Bundeskanzler Nehammer: Versorgung des Landes sichern ist oberstes Ziel

Kraftwerk Mellach zur Kohlenutzung umrüsten – Sitzung des "kleinen Krisenkabinetts"

Als Reaktion auf die jüngsten Reduktionen der Gaslieferungen aus Russland traf das "kleine Krisenkabinett" zu einer Sitzung zusammen. Dabei wurde konstatiert, dass Österreich derzeit rund 39 Prozent seines Jahresverbrauchs in Gasspeichern eingespeichert habe, wodurch man innerhalb der EU an zweiter Stelle liege. Dazu stellte Bundeskanzler Karl Nehammer fest: "Österreich hat im internationalen Vergleich eine extrem hohe Speicherkapazität. Wir können einen Ganzjahresverbrauch in unseren Speichern einlagern. Bisher läuft die Einspeicherung nach Plan. Jetzt geht es darum, die Reduktion des russischen Gases durch andere Quellen beziehungsweise Lieferanten zu ersetzen, um weiterhin einen Vorrat anlegen zu können."

Der österreichische Regierungschef verwies dabei auf die Vereinbarung zwischen der Regierung und dem VERBUND, wonach das derzeit stillgelegte Fernheizkraftwerk Mellach so umzurüsten sei, sodass dort im Notfall Strom aus Kohle produziert werden könne. "Dafür werden wir alle Vorbereitungen treffen und die notwendigen Maßnahmen setzen. Die Versorgung des Landes zu sichern ist unser oberstes Ziel", betonte Nehammer.

Klimaschutzministerin Leonore Gewessler hielt fest, dass man die Diversifizierung bei den Gaslieferungen vorantreibe, "um uns Schritt für Schritt unabhängiger von russischem Gas zu machen". An dieser Sitzung nahmen auch Wirtschaftsminister Martin Kocher sowie Expertinnen und Experten aus den jeweiligen Ministerien teil. Dabei wurden auch die bisher gesetzten Maßnahmen zur Erhöhung der Füllstände österreichischer Gasspeicher erörtert.