Europaministerin Edtstadler: "Die Weichen für eine resilientere, weiblichere EU stellen"

Konferenz "The Next Generation is Female" in Salzburg als Ausgangspunkt für Dialogplattform europäischer Spitzenpolitikerinnen – Beabsichtigte Reise in die Ukraine soll bewusstes Signal senden

Über den Tellerrand blicken, Erfahrungen austauschen, Lösungen finden – und dabei stets das Potenzial und die Perspektiven von Frauen berücksichtigen: Diese Zielsetzungen standen im Fokus der Konferenz "The Next Generation is Female", zu der Europaministerin Karoline Edtstadler ihre Amtskolleginnen am 4. und 5. August 2022 erstmals geladen hatte.

"Europa steht vor immensen Herausforderungen und wir benötigen alle Kräfte, um die EU für die Bürgerinnen und Bürger neu aufzustellen", betonte die Europaministerin. "Die Konferenz mit meinen Amtskolleginnen in Salzburg hat den Fokus auf den Blickwinkel und die Sichtbarkeit von Frauen gelegt, gerade auch im Kontext der multiplen Krisen, mit denen wir aktuell konfrontiert sind. Gemeinsam mit unseren männlichen Kollegen wollen wir die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Europa auch künftig ein Kontinent der Chancen und der besten Lebensqualität bleibt."

Vernetzungstreffen europäischer Spitzenpolitikerinnen künftig jährlich

Vor der Kulisse der Salzburger Festspiele bot sich den Europaministerinnen und für EU-Angelegenheiten zuständigen Staatssekretärinnen gemeinsam mit Vertreterinnen des Europäischen Parlaments die Gelegenheit, relevante EU-Themen aus weiblicher Sicht zu betrachten. Dazu zählten der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine mit seinen weitreichenden Konsequenzen etwa in Bezug auf die Energieversorgungssicherheit, aber auch die Pandemie und ihre spezifischen Auswirkungen auf Frauen oder die Stärkung der europäischen Institutionen.

"Die inspirierenden Diskussionen haben gezeigt, dass dieser Austausch und Dialog unter europäischen Spitzenpolitikerinnen notwendig ist. Daher freut es mich, dass Salzburg Ausgangspunkt für ein neues Veranstaltungsformat ist, das künftig jährlich stattfinden soll", so Edtstadler.

Reise in die Ukraine beabsichtigt: "Zeichen europäischer Solidarität und Geschlossenheit"

Erste Überlegungen für eine gemeinsame Reise in die Ukraine, um auch diesbezüglich den Fokus auf Frauen-spezifische Themen zu rücken, sind ein weiteres konkretes Ergebnis der zweitägigen Arbeitsgespräche in Salzburg. Dazu Europaministerin Edtstadler: "22 Prozent der Streitkräfte in der Ukraine sind weiblich. Dies ist ein Aspekt, der in der Berichterstattung über den Krieg selten vorkommt. Frauen stellen das Gros der aus der Ukraine Vertriebenen dar, in Österreich etwa rund 82 Prozent. Es gilt ein starkes Zeichen europäischer Solidarität und Geschlossenheit zu setzen."

Weibliche Kompetenzen für einen nachhaltigeren Blick auf die EU

"Gerade Frauen als Schlüsselfiguren in Krisen und Konflikten können maßgeblich dazu beitragen, Lösungsansätze für europäische Herausforderungen zu finden", unterstrich Edtstadler. Denn Frauen hätten häufig einen anderen, lösungsorientierteren Ansatz bei der Bewältigung von Problemen, der über Partei-, Länder- und Institutionengrenzen hinausgehe. Neben der Bewältigung akuter Krisen seien diese Perspektiven auch für die Entwicklung strategisch ausgerichteter, langfristiger Lösungen erforderlich.

"Wenn wir die Herausforderungen, mit denen die EU konfrontiert ist, nachhaltig bewältigen möchten, benötigen wir eine erhöhte Beteiligung von Frauen an Entscheidungsprozessen auf allen Ebenen und die stärkere Berücksichtigung weiblicher Lebensrealitäten in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Es gilt keine Zeit zu verlieren, wenn es darum geht, miteinander die Weichen für eine resilientere und ambitioniertere, inklusivere und weiblichere Union der Zukunft zu stellen", so die Europaministerin abschließend.

Hintergrund: Spitzenpolitikerinnen aus den EU-Staaten und Vertreterinnen des Europäischen Parlaments in Salzburg

Europaministerin Karoline Edtstadler konnte zur zweitägigen Konferenz im DomQuartier Salzburg sowie auf Schloss Leopoldskron Judit Varga, Ministerin für EU und Justiz in Ungarn, Tytti Tuppurainen, Ministerin für Europäische Angelegenheiten und Eigentumssteuerung in Finnland, die belgische Außenministerin Hadja Lahbib, des Weiteren Irena Dimitrova, Vize-Außenministerin Bulgariens, Zanda Kalniņa-Lukaševica, Vize-Außenministerin und Parlamentarische Staatssekretärin in Lettland, Daniela Grigore Gitman, Staatssekretärin für Europäische Angelegenheiten in Rumänien, und Andreja Metelko-Zgombić, Staatssekretärin für Europa im kroatischen Außenministerium, begrüßen. Zu den Vertreterinnen von Seiten des Europäischen Parlaments zählten dessen Vizepräsidentin Nicola Beer sowie die Abgeordnete Eva Maydell.

Bilder der Konferenz "The Next Generation is Female" sind über das Fotoservice des Bundeskanzleramts kostenfrei abrufbar.

Inhaltliche Informationen zum Thema "Frauenrechte und Gleichstellung in der EU" finden Sie auf der Website des Bundeskanzleramts (Sektion III Frauen und Gleichstellung).