Bundeskanzler Nehammer: Österreich hat die Verpflichtung, mit Hilfe der Vereinten Nationen Ländern in Not direkt und unmittelbar zu helfen

Besuch von UN-Generalsekretär António Guterres in Wien

"Es ist für uns eine große Freude, den Generalsekretär der Vereinten Nationen heute bei uns zu begrüßen. Österreich ist Sitz der Vereinten Nationen (UN). Darüber sind wir stolz und dankbar. Wir haben eine ausgezeichnete Kooperation und werden diese auch weiter ausbauen", sagte Bundeskanzler Karl Nehammer in einer Pressekonferenz im Anschluss an ein Arbeitstreffen mit UN-Generalsekretär António Guterres und Außenminister Alexander Schallenberg im Bundeskanzleramt.

Der UN-Generalsekretär ist anlässlich des Frühjahrstreffen des höchsten Koordinations- und Strategiegremiums der Vereinten Nationen, das er leitet, bis Freitag in Österreich.

Grüne Korridore, um Welternährung zu sichern

Der Besuch sei von den Themen der Zeit geprägt gewesen, so der Kanzler: vom Krieg in der Ukraine und von der Corona-Krise. Im Zentrum des Austausches seien die Möglichkeiten gestanden, die Österreich einerseits als Mitgliedstaat der Europäischen Union und andererseits die Vereinten Nationen hätten, um Frieden zu stiften oder auch konkrete Hilfeleistungen voranzutreiben. Aktuell wichtig seien etwa die grünen Korridore, ein Projekt, das darauf abzielt, geerntetes Korn wie Weizen, Mais und Ölsaaten in Millionen Tonnen aus der Ukraine heraus zu liefern, um die Welt zu ernähren. "Das trifft vor allem Nordafrika, Pakistan und Indien. Es ist eine Aufgabe, die die Weltgemeinschaft gemeinsam stemmen soll und muss. Hier braucht es die enge Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen. Österreich wird, so gut es geht, seinen Beitrag leisten", hielt der Bundeskanzler fest, der versicherte, dass Österreich sich bereits in operativer Umsetzung befinde, um die Ukraine möglichst gut zu unterstützen.

Mit Hilfe der Vereinten Nationen Stabilität und Sicherheit in armen Ländern ermöglichen

Österreich stehe den Vereinten Nationen immer zu Seite, wenn es darum geht, Menschen zu helfen. 8 Millionen Impfdosen seien während der COVID-19 Pandemie gespendet worden. Zudem sei Österreich ein starker Befürworter des World Food Programms, "weil es notwendig ist, Stabilität und Sicherheit für die Menschen auf der Welt ein Stück zu ermöglichen". Österreich werde sich auch auf europäischer Ebene für die weitere Finanzierung einsetzen. Denn auch wenn der europäische Fokus gerade auf den Konflikt zwischen der Russischen Föderation und der Ukraine gerichtet sei, habe Österreich die Verpflichtung, mit Hilfe der Vereinten Nationen Ländern in Not auch direkt und unmittelbar zu helfen: "Wir dürfen neben diesem Krieg in der Ukraine die Welt nicht vergessen. Wir dürfen die Flüchtlingslager im Libanon, in Jordanien und in der Türkei nicht vergessen. Und wir dürfen jene Regionen in Afrika und Asien, die von Armut bedroht sind, nicht übersehen", so der Kanzler.

Bilder von diesem Termin sind über das Fotoservice des Bundeskanzleramts kostenfrei abrufbar.