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Bundeskanzlerin Bierlein: Frauenpolitische Themen verstärkt in den Fokus rücken

Konferenz des Österreichischen Behindertenrats

"Seit 1976 gibt es in Österreich eine repräsentative Dachorganisation der Behindertenverbände, nämlich den Österreichischen Behindertenrat. In dieser Zeit haben Sie für Behinderte viel erreicht, etwa das Pflegegeldgesetz oder das Bundes-Behindertengleichstellungsgesetz. Ohne die beharrliche Arbeit der Verbände und des Dachverbandes wären diese Erfolge nicht möglich gewesen", sagte Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein bei der Eröffnung der Konferenz des Österreichischen Behindertenrats. Die Bundeskanzlerin dankte dabei den Verantwortlichen für ihre unermüdliche Arbeit.

Seit seiner Gründung wird die Arbeit des Österreichischen Behindertenrates durch das Sozialministerium begleitet und unterstützt. Diese enge Zusammenarbeit zwischen Zivilgesellschaft und staatlichen Stellen sei "besonders sinnvoll und zielführend".

Nationaler Aktionsplan Behinderung 2012 bis 2020

Mit dem Nationalen Aktionsplan Behinderung 2012 bis 2020 (NAP) hat das Sozialministerium unter anderem eine Strategie zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention erarbeitet. Dieser Aktionsplan widmet sich in einem Kapitel auch dem Thema Frauen mit Behinderung, den spezifischen Zielsetzungen und geplanten Maßnahmen. Daraus geht hervor, dass Frauen neben behinderungsspezifischen Belastungen zusätzlich durch geschlechtsspezifische Merkmale von Benachteiligungen betroffen sind. Frauen mit Behinderung sind nicht nur gegenüber nichtbehinderten Frauen deutlich schlechter gestellt, sondern auch gegenüber Männern mit Behinderungen. Sie haben Nachteile in den Bereichen Bildung, Berufsausbildung, Beruf (häufig schlechtbezahlte typische Frauenberufe, im Fall von Arbeitslosigkeit geringere Sozialleistungsansprüche) und Alter (niedrige Pensionen). Frauen mit Behinderungen geraten öfter in Armut als Männer mit Behinderungen.

Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein, Bundesministerin Ines Stilling, Bundesministerin Brigitte Zarfl

"Natürlich müssen wir darüber sprechen!"

Beeinträchtigte Frauen und Mädchen seien besonders gefährdet, Opfer von Gewalt und sexuellem Missbrauch zu werden, betonte Bierlein. "Es ist daher ganz besonders wichtig, dass der Österreichische Behindertenrat bei seiner heurigen Konferenz ein so relevantes frauenpolitisches Thema in den Fokus rückt", so die Bundeskanzlerin weiter.

Sie sei beim Durchlesen des Programms beeindruckt gewesen, wie umfassend das Thema "Frauen mit Behinderungen" in den zweitägigen Beratungen behandelt werde. "Den Zusatz 'Müssen wir darüber überhaupt sprechen?' betrachte ich als rein rhetorisch: Denn natürlich müssen wir!" Abschließend wünschte Brigitte Bierlein den Teilnehmenden, dass "die Bemühungen, die Situation der Menschen mit Beeinträchtigungen in unserem Land zu verbessen, größtmöglichen Erfolg haben".

Bilder von diesem Termin sind über das Fotoservice des Bundeskanzleramtes kostenfrei abrufbar.