Bundeskanzler Kurz: Teststrategie bietet Chancen, das Infektionsgeschehen besser kontrollieren zu können

Weitere Öffnungsschritte rund um Ostern möglich

"Wir haben in Österreich nach wie vor eine stabile Infektionslage und haben damit zu kämpfen, dass die Mutationen zugenommen haben. Wenn wir nicht alle vorsichtig sind, ist die Gefahr eines exponentiellen Wachstums sehr groß", sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz im Anschluss an Gespräche mit Expertinnen und Experten sowie Landeshauptleuten und dem Gemeindebund im Bundeskanzleramt.

"Wir setzen neben den notwendigen Einschränkungen auf das Tragen von FFP2-Masken und auf das intensive Testen. Mittlerweile haben wir über 500 Teststationen im Land sowie über 800 Apotheken und 700 Betriebe. Österreich ist das erste Land in Europa, das auf intensive Tests in den Schulen setzt. Diese Strategie bietet eine gute Chance, das Infektionsgeschehen unter Kontrolle halten zu können“, betonte der österreichische Regierungschef. Darüber hinaus werde man ab 1. März in den Apotheken Selbsttests gratis beziehen können, um sich daheim testen zu können.

Durch die unberechenbare Situation werde man sich in 14 Tagen wieder mit den Expertinnen und Experten beraten und eine Entscheidung über weitere Öffnungsschritte treffen. "Wir sind voller Hoffnung, dass es gelingt, das Infektionsgeschehen halbwegs unter Kontrolle zu halten, obwohl in Österreich Schulen und Handel jetzt wieder geöffnet sind. Es wäre derzeit nicht möglich, weitere Öffnungsschritte zu setzen. Wir rechnen damit frühestens rund um Ostern", so Sebastian Kurz.

Anschober: Positive Entwicklung hinsichtlich der Todeszahlen

Gesundheitsminister Rudolf Anschober berichtete über zwei sehr erfreuliche Entwicklungen: "Erstens die Zahl der Todesfälle: Hier konnte Österreich seit Jahresbeginn ganz drastische Rückgänge vermelden: Wir waren im Dezember bei etwas über 3000 Todesfällen, im Jänner bei der Hälfte und scheinen das im Februar noch einmal deutlich zu unterschreiten. Jetzt ist für uns das Ranking nicht das Entscheidende, aber in dieser Frage liegt Österreich bei den besten Ländern in der EU. Ich hoffe sehr, dass wir diese positive Entwicklung fortsetzen können", so Anschober. Ein Hintergrund dieser Entwicklung dürfte die erfreuliche Situation in den Alten- und Pflegeheimen sein, wo es gelungen sei, die hohen Infektionszahlen drastisch zu reduzieren.

Was die Öffnungsschritte beträfe, können man nach einer Woche noch keine Auswirkungen feststellen. Was die Entwicklung der Mutationen betreffe, gebe es starke Zunahmen, die die Regierung mit großer Aufmerksamkeit verfolge. Als Gegenmaßnahme würde die Bundesregierung vor allem mit enormer Testintensität reagieren. "Wir haben es erreicht, dass wir pro Tag mittlerweile weit über 200.000 Testungen haben Dadurch konnten wir sehr viele betroffene Menschen, die asymptomatisch sind oder nur leichte Symptome haben, aus dem Infektionszyklus herausholen", so Anschober. Dadurch würden auch die Infektionszahlen ansteigen, weil sichtbar gemacht werde, was an realem Infektionsgeschehen in Österreich vorhanden sei.

In 2 Wochen würde man sich die Entwicklung erneut ansehen. Insgesamt sei es das erklärte Ziel, bis Ostern gut durchzukommen. Dann sei die Situation zum einen aufgrund der höheren Temperaturen besser, da diese einen Aufenthalt im Freien ermöglichen, was zu einem geringeren Ansteckungsgeschehen führe. Zum anderen würde eine höhere Zahl an Geimpften eine deutliche Verbesserung mit sich bringen, sollen doch bis Ostern 1 Million Menschen geimpft sein. "Wenn wir das schaffen, dann bedeutet das, dass das Risiko für schwere Erkrankungen gerade in den sogenannten Hochrisikogruppen deutlich reduziert wird", so der Gesundheitsminister abschließend.

Bilder von diesem Termin sind über das Fotoservice des Bundeskanzleramts kostenfrei abrufbar.