Bundeskanzler Kurz: "Österreich im globalen Wettbewerb bestmöglich positionieren"

Umfassende Standortstrategie für globale Positionierung und richtige Zukunftsbranchen

"Wir leben derzeit in einer sehr herausfordernden Zeit. Die Pandemie und die Weltwirtschaftskrise haben Auswirkungen auf uns alle. Die Bewältigung dieser Krise wird uns noch länger beschäftigen. Daher ist es wichtig, dass wir neben dem akuten Krisenmanagement bereits jetzt damit beginnen, darüber nachzudenken, wie der Standort und der Arbeitsmarkt langfristig nachhaltiger, resilienter und dadurch auch stärker werden können", sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Vizekanzler Werner Kogler und Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck zum Kick-Off der Standortstrategie 2040 unter dem Thema "Chancenreich Österreich – digital, nachhaltig wirtschaften", die in der Wirtschaftsuniversität Wien stattfand.

"Wir haben als Bundesregierung mit dem Comebackplan das Ziel, 500.000 Menschen, die derzeit nicht in Beschäftigung sind, wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Dabei wollen wir die Ökologisierung und Digitalisierung vorantreiben und natürlich auch dem Weg der steuerlichen Entlastung treu bleiben", betonte Sebastian Kurz. Darüber hinaus müsse man intensiv daran arbeiten, Österreich im globalen Wettbewerb "bestmöglich" zu positionieren. Dieser drehe sich um die besten Unternehmen, die besten Talente und vor allem um nachhaltige Arbeitsplätze. Die entscheidenden Fragen dabei seien etwa, welche Sektoren in der Zukunft Jobs sichern, welche Stärken Österreich weiterentwickeln und ausbauen solle und, welche neuen Bereiche erschlossen werden sollen, in denen man jetzt noch nicht ausreichend aufgestellt sei, so der Kanzler.

"Die Wirtschaft und der Arbeitsmarkt verändern sich in einem enormen Tempo. Nicht nur die Art und Weise, wie wir uns fortbewegen, kommunizieren und lernen, sondern auch wie wir arbeiten und produzieren. Wir haben daher im Regierungsprogramm vorgesehen, dass es die Entwicklung einer langfristigen Strategie für unseren Wirtschaftsstandort geben soll. Heute findet dazu das Kick-Off statt", erklärte der Regierungschef, der sich bei der zuständigen Wirtschaftsministerin und beim Vizekanzler für das Projekt bedankte. Das Ziel sei, "erstmals in Österreich eine umfassende Standortstrategie für die globale Positionierung zu entwickeln und auf eine Verzahnung von Wirtschafts-, Forschungs- und Bildungspolitik sowie anderen Sektoren zu setzen". Der Prozess dazu sei sehr umfassend, daher würden nicht nur die zuständigen Ministerien daran arbeiten, sondern auch die Sozialpartner und die Stakeholder aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft.

"Es ist entscheidend, nicht nur im Hier und Jetzt zu leben, sondern vor allem auch daran zu arbeiten, die richtigen Zukunftsbranchen für Österreich für die nächsten Jahrzehnte zu definieren und alles zu tun, dass wir im globalen Wettbewerb in diesen Bereichen gut aufgestellt sind", sagte der Bundeskanzler in seinem Statement.

Vizekanzler Kogler: "Transformation statt Depression"

Vizekanzler Werner Kogler führte aus, dass es darum gehe, den Wirtschaftsstandort Österreich nachhaltiger und wettbewerbsfähiger zu gestalten. Im Hinblick auf den Wettbewerb der Zukunft werden Europa und Österreich in manchen Bereichen weder Indien, China oder die USA überholen können. Es gebe aber ausreichend viele Bereiche im Segment der Ökologisierung und der Umwelttechnologie, in denen die Chance bestehe, wirtschaftliche Führerschaft zu verwirklichen. Die Frage, ob und inwieweit Europa hier weiterhin erfolgreich bleibe, werde auch vom erfolgreichen Agieren in diesem Segment abhängen. Der Wettbewerb in diesem Sektor werde nicht nur darüber geführt werden, wo die grünsten, ressourceneffizientesten und emissionsärmsten Produkte hergestellt würden, sondern auch, wie die nachhaltigsten Produktionsweisen angewandt werden. "Darauf wird es ankommen", so Kogler, der darauf verwies, dass diese Initiative ein Beitrag sei, um die „Wettbewerbsfähigkeit des Standortes“ zu stärken und zu modernisieren. "Transformation statt Depression", müsse daher das Schlagwort lauten, betonte der Vizekanzler.

Ministerin Schramböck: Mit sieben Schwerpunkten das wirtschaftliche Potential Österreichs heben

Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck erklärte, dass Österreich bereits jetzt Wege finden müsse, um stärker aus der Krise hervorzugehen. Aufgrund der Diversität des wirtschaftlichen Ökosystems wurden die verschiedenen Branchen unterschiedlich hart getroffen. Während etwa die Industrie gut durch die Krise gekommen sei, gebe es in anderen Bereichen massiven Aufholbedarf. "Es wird daher nicht eine einzige Vorgehensweise geben, die für alles passt. Es braucht ein Konzept, das unterschiedliche Teilbereiche berücksichtigt und damit die Vielfältigkeit der österreichischen Unternehmerschaft abbildet. Unser gemeinsames Ziel ist es, Beschäftigung abzusichern und neue Arbeitsplätze zu schaffen."

Es brauche daher Perspektiven und Vertrauen, um Österreich im internationalen Wettbewerb noch besser zu positionieren. "Jetzt geht es darum, die dafür richtigen Bereiche herauszufinden und diese zu stärken. Unser Ziel ist es, Österreich von den 'Hidden Champions' in die 'Champions League' im Wirtschaftsbereich zu führen." Konkret werde der Fokus auf sieben Schwerpunkte gelegt, die mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Expertinnen und Experten ausgearbeitet wurden. Diese betreffen die Bereiche Digitalisierung der industriellen Produktion, neue digitale Geschäftsmodelle in Dienstleistungsbereichen, spezialisierte Technologieführerschaften, Energie und Mobilitätswende, Green Materials, Life Science und Gesundheit sowie Lebensqualität, Kreativität und Kunst.

"Es geht darum, neue Arbeitsplätze in Österreich zu schaffen sowie das wirtschaftliche Potential zu heben. Wenn wir das tun, dann schaffen wir heute Wohlstand für die Familien, wir tun es aber auch für die Kinder, um ihnen attraktive Chancen und Lebensbedingungen zu bieten", so die Wirtschaftsministerin abschließend.

Bilder von diesem Termin sind über das Fotoservice des Bundeskanzleramts kostenfrei abrufbar.

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