"Europäisches Zentrum für demokratische Resilienz" geht an den Start: Stärkung der demokratischen Widerstandsfähigkeit in der Europäischen Union

Ziel: Sicherung und Stärkung der Demokratie in Europa – "Europäischer Schutzschild für die Demokratie" soll zum Kampf gegen Informationsmanipulation oder Desinformation beitragen

Henna Virkkunen, Vizepräsidentin der Europäischen Kommission für Technologische Souveränität, Sicherheit und Demokratie, steht hinter einem Rednerpult und hält eine Ansprache

Als Plattform für den Austausch zwischen EU-Institutionen, EU-Mitgliedstaaten und der Zivilgesellschaft nahm das "Europäische Zentrum für demokratische Resilienz" (Englisch: "European Centre for Democratic Resilience", kurz: ECDR) im Februar 2026 offiziell seine Tätigkeit auf. Ziel des neu gegründeten Zentrums ist die Stärkung der demokratischen Widerstandsfähigkeit, der Schutz einer unvoreingenommenen öffentlichen Debatte sowie die Festigung des Vertrauens der Bürgerinnen und Bürger in demokratische Systeme in Europa.

Kommissionspräsidentin von der Leyen: "Werden unsere Kapazitäten zur Bekämpfung von Desinformation bündeln und ausbauen"

Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, sagte dazu:

"In einer Welt, in der Informationen zunehmend als Waffe eingesetzt werden, um unsere Demokratien zu untergraben, können wir nicht untätig bleiben. Mit dem ´Europäischen Zentrum für demokratische Resilienz´ werden wir unsere Kapazitäten zur Bekämpfung von Informationsmanipulation und Desinformation aus dem Ausland bündeln und ausbauen. Es wird unsere Widerstandskraft stärken, die Offenheit und Fairness der öffentlichen Debatten in Europa sicherstellen und die Teilhabe der Bürgerinnen und Bürger am demokratischen Leben fördern."

Zentrum als Teil des "Europäischen Schutzschilds für die Demokratie"

Das neu geschaffene Zentrum ist Teil des am 12. November 2025 vorgestellten "Europäischen Schutzschilds für die Demokratie" (Englisch: "European Democracy Shield "), das sich unter anderem den Schutz und die Förderung robuster und widerstandsfähiger Demokratien in der EU zum Ziel setzt. Im Rahmen des "Europäischen Schutzschilds für die Demokratie" sollen beispielsweise Politikdialoge zwischen Kommissionsmitgliedern und jungen Menschen organisiert werden. Zudem sollen bürgerinnen- und bürgernahe Initiativen wie das Netzwerk der Europa-Gemeinderätinnen und -Gemeinderäte gefördert und unterstützt werden. Die EUROPE DIRECT-Zentren der EU-Kommission dienen ebenso als Zentren der Demokratie, des Zusammenkommens und des Austausches.

Wesentliche Bereiche des "Europäischen Zentrums für demokratische Resilienz"

Das "Europäische Zentrum für demokratische Resilienz" plant unter anderem die Umsetzung folgender Maßnahmen:

  • Entwicklung von Instrumenten zur Unterstützung widerstandsfähiger Wahlen;
  • Bekämpfung von Informationsmanipulation, Einflussnahme und Desinformation;
  • Einrichtung einer speziellen Plattform im Sinne der Forschung und des Austausches zwischen verschiedenen Interessenträgerinnen und Interessenträgern sowie der Bereitstellung von Wissen;
  • Förderung des Kapazitätsaufbaus und des wechselseitigen Lernens;
  • Festlegung geeigneter Modalitäten für die Zusammenarbeit mit EU-Kandidatenländern und potenziellen Kandidatenländern;
  • die Einbindung der Bürgerinnen und Bürger (via Bürgerinnen- und Bürgerforen).

Hintergrund: Demokratische Resilienz

Demokratien sind nach Angaben der Europäischen Kommission einem starken internen und externen Druck ausgesetzt, sodass oftmals das Vertrauen in demokratische Systeme geschwächt oder beschädigt wird. Dieser Vertrauensverlust sowie Risiken für Organisationen der Zivilgesellschaft wirken sich negativ auf die Förderung der Grundrechte in der Europäischen Union aus. Der Europäische Auswärtige Dienst (Englisch: "European External Action Service", kurz: EAD) wird mit der Europäischen Kommission seine Arbeit zur Bekämpfung ausländischer Informationsmanipulation und Einflussnahme (Englisch: "Foreign Information, Manipulation and Interference", kurz: FIMI) intensivieren. Der EAD stärkt die Kapazitäten in den EU-Delegationen und Vertretungen im Ausland und nutzt Partnerschaften für gemeinsame Maßnahmen gegen diese Art der Beeinflussung.
Das "Europäische Zentrum für demokratische Resilienz" als Leitinitiative des "Europäischen Schutzschilds für die Demokratie" fördert die Grundrechte sowie demokratische Werte. Es erhält für die administrative und operative Tätigkeit ein zugeordnetes Sekretariat und arbeitet mit dem Schnellwarnsystem des EAD (Englisch: "Rapid Alert System", kurz: RAS).

In einer Eurobarometer-Spezialumfrage mit dem Titel "Schutz und Förderung der Demokratie", die im November 2025 veröffentlicht wurde, nennen die Befragten in den EU-Mitgliedstaaten folgende Themen als die größten Herausforderungen für die Demokratie in der EU: "Wachsendes öffentliches Misstrauen der Öffentlichkeit gegenüber demokratischen Institutionen und Prozessen" (49 Prozent), "Ausländische Informationsmanipulation, Einflussnahme und Desinformation, auch im Zusammenhang mit Wahlen" (42 Prozent), und "mangelnde Transparenz in Bezug darauf, ob politische Online-Inhalte durch neue Technologien wie künstliche Intelligenz gefördert werden" (32 Prozent). Mehr als die Hälfte (53 Prozent) der Befragten gibt an, dass genaue und leicht zugängliche Informationen das wichtigste Element freier und fairer Wahlen seien, um fundierte Entscheidungen zu treffen.