Der Gebrauch von Cookies erlaubt uns Ihre Erfahrungen auf dieser Website zu optimieren. Wir verwenden Cookies zu Statistikzwecken und zur Qualitätssicherung. Durch Fortfahren auf unserer Website stimmen Sie dieser Verwendung zu. Erfahren Sie mehr.

Bundesministerin Raab: "Integration ist ein zweiseitiger Prozess"

Erste Auslandsreise führt Integrationsministerin nach Berlin – Treffen mit Ministern Seehofer und Widmann-Mauz

Susanne Raab, Bundesministerin für Frauen und Integration im Bundeskanzleramt, ist im Rahmen ihrer ersten Auslandsreise mit dem deutschen Innenminister Horst Seehofer und ihrer Amtskollegin im Kanzleramt, Annette Widmann-Mauz, in Berlin zusammengetroffen. Bei den Arbeitsgesprächen der Ministerin wurden aktuelle Entwicklungen in der Integrationspolitik Österreichs und Deutschlands thematisiert.

Beim Austausch mit Annette Widmann-Mauz, der Beauftragten der deutschen Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, standen insbesondere die Herausforderungen bei der Integration von Frauen im Mittelpunkt. Susanne Raab hielt dazu fest: "Für mich war immer schon klar, dass Frauen als Integrationsmotoren eine Schlüsselrolle im Integrationsprozess einnehmen. Als Vorbilder für die nächste Generation, also für unsere Kinder, haben sie einen entscheidenden Einfluss darauf, ob die Integration in unsere Gesellschaft gelingt. Als Frauen- und Integrationsministerin werde ich zukünftig einen besonderen Schwerpunkt auf die Förderung des Integrationsprozesses von Frauen legen."

Enge Zusammenarbeit im Kampf gegen Extremismus

"In Österreich verstehen wir Integration als beidseitigen Prozess unter dem Motto 'Fördern und Fordern': Denn es zählt nicht, woher jemand kommt, sondern was sie oder er bereit ist, in Österreich zu leisten", so die Integrationsministerin anlässlich ihres Gesprächs mit Horst Seehofer. Der deutsche Innenminister bekräftigte, dass Deutschland und Österreich vor ähnlichen Herausforderungen stünden. Beide Länder würden für eine Integrationspolitik des Förderns und Forderns eintreten und sich auf diesem Weg durch die bisherigen positiven Erfahrungen bestärkt sehen.

Zu den ebenfalls thematisierten Maßnahmen im Kampf gegen extremistische Tendenzen, wie den politischen Islam oder den steigenden Antisemitismus, hielt Raab fest: "Extremismus kennt keine Landesgrenzen. Deshalb muss der gemeinsame Kampf gegen Radikalisierung und insbesondere gegen Islamismus in Europa oberste Priorität haben. Beim Kampf gegen den politischen Islam gilt für mich null Toleranz." Daher plane Österreich eine Dokumentationsstelle für den politischen Islam. "Damit wollen wir islamistische Netzwerke, die im Dunkeln liegen, aufdecken. Denn Extremismus, egal ob Rechtsextremismus, Linksextremismus oder Islamismus, ist aufs Schärfste zu verurteilen und hat in unserer Gesellschaft keinen Platz", bekräftigte die Integrationsministerin. Abschließend zeigten sich Seehofer und Raab darin einig, dass eine enge Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Österreich im Kampf gegen den Extremismus für beide Seiten von Vorteil sei.

Lokalaugenschein in Berliner Problemkiez

Bereits am Vormittag war die Integrationsministerin mit dem Islamismus- und Deradikalisierungsexperten Ahmad Mansour zusammengetroffen. Gemeinsam besuchten sie den West-Berliner Bezirk Wedding, in dem überdurchschnittlich viele Menschen mit Migrationshintergrund leben. "Die Herausforderungen der Integration in Deutschland werden insbesondere in einem Viertel wie Wedding sichtbar", so Raab nach dem Lokalaugenschein. "Der Austausch mit Ahmad Mansour hat mich einmal mehr darin bestärkt, den österreichischen Weg der Integration durch Leistung konsequent fortzusetzen. Die verpflichtenden Werte- und Orientierungskurse sind eine wichtige Maßnahme im Kampf gegen Radikalisierung und den politischen Islam", so Raab.

Bilder aus Berlin sind über das Fotoservice des Bundeskanzleramtes kostenfrei abrufbar.