Bundesministerin Plakolm: "Auf den Zivildienst kann man sich verlassen"
Präsentation der Zivildienstbilanz 2025
"Wenn in Österreich ein Rettungswagen ausrückt, in Pflegeheimen Hilfe gebraucht wird oder Menschen mit Behinderungen Unterstützung erhalten, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass ein Zivildiener mit anpackt. Der Jahresbeginn ist ein sehr guter Zeitpunkt, Bilanz über den Zivildienst zu ziehen. Denn er ist ein Dienst, auf den sich die Österreicherinnen und Österreicher jeden Tag verlassen können", sagte Bundesministerin Claudia Plakolm anlässlich der Präsentation der Zivildienstbilanz für das Jahr 2025.
14.884 Zivildiener im Jahr 2025 zugewiesen – 89,7 Prozent Bedarfsdeckung
2025 stand im Zeichen eines besonderen Jubiläums: 50 Jahre Zivildienst. Am 1. April 1975 trat der erste Zivildiener seinen Dienst an, seitdem haben sich insgesamt 455.215 junge Männer für den Zivildienst entschieden. "Sie alle haben Verantwortung für andere übernommen, eine Verantwortung, die heute nicht mehr aus unserer Gesellschaft wegzudenken ist. Mehr als ein halbes Jahrhundert nach der Einführung ist es völlig klar, dass der Zivildienst eine sehr verlässliche und tragende Säule im Sozialsystem und im Gesundheitsbereich unseres Landes ist. Im vergangenen Jahr wurden österreichweit 14.884 Zivildiener zugewiesen. Das sind fast exakt gleich viele wie im Jahr davor. Wir hatten damit im vergangenen Jahr die vierthöchste Zahl an Zuweisungen seit Beginn des Zivildienstes", so Plakolm.
In Österreich gibt es 1.500 Zivildiensteinrichtungen mit 3.000 Einsatzstellen. Die jungen Männer würden ihren Dienst dort versehen, wo Hilfe gebraucht werde, etwa im Rettungswesen, in Pflegeheimen, in der Behindertenhilfe oder in Krankenhäusern. 2025 waren 39 Prozent der Zivildiener im Rettungswesen, 27 Prozent in der Sozial- und Behindertenhilfe und rund 12 Prozent in der Altenbetreuung eingesetzt.
Stabile Bedarfsdeckung trotz geburtenschwächerer Jahrgänge
"Im vergangenen Jahr konnten wir eine Bedarfsdeckung von 89,7 Prozent erreichen. Eine hundertprozentige Bedarfsdeckung ist aufgrund der geburtenschwächeren Jahrgänge und aufgrund kurzfristiger Ausfälle, beispielsweise durch Erkrankung, naturgemäß nicht möglich. Insgesamt bleibt das Niveau aber stabil", so die Ministerin. 2025 haben 15.825 junge Männer eine Zivildiensterklärung abgegeben. Das sind 4,8 Prozent mehr als im Jahr 2024. "Das zeigt, dass der Zivildienst ein sehr gutes Image in der Gesellschaft genießt. Seit Jahren entscheidet sich fast die Hälfte der tauglichen Wehrpflichtigen für den Zivildienst", betonte Plakolm.
Zivildienst ist Headhunter für den Sozial- und Gesundheitsbereich
"Der Zivildienst ist mehr als ein Pflichtdienst, er ist eine Schule fürs Leben. Viele ändern ihre Berufs- oder Ausbildungspläne aufgrund der Erfahrungen, die sie im Zivildienst gesammelt haben und bleiben den Einrichtungen, in denen sie den Dienst versehen haben, auch weiterhin ehrenamtlich oder sogar hauptamtlich verbunden", zeigte sich Claudia Plakolm erfreut und wies darauf hin, dass der Zivildienst ein entscheidender Headhunter für den Sozial- und Gesundheitsbereich in Österreich sei.
Mit Blick auf die Zukunft verwies Plakolm auf die von der Bundesregierung eingesetzte Expertenkommission zur Weiterentwicklung von Wehr- und Zivildienst. Die Ergebnisse dieser Kommission werden am 20. Jänner, dem Tag der Wehrpflicht, präsentiert. "Der Zivildienst ist sinnvoll für die Gesellschaft und sinnstiftend für die jungen Männer, die ihn leisten. Und genau so soll es auch in Zukunft bleiben", so Plakolm abschließend.
Bilder von diesem Termin sind über das Fotoservice des Bundeskanzleramts kostenfrei abrufbar.