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Aufruf von Bundeskanzler und Kultusministerin: "Verzicht auf Familientreffen zu Allerheiligen und Allerseelen"

Bischofskonferenz folgt Appell an die Bevölkerung und definiert Regeln für Besuche von Friedhöfen zu Allerheiligen und Allerseelen

"Wir sind in Österreich in einer sehr ernsten Lage, was die Ausbreitung des Coronavirus betrifft. Jetzt geht es darum, dass wir mit konsequenten Maßnahmen diese Entwicklung bremsen. Deshalb appellieren wir an die Eigenverantwortung der österreichischen Bevölkerung, heuer am Allerheiligen- und Allerseelen-Wochenende auf Familientreffen und den gemeinschaftlichen Besuch der Friedhöfe und Gräber zu verzichten", betonten Bundeskanzler Sebastian Kurz und Kultusministerin Susanne Raab.

Kurz und Raab äußerten großes Verständnis dafür, dass gerade Allerheiligen und Allerseelen wichtige Feste sind und den Menschen momentan große Opfer abverlangt werden. Vor allem in diesen Tagen werde der Verstorbenen gedacht und Familien würden noch enger als sonst zusammenrücken. Gerade heuer habe das Allerheiligen- und Allerseelen-Wochenende für jene eine besondere Bedeutung, die sich bei Todesfällen während der ersten Corona-Welle nicht bei Angehörigen oder Freunden verabschieden konnten.

"Ich weiß, Allerheiligen und Allerseelen ist für viele eine Art 'nach Hause kommen' und traditionell eine Zeit im Jahr, um die ganze Familie wieder zu treffen. Doch leider ist es heuer wichtig, dass wir aus Rücksicht aufeinander und aus Umsicht für die Gesundheit und die Arbeitsplätze in unserem Land dieses Fest anders begehen, als wir es gewohnt sind. Die Österreicherinnen und Österreicher können durch ihren Verzicht auf ein Familientreffen, auch wenn das schwerfällt, einen Beitrag für ihr Land und für die Menschen in unserem Land leisten. Die nächsten Monate werden ein rot-weiß-roter Kraftakt, schlicht und ergreifend, weil wir alle in Österreich und in Europa schon Corona-müde sind. Ich bitte die Bevölkerung trotzdem, durchzuhalten", so Bundeskanzler Sebastian Kurz.

"Wir befinden uns in einem besonderen Jahr mit besonderen Herausforderungen für uns alle, deshalb bedarf es rund um diese Feiertage auch neuerlich einer gemeinsamen Kraftanstrengung. Ich bitte alle, die Feierlichkeiten rund um Allerheiligen und Allerseelen mit besonderer Rücksicht auf unsere Nächsten und die gesamte Gesellschaft zu begehen. Im Kampf gegen die Pandemie appellieren wir daran, die Gräber nur mit jenen Menschen zu besuchen, mit denen man im gemeinsamen Haushalt lebt", betonte Kultusministerin Raab. Dieses Anliegen ist auch bei einem Gespräch mit Erzbischof Franz Lackner, dem Vorsitzenden der Österreichischen Bischofskonferenz, in gewohnt kooperativem Dialog besprochen worden.

"Ich weiß, dass die Gläubigen dieses Jahr bereits viele Opfer bringen mussten und der Verzicht auf die gemeinsame Zeit im Kreise der Familie schwerfällt, besonders auch zu Allerheiligen und Allerseelen", so Raab. Sie erinnert in diesem Zusammenhang auch daran, dass bisher in der Corona-Krise die Zusammenarbeit mit allen Glaubensgemeinschaften sehr gut funktioniert hat. "Gemeinsam mit den Kirchen- und Glaubensgemeinschaften haben wir wichtige Maßnahmen im Kampf zur Bekämpfung der Corona-Pandemie geleistet."

Erzbischof Franz Lackner, Vorsitzender der Bischofskonferenz: "Für uns als Christinnen und Christen ist das gemeinsame Gebet für die Toten, denen wir vieles verdanken, überaus wichtig. Wir bedauern sehr, dass sich die Situation in den vergangenen Wochen derart zugespitzt hat und wir nun hinsichtlich der gemeinsamen Friedhofsfeiern Regelungen treffen müssen. Als katholische Kirche wollen wir wie bisher verantwortungsvoll mit der schwierigen Situation umgehen und daher dem Ersuchen der Regierung und der Landeshauptleute nachkommen, dass das christliche Totengedenken heuer nur im kleinsten Rahmen stattfinden soll."