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Integrationsministerin Raab: Start für weitere Informationsoffensive für Menschen mit Migrationshintergrund in Österreich

Reisewarnung für die Westbalkan-Länder und die Türkei: Zweite Corona-Welle verhindern

"In Österreich haben mehr als 2 Millionen Menschen Wurzeln im Ausland. Mehr als 531.000 davon stammen aus den Ländern des ehemaligen Jugoslawien, fast 283.000 Menschen aus der Türkei. Diese Menschen haben oft Verwandte, Freunde und Bekannte in ihren Herkunftsländern und verbringen ihre Urlaube oftmals dort. Doch 2020 ist aufgrund der Corona-Epidemie, auch was die Sommer- und Urlaubsplanung angeht, ein besonderes Jahr, denn es besteht die Gefahr, dass das Virus aus dem Urlaub nach Österreich getragen wird. Das dürfen wir nicht zulassen", sagte Integrationsministerin Susanne Raab bei einer Pressekonferenz zum Thema "Aktuelles zu Corona im Hinblick auf die Reisefreiheit" im Bundeskanzleramt.

Österreich befindet sich, was die Corona-Zahlen angeht, weiterhin auf einem guten Weg, auch wenn es regionale Auffälligkeiten gibt. In den Ländern auf dem Westbalkan ist jedoch aktuell ein deutlicher Anstieg der Corona-Fälle zu verzeichnen, wie Raab betonte. Daher verhängt das Außenministerium mit sofortiger Wirkung eine Reisewarnung für Bosnien-Herzegowina, den Kosovo, Nordmazedonien, Albanien, Montenegro und Serbien. Auch für die Türkei besteht nach wie vor eine ausdrückliche Reisewarnung. Experten würden daher bereits vor einer zweiten Krankheitswelle in Österreich warnen, so die Bundesministerin.

"Während der Corona-Krise haben wir die Erfahrung gemacht, dass gewisse Migrantengruppen nur schwer über die üblichen Informationskanäle zu erreichen sind. Wir müssen jedoch sicherstellen, dass sich alle in Österreich lebenden Menschen an die Regeln halten, um eine zweite Welle zu verhindern. Daher nehme ich die bevorstehende Urlaubssaison und die neuen Reisewarnungen zum Anlass, um eine weitere Informationskampagne für Menschen mit Migrationshintergrund in Österreich zu starten", hielt die Integrationsministerin fest.

Migrantinnen und Migranten mit Wurzeln im Westbalkan-Raum und der Türkei umfassend informieren

Die Informationsoffensive richte sich vor allem an jene Migrantinnen und Migranten, deren Wurzeln in den Ländern des Westbalkan sowie in der Türkei liegen. Demnach sollen Urlaubsreisen in jene Länder unbedingt unterlassen werden. Können Fahrten nicht vermieden werden, ist bei der Rückkehr nach Österreich eine verpflichtende 14-tägige Quarantäne einzuhalten oder ein negativer Corona-Test vorzulegen, der nicht älter als 4 Tage ist. Diese Vorgaben werden streng kontrolliert – bei Verstößen drohen Strafen. Außerdem dürfen Drittstaatsangehörige nur in begründeten Ausnahmefällen nach Österreich einreisen.

Die Informationskampagne wird in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) umgesetzt: Neben den Beraterinnen und Beratern in den Integrationszentren des ÖIF, die über die aktuellen Reisewarnungen sowie über wichtigen Vorsichts- und Hygienemaßnahmen während der Urlaubssaison informieren, werden auf der Website des ÖIF laufend aktuelle Informationen zur Verfügung gestellt. Eine Zusammenarbeit mit den wichtigsten Medien für Menschen mit Migrationshintergrund, Newsletter an alle relevanten Kontakte wie etwa Regionalbehörden, Soziale Dienste, Vereine, Polizeidienststellen und weiteren Organisationen im Integrationsbereich und die Verbreitung über die Social-Media-Kanäle komplettieren das Angebot. Die Informationen werden auf Deutsch sowie in den jeweiligen Sprachen der betroffenen Länder zur Verfügung stehen.

Abschließend appellierte Raab an alle Menschen in Österreich, an ihre eigene Gesundheit sowie an die ihrer Familien und Mitmenschen zu denken und die Reisewarnung des Außenministeriums ernst zu nehmen: "Viele haben sich nach dieser schwierigen Zeit auf ihren verdienten Urlaub im Ausland und auf ein Wiedersehen mit Verwandten und Freunden gefreut. Allerdings gilt es nun, eine weitere Infektionswelle zu verhindern. Hier sind wir darauf angewiesen, dass alle Menschen in Österreich mitmachen, auch wenn das leider bedeutet, dass wir auf etwas verzichten müssen, worauf wir uns schon lange gefreut haben. Helfen wir alle zusammen, damit es zu keiner zweiten Welle kommt."

Bilder von diesem Termin sind über das Fotoservice des Bundeskanzleramts kostenfrei abrufbar.