Bundeskanzler Nehammer: Partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Estland weiter verstärken

Bilaterale Beziehungen, Digitalisierung, Ukraine-Krieg und Energiewende im Fokus der Gespräche

Bundeskanzler Karl Nehammer hat die estnische Ministerpräsidentin Kaja Kallas in Tallinn zu einem Arbeitsgespräch getroffen. Im Fokus des Austausches standen vor allem die ausgezeichneten bilateralen Beziehungen zwischen Estland und Österreich, ein stärkerer Austausch hinsichtlich der Digitalisierung, der Krieg in der Ukraine sowie dessen EU-Kandidatenstatus und die Energiewende. Zudem besuchte der Kanzler den Tallinner Wasserflughafen samt Meeresmuseum.

"Estland und Österreich verbinden mehr als 100 Jahre diplomatische Beziehungen und eine partnerschaftliche Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen. Österreich kann gerade beim Thema Digitalisierung viel von Estland lernen. Wir werden daher die Zusammenarbeit in diesem Bereich in Zukunft verstärken", sagte Nehammer nach dem Treffen, der sich bei Ministerpräsidentin Kallas für den produktiven Austausch bedankte.

Ukraine: Einigkeit der EU bewahren – Vorbereitungsraum als Zwischenstufe zum EU-Beitritt

Seit Monaten werde jedoch alles vom russischen Angriffskrieg auf die Ukraine überschattet. Der Krieg habe unfassbares Leid ausgelöst, Tausenden Menschen das Leben gekostet und über 7 Millionen Menschen zur Flucht aus ihrer Heimat gezwungen, so der österreichische Regierungschef. Die Europäische Union sei geschlossen und einig bei den Sanktionen sowie darin, dass Krieg niemals ein Mittel der Politik sein könne. "Wir stehen klar auf der Seite der Menschen in der Ukraine. Jetzt geht es darum, weiterhin Einigkeit in der EU zu bewahren. Denn uns alle eint das gleiche Ziel: All unsere Anstrengungen gelten in erster Linie dem Ende des Angriffskrieges. Priorität hat jetzt außerdem die Schaffung von grünen Korridoren, um das geerntete Korn, Weizen, Mais und Ölsaaten in Millionen Tonnen aus der Ukraine herauszubringen und die Welt damit zu ernähren." Darüber hinaus müsse die EU die Energiewende schaffen, "um mittel- bis langfristig die Abhängigkeit von Russland zu beenden", so Karl Nehammer.

In Bezug auf einen möglichen Beitritt der Ukraine zur Europäischen Union plädierte der Bundeskanzler für einen Europäischen Vorbereitungsraum als Zwischenschritt zwischen einer Zusammenarbeit und dem EU-Vollbeitritt. "Dieser Vorbereitungsraum stärkt die Zusammenarbeit mit der EU und erlaubt es der Ukraine, sich schrittweise den europäischen Standards anzunähern." Die Ukraine hofft darauf, auf dem EU-Gipfel am 23. und 24. Juni in Brüssel einen Kandidatenstatus zu erhalten.

Bilder aus Tallinn sind über das Fotoservice des Bundeskanzleramts kostenfrei abrufbar.