Resilienz im europäischen Kontext

Konfrontiert mit diversen geopolitischen, klimatischen, wirtschaftlichen und technologischen Risikofaktoren ist die EU gefordert, Krisen unterschiedlicher Art zu antizipieren und zu bewältigen. Dazu braucht es neben einem verbesserten sektorübergreifenden und grenzüberschreitenden Krisenmanagement vor allem eine Verbesserung der zivilen sowie militärischen Vorsorge und Abwehrbereitschaft in der EU und ihren Mitgliedstaaten.

Resilienz bedeutet sowohl aktuellen Krisen gut zu begegnen, als auch sich an Veränderungen anzupassen und sich nach Störungen schnell erholen zu können, während zentrale Funktionen aufrechterhalten werden. Resilienz wird in der Regel breit verstanden und umfasst zahlreiche Dimensionen, wie etwa die Wirtschaft oder Gesundheit, das soziale und gesellschaftliche Leben, den institutionellen Bereich, Klima und Umwelt sowie den Bereich Sicherheit und Geopolitik.

Die EU verfolgt unter dem Schlagwort "Resilienz 2.0" einen proaktiven und vorausschauenden Ansatz. Dazu werden im Jahresbericht der Europäischen Kommission über strategische Vorausschau 2025 8 Schlüsselfelder zur Sicherstellung der langfristigen Resilienz der EU definiert.

Die im März 2025 vorgelegte EU-Bereitschaftsstrategie greift größtenteils die Schlussfolgerungen des sogenannten Niinistö-Berichts zur Verbesserung der zivilen sowie militärischen Vorsorge und Abwehrbereitschaft in der EU auf. Die Strategie ist ein Schlüsselinstrument im Bestreben um eine effiziente Vorsorge und Abwehrbereitschaft der Gesellschaft als Ganzes, der einzelnen Bürgerinnen und Bürger oder auch der kritischen Infrastrukturen, um die Lebensgrundlage, Werte, wirtschaftliche Stabilität und den nachhaltigen Wohlstand Europas zu sichern. Sie skizziert eine Vision hin zu gemeinsamen Anstrengungen der EU-Institutionen, der Mitgliedstaaten und der Zivilgesellschaft, diese Ziele bis 2030 zu erreichen.

Schwerpunkte

  • Vorausschau und Antizipation,
  • Resilienz von für das Funktionieren der Gesellschaft wesentlicher Funktionen,
  • Vorsorge durch die Bevölkerung,
  • öffentlich-private Kooperation,
  • zivil-militärische Kooperation,
  • Koordinierung der Reaktion auf Krisen,
  • Resilienz durch externe Partnerschaften.

Die Strategie umfasst insgesamt 63 Maßnahmen und ist im Kontext anderer wesentlicher Initiativen auf Ebene der EU zu sehen, welche sich gegenseitig ergänzen. Diese sind unter anderem

  • die Europäische Strategie für die innere Sicherheit – ProtectEU,
  • das Gemeinsame Weißbuch zur europäischen Verteidigung – Readiness 2030,
  • der Europäische Plan zur Anpassung an den Klimawandel,
  • der Rechtsakt zu kritischen Arzneimitteln,
  • der Deal für eine saubere Industrie,
  • der Europäische Pakt für die Meere,
  • der Europäische Schutzschild für die Demokratie und
  • die Union der Kompetenzen.

Österreich erachtet den umfassenden Ansatz der Strategie als eine solide Grundlage für eine koordinierte und wirksame Reaktion auf vielschichtige Herausforderungen. Die Umsetzung der Strategie wird auf technischer Ebene in der Ad-hoc-Gruppe "Krisenvorsorge, Reaktionsfähigkeit und Resilienz gegenüber künftigen Krisen" des Rates der Europäischen Union laufend besprochen.

Kontakt im Bundeskanzleramt

Abteilung IV/9 - Krisenkoordination und Resilienz, Wissenschaft und Forschung, Digitalisierung, Technologie sowie Gesundheit und Konsumentenschutz
E-Mail: abteilung-iv9@bka.gv.at

Abteilung IV/10 - Europakommunikation und Strategie (bei Fragen zur strategischen Vorausschau und langfristigen Resilienz)
E-Mail: iv10@bka.gv.at

Weiterführende Informationen

EU-Strategie der Bereitschaftsunion

Niinistö-Bericht

Strategische Vorausschau 2025