Waldbrände in Frankreich und Spanien: EU verstärkt Unterstützung

Löschflugzeuge, Hubschrauber und Feuerwehrteams unterstützen die Bekämpfung der Waldbrände in Frankreich, Spanien und anderen Ländern – EU-Katastrophenschutzverfahren und "rescEU"-Reserve ermöglichen schnelle grenzüberschreitende Hilfe – Umfangreiche Vorsorgemaßnahmen und neue EU-Waldbrandstrategie stärken die gemeinsame Reaktionsfähigkeit auf künftige Waldbrände

Satellitenaufnahme der Waldbrände in Europa

Die Europäische Union hat ihre Unterstützung für Frankreich, Spanien und allfällige weitere Staaten im Kampf gegen die aktuellen Waldbrände deutlich ausgeweitet. Über das EU-Katastrophenschutzverfahren (Englisch: "Union Civil Protection Mechanism", kurz: UCPM) wurden Löschflugzeuge, Hubschrauber, Feuerwehrkräfte und weitere Einsatzmittel aus mehreren europäischen Ländern mobilisiert. Damit sollen die betroffenen Staaten, insbesondere Frankreich und Spanien, bei der Bekämpfung der Brände rasch unterstützt und die Auswirkungen auf Bevölkerung, Infrastruktur und Umwelt möglichst gering gehalten werden. Die Einsätze zeigen, wie europäische Zusammenarbeit im Katastrophenschutz grenzüberschreitende Hilfe innerhalb kurzer Zeit möglich macht.

EU-Kommissarin Lahbib: "Kein Land sollte jemals einer Katastrophe dieses Ausmaßes allein gegenüberstehen"

Die EU-Kommissarin für Resilienz, humanitäre Hilfe und Krisenmanagement sowie Gleichstellung, Hadja Lahbib, sagte dazu am 27. Juli 2026:

"Kein Land sollte jemals einer Katastrophe dieses Ausmaßes allein gegenüberstehen. Genau deshalb hat Europa eine gemeinsame Einsatzfähigkeit aufgebaut: Flugzeuge in der Luft, Feuerwehrleute am Boden und mehr Unterstützung, die bereitsteht, sobald sie gebraucht wird. An die Menschen in Frankreich und Spanien: Europa wird an eurer Seite stehen, bis die Feuer gelöscht sind."
EU-Kommissarin Hadja Lahbib

Umfangreiche europäische Unterstützung für Frankreich und Spanien

Nachdem Frankreich und Spanien angesichts der sich rasch ausbreitenden Waldbrände im Juli 2026 EU-Unterstützung angefordert hatten, koordinierte die Europäische Kommission umgehend die europäischen Hilfsmaßnahmen. Für Frankreich wurden 7 Löschflugzeuge und 4 Hubschrauber aus mehreren europäischen Ländern entsandt. Spanien erhielt 6 Löschflugzeuge aus Griechenland, Italien und der Türkei sowie 3 Waldbrandbekämpfungsteams aus Portugal mit insgesamt 134 Feuerwehrkräften und 41 Einsatzfahrzeugen (Stand: 30. Juli 2026). Parallel dazu unterstützt der europäische EU-Erdbeobachtungsdienst Copernicus die Einsatzkräfte mit aktuellen Satellitenkarten, um die Ausbreitung der Brände laufend zu überwachen. Das "Koordinierungszentrum für Notfallmaßnahmen der EU" (Englisch: "Emergency Response Coordination Centre", kurz: ERCC) stimmt die Hilfseinsätze ab und bewertet fortlaufend den weiteren Unterstützungsbedarf.

Ein Feuerwehrmann beim Löschen in einem abgebrannten Wald

EU-Katastrophenschutzverfahren als Grundlage der Zusammenarbeit

Die grenzüberschreitenden Hilfemaßnahmen erfolgen im Rahmen des EU-Katastrophenschutzverfahrens. Diesem gehören derzeit alle 27 EU-Mitgliedstaaten sowie 10 weitere teilnehmende Staaten an. Das Verfahren ermöglicht es, bei Naturkatastrophen oder anderen schweren Krisen rasch gegenseitige Hilfe anzufordern und bereitzustellen. Geht ein Hilfsersuchen ein, koordiniert die Europäische Kommission die verfügbaren Unterstützungsangebote der teilnehmenden Länder und trägt einen Großteil der Transportkosten. Dadurch können Einsatzkräfte, Spezialausrüstung sowie Expertinnen und Experten innerhalb kurzer Zeit in die betroffenen Regionen entsendet werden. Seit seiner Einrichtung wurde das Verfahren bereits hunderte Male bei Naturkatastrophen, Gesundheitskrisen und anderen Notlagen aktiviert.

"rescEU" stellt zusätzliche europäische Reserve bereit

Ergänzend zu den nationalen Kapazitäten verfügt die EU mit "rescEU" über eine strategische Reserve für besonders schwere Krisenlagen. Reichen die von den teilnehmenden Staaten bereitgestellten Mittel nicht aus, können diese zusätzlichen europäischen Ressourcen eingesetzt werden. Für die Waldbrandsaison 2026 umfasst die "rescEU"-Flotte gemeinsam mit dem Europäischen Katastrophenschutz-Pool insgesamt 22 Löschflugzeuge – darunter 14 amphibische Löschflugzeuge und 8 leichte Löschflugzeuge – sowie 5 Hubschrauber, die in mehreren europäischen Ländern stationiert sind und bei Bedarf rasch grenzüberschreitend eingesetzt werden können. Ein Großteil der aktuell in Frankreich und Spanien eingesetzten Luftfahrzeuge stammt aus dieser europäischen Reserve. Darüber hinaus baut die EU ihre Kapazitäten weiter aus: Zwischen 2027 und 2030 sollen schrittweise 12 neue Canadair-Löschflugzeuge und 5 zusätzliche Hubschrauber als dauerhafte europäische Flotte in den Dienst gestellt werden.

Österreich beteiligt sich an der europäischen Zusammenarbeit

Auch Österreich trägt zur europäischen Waldbrandbekämpfung bei: Im Rahmen des EU-Katastrophenschutzverfahrens stellt Österreich regelmäßig Feuerwehrkräfte und Expertinnen und Experten für gemeinsame Einsätze bereit und beteiligt sich an den europäischen Waldbrandbekämpfungsteams. Gleichzeitig kann Österreich bei Bedarf auf die gemeinsamen Kapazitäten der EU – darunter die "rescEU"-Reserve mit Löschflugzeugen und Hubschraubern – zurückgreifen. Damit profitieren sowohl Österreich als auch die anderen teilnehmenden Staaten von einer engen grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Katastrophenschutz.

Umfassende Vorbereitungen im Vorfeld der Waldbrandsaison im Sommer 2026

Bereits vor Beginn der diesjährigen sommerlichen Waldbrandsaison hatte die Europäische Kommission umfangreiche Vorsorgemaßnahmen getroffen. Insgesamt wurden 777 Feuerwehrkräfte aus 14 europäischen Ländern strategisch in besonders gefährdeten Regionen in Frankreich, Griechenland, Italien, Portugal, Spanien, Zypern und weiteren Staaten vorab stationiert. Zusätzlich stehen 21 zertifizierte europäische Waldbrandbekämpfungsteams für Einsätze in ganz Europa bereit. Diese präventive Vorbereitung soll sicherstellen, dass Unterstützung bereits in der Anfangsphase größerer Brände verfügbar ist und Einsatzkräfte ohne Verzögerung in betroffene Gebiete verlegt werden können.

Neue Waldbrandstrategie ergänzt bestehende Maßnahmen

Die aktuellen Hilfseinsätze bauen auf den bestehenden Instrumenten des europäischen Katastrophenschutzes auf. Ergänzend dazu hatte die Europäische Kommission im März 2026 eine neue Strategie für ein integriertes Waldbrandrisikomanagement vorgestellt. Die Strategie verfolgt einen umfassenden Ansatz, welcher Prävention, Vorbereitung, Reaktion und Wiederherstellung stärker miteinander verbindet. Vorgesehen sind unter anderem der Ausbau von Frühwarnsystemen, eine engere Zusammenarbeit der EU-Mitgliedstaaten, Investitionen in moderne Einsatzkapazitäten sowie Maßnahmen zur Erhöhung der Widerstandsfähigkeit von Wäldern und Landschaften.

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