Bundeskanzler Kurz: Wir tragen gemeinsam Verantwortung, dass Österreich gestärkt aus dieser Krise hervorgehen kann

Gedenkakt für die Todesopfer der Corona-Pandemie

"Die Corona-Pandemie hat uns allen viel abverlangt. Die größte Pandemie und die heftigste Weltwirtschaftskrise der jüngeren Zeitgeschichte haben Wunden und Narben hinterlassen, die uns alle noch lange beschäftigen werden", sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz beim Gedenkakt für die Todesopfer der Corona-Pandemie in der Aula der Wissenschaften in Wien. Neben Bundespräsident Alexander Van der Bellen und Vizekanzler Werner Kogler nahmen auch das Präsidium des Nationalrats, Vertreter der Religionsgemeinschaften, der Medizin und Pflege sowie Angehörige der Verstorbenen an der Veranstaltung teil. Musikalisch begleitet wurde das Gedenken von den Wiener Philharmonikern.

Weltweit seien mittlerweile Millionen Menschen erkrankt beziehungsweise an den Folgen der Erkrankung verstorben, unzählige hätten ihren Lebensunterhalt verloren; Ältere seien monatelang isoliert gewesen, Familien seien durch die Vielfachbelastungen an ihre Grenzen gestoßen. Viele hätten in den unterschiedlichsten Bereichen fast Übermenschliches geleistet, so Sebastian Kurz.

"In Österreich haben fast 10.000 Menschen ihr Leben verloren. Sie hinterlassen eine schmerzhafte Lücke als Väter, als Mütter, als Großeltern, Geschwister, als Kinder oder Freunde. Unser Mitgefühl gilt den Hinterbliebenen. Das Schicksal von jedem einzelnen Opfer sollte uns Warnung sein, dass wir als Gesellschaft dieses heimtückische Virus niemals unterschätzen", sagte der Kanzler.

Es bestehe dennoch Hoffnung, da die Impfung funktioniere und bis zum Sommer jeder und jedem in Österreich eine Impfung angeboten werden könne. Dadurch bestehe die Möglichkeit, unzählige Menschenleben zu retten und man könne damit zeigen, dass globale Krisen gemeinsam überwunden werden können.

"Die Corona-Pandemie hat nicht nur Leid, Angst und Verzweiflung, sondern auch Ablehnung und Wut in unsere Gesellschaft gebracht: Tiefe Gräben sind entstanden zwischen jenen, die die Ansteckung fürchten und bereit sind, dafür auch ihre Freiheit maximal einzuschränken, und all jenen, die die Ansteckung weniger oder gar nicht fürchten und nicht bereit sind, ihre Freiheit dafür einzuschränken", hielt der Bundeskanzler fest. Das spiegle sich auch in der Politik wider und Gräben würden sich im öffentlichen Diskurs, oft innerhalb von Familien auftun. Es werde noch ein langer Weg zurückzulegen sein, um diese Kluft zu überwinden.

"Aber als Familie, als Gesellschaft und auch als Nation muss es unser Ziel sein, diese Gräben zu überwinden, aufeinander zuzugehen und uns auch wieder zu versöhnen. Wir alle tragen die Verantwortung, dass wir uns von diesem Virus nicht spalten lassen. Wie alle tragen Verantwortung, dass unser Österreich in den nächsten Monaten gestärkt und geeint aus dieser schwierigen Zeit hervorgehen wird. Ich glaube, das ist auch bestimmt im Sinne all jener, die uns in den vergangenen Monaten schon vorausgegangen sind", so der Kanzler abschließend.

Bilder von diesem Termin sind über das Fotoservice des Bundeskanzleramts kostenfrei abrufbar.