Raab/Plakolm: Junge Vertriebene nach der Ankunft im Alltag unterstützen

Präsentation eines Buddy-Programms für 12- bis 35-Jährige aus der Ukraine

"Vertriebene Ukrainerinnen und Ukrainer haben sich in Österreich registrieren lassen, was ein Zeichen ist, dass sie länger in unserem Land bleiben wollen. Im Sinne der Nachbarschaftshilfe möchte die Bundesregierung mit humanitärer Hilfe vor Ort und in benachbarten Regionen unterstützen. Zudem versuchen wir, dass die Menschen, die zu uns kommen, einen Platz in der Gesellschaft finden", sagte Integrationsministerin Susanne Raab bei einer Pressekonferenz mit Jugendstaatssekretärin Claudia Plakolm und Unterrichtsminister Martin Polaschek zum Buddy-Programm für junge Ukrainerinnen und Ukrainer. Dessen Ziel sei es, engagierte Menschen aus Österreich in einer Buddy-Partnerschaft mit jungen Vertriebenen zusammenzubringen, damit diese nach der Ankunft in unserem Land unterstützt werden. Von Beginn an seien viele Initiativen ausgerollt sowie Strukturen ausgeweitet und adaptiert worden. "Wir haben ukrainischsprachige Hotlines und ein eigenes Frauenzentrum im Integrationsbereich geschaffen. Außerdem wurde ein breites Angebot an Integrationsmaßnahmen ausgerollt: Deutschkurse, Integrationsberatungen, Orientierungskurse und Servicepoints, wo an einer Stelle unterschiedliche Hilfsangebote erhältlich sind", hielt Susanne Raab fest.

Unterstützung im Alltag und in der Freizeit

"Diese Woche konnte ich bereits eine neue Ehrenamtsförderung für kleine Initiativen in der Gemeinde vorstellen. Dieses zivilgesellschaftliche Engagement wollen wir mit bis zu 2.500 Euro fördern. Gestern konnte ich einen neuen Förderaufruf des Österreichischen Integrationsfonds in der Höhe von 1,6 Millionen Euro für Integrationsprojekte im Zusammenhang mit ukrainischen Vertriebenen ausrollen", so die Integrationsministerin.

Heute freue man sich sehr, dass man ein neues Projekt vorstellen dürfe, wovon man hoffe, dass es eine große Breite erreiche: "In Kooperation mit dem Bildungsminister, der Jugendstaatssekretärin und vielen Organisationen möchten wir das neue Buddy-Projekt für ukrainische Vertriebene vorstellen. Dabei sollen ankommende junge Menschen mit österreichischen Jugendlichen zusammengeführt werden. Ein einheimischer Buddy soll den Neuankömmling im Alltag ganz einfach mitnehmen, etwa, indem er die Schule oder Vereine vorstellt sowie über Bildungsmöglichkeiten informiert und beim Erlernen der deutschen Sprache unterstützt." Es sei wichtig, dass man nicht nur in den klassischen Bildungsstrukturen Anschluss findet, sondern auch in der Freizeit. Das Programm richte sich an die Altersgruppe von 12 bis 35 Jahren. Die Anmeldung als Buddy erfolgt über die Homepage des Integrationsfonds.

Integration durch Vernetzung junger Menschen

Jugendstaatssekretärin Claudia Plakolm hob hervor, dass "Österreich ein Land des Ehrenamtes" sei: "Beinahe jeder zweite junge Mensch engagiert sich in seiner Freizeit ehrenamtlich. Die Vereine und Organisationen unseres Landes machen auch das Herz Österreichs aus." Mit dem heute präsentierten Buddy-Programm soll dazu beigetragen werden, dass "vertriebene junge Menschen aus der Ukraine in diesem Herz des Landes“ ankommen können. Dieses Projekt schaffe "eine großartige Vernetzung" von jungen Ukrainerinnen und Ukrainern mit Gleichaltrigen in Österreich, so Plakolm. Es ermögliche eine Integration mit "besonders niedrigen Barrieren, von Peer to Peer und später auch von Freund zu Freund". Im Vordergrund solle der Spaß bei gemeinsamer Freizeitgestaltung stehen, aber auch das gemeinsame Lernen nach der Schule könne ein wichtiger Baustein sein.

Chance, neue Begeisterung für das Ehrenamt zu entfachen

Die Jugendstaatssekretärin wies auch darauf hin, dass mögliche sprachliche Barrieren bei Aktivitäten im ehrenamtlichen Bereich meist weniger ins Gewicht fallen würden. Denn "das gemeinsame Interesse" steht im Vordergrund. Letztlich würden von diesem Programm alle beteiligten Seiten profitieren: die jungen, vertriebenen Menschen aus der Ukraine genauso wie ihre gleichaltrigen Buddys aus Österreich.

"Nicht zuletzt profitiert auch das Ehrenamt, die unzähligen Vereine und Organisationen in unserem Land, vom Buddy-Programm", so Plakolm. Dieser positive Impuls sei gerade jetzt, nach den langen Einschränkungen durch die Pandemie, sehr zu begrüßen. Es biete die Chance, wieder "neue Begeisterung für das Ehrenamt zu entfachen". Abschließend dankte die Jugendstaatssekretärin für die große Bereitschaft der Organisationen, sich zu beteiligen und für die "unzähligen Hilfsinitiativen, dank derer in den letzten Wochen rasch Hilfe geleistet werden konnte".

Bilder von der Pressekonferenz sind über das Fotoservice des Bundeskanzleramts kostenfrei abrufbar.