daten mit dem digitalen Gästeblatt, an besseren Rahmenbedingungen mit einer neuen Fachkräftestrategie. "Der Tourismus ist einer der wichtigsten Dienstleistungsexporte Österreichs und muss in der Preisstatistik auch als solcher behandelt werden. Wenn unsere Betriebe international wettbewerbsfähig sind, bringt das mehr Investitionen, mehr Qualität und mehr Chancen für den Standort." Genau deshalb werde die Inflationsberechnung im Tourismus gemeinsam mit der Statistik Austria geprüft, so Zehetner. "Denn klar ist: Ohne Tourismus fehlt in vielen Regionen nicht nur die Wirtin oder der Wirt, sondern die wirtschaftliche Grundlage."

"Erfolgreicher Tourismus entsteht dort, wo gute Arbeit geleistet wird"

Arbeits- und Sozialministerin Korinna Schumann hielt in ihrem Statement fest, dass der Erfolg des Tourismus in Österreich nicht auf Zahlen allein basiere, sondern auf den Menschen, die diese Branche Tag für Tag tragen: "Sie arbeiten dann, wenn andere Urlaub haben, sie sind flexibel, belastbar und hoch engagiert."

Mit dem Tourismusbeschäftigtenfonds investiere die Bundesregierung ganz konkret in bessere Arbeitsbedingungen, Unterstützung und Qualifizierung, um für mehr Stabilität, gerade auch über die Saison hinaus, zu sorgen. Zudem werde mit der in den nächsten Monaten zu erarbeitenden Fachkräftestrategie gemeinsam mit anderen Ressorts und unter Einbindung der Sozialpartner langfristige Perspektiven zur Deckung des Fachkräftebedarfs schaffen. „Mit diesen Maßnahmen zeigen wir ganz deutlich, dass wir auf Menschen statt auf kurzfristige Lösungen setzen. Wir schaffen Perspektiven im Tourismus, nicht nur Jobs auf Zeit. Wir übernehmen soziale Verantwortung für jene, die den Erfolg erst möglich machen“, so Schumann, die abschließend betonte, dass ein starker Tourismus motivierte, gut ausgebildete und gut entlohnte Beschäftigte braucht. Denn: „Erfolgreicher Tourismus entsteht dort, wo es gute Arbeit gibt."

Administrativen Aufwand spürbar reduzieren

Der für Deregulierung und Entbürokratisierung zuständige Staatssekretär Sepp Schellhorn verwies darauf, dass man bereits durch die Trinkgeld-Reform neun unterschiedliche Regelungen durch eine einheitliche Trinkgeldpauschale ersetzt und Rechtssicherheit geschaffen habe. Nun setze man den nächsten Schritt der Entbürokratisierung für den Tourismussektor. „Mit der verlängerten Grace Period bei Betriebsübergaben, dem digitalen Beleg und weiteren Vereinfachungen reduzieren wir spürbar administrativen Aufwand – ergänzt durch neue Digitalisierungsmaßnahmen wie das Digitale Gästeblatt“, hielt der Staatssekretär fest. Als karenzierter Hotelier wisse er, dass Qualität und Erlebnis nicht in der Zettelwirtschaft, sondern zwischen Gast und Gastgeber entstehen würden.

Bilder von diesem Termin sind über das Fotoservice des Bundeskanzleramts kostenfrei abrufbar.