Kommission veröffentlicht "Europäischen Innovationsanzeiger" 2022

EU-Mitgliedstaaten steigern Innovationsleistung – Österreich zählt zu den "Starken Innovatoren" und ist top bei Patenten – Performance liegt klar über dem EU-Durchschnitt

Berthold Bäuml mit dem humanoiden Roboter Agile Justin

Die Europäische Kommission hat am 22. September 2022 den "Europäischen Innovationsanzeiger 2022" veröffentlicht. Demnach hat sich die Innovationsleistung in der gesamten Europäischen Union im Vergleich zum Jahr 2015 um 10 Prozent verbessert. Im Vergleich zu 2021 hat sich die Innovationsleistung im Jahr 2022 in 19 Mitgliedstaaten verbessert, während sie in 8 Mitgliedstaaten zurückgegangen ist. 

Im Vergleich zum EU-Durchschnitt haben globale Wettbewerber wie Australien, Kanada, die Republik Korea und die Vereinigten Staaten von Amerika weiterhin einen Leistungsvorteil gegenüber der EU. Doch die EU hat ihre Leistungslücke zu diesen Nationen geschlossen und etwa Japan seit 2021 überholt.

Kommissarin Mariya Gabriel: "Gesamteuropäisches Innovationsökosystem für ein 'grünes', gesundes und widerstandsfähiges Europa"

Die Kommissarin für Innovation, Forschung, Kultur, Bildung und Jugend, Mariya Gabriel, erklärte: "Das Engagement Europas für Innovation zeigt sich in der kontinuierlichen Verbesserung der Innovationsleistung. Zur Unterstützung der Innovationskapazität Europas fördert 'Horizon Europe' Spitzenleistungen und unterstützt Spitzenforscherinnen und -forscher sowie Innovatorinnen und Innovatoren dabei, die systemischen Veränderungen voranzutreiben, die erforderlich sind, um ein 'grünes', gesundes und widerstandsfähiges Europa zu gewährleisten. Der 'Europäische Innovationsanzeiger' 2022 zeigt, wie wichtig es ist, ein gesamteuropäisches Innovationsökosystem einzurichten. Die kürzlich verabschiedete Neue Europäische Innovationsagenda wird Europa an die Spitze der neuen Welle von 'Deep-Tech'-Innovationen bringen und sicherstellen, dass Innovation alle Regionen Europas, einschließlich der ländlichen Gebiete, erreicht."

Ergänzend äußerte sich der Kommissar für den Binnenmarkt, Thierry Breton zu der Bedeutung der Autonomie und Wettbewerbsfähigkeit Europas: "Die Autonomie und Wettbewerbsfähigkeit Europas wird von unserer Fähigkeit abhängen, technologisch und kommerziell führend in strategischen Bereichen wie Raumfahrt, Verteidigung, Wasserstoff, Batterien, Chips, Quanten und Hochleistungsrechnen zu werden. Die Europäische Innovationsagenda, unsere Unterstützung für Start-ups und innovative Klein- und Mittelunternehmen (KMU), Industrieallianzen oder Projekte von gemeinsamem europäischen Interesse (kurz IPCEIs, Englisch: "Important Projects of Common European Interest") führen bereits zu hochinnovativen Projekten in ganz Europa. Auf diese Weise setzen wir unsere wissenschaftliche Exzellenz in technologische und industrielle Führung und hochwertige Arbeitsplätze in Europa um."

Wichtigste Ergebnisse: Schweden führt das Ranking an – Österreich zählt zu den "Starken Innovatoren"

Den 27 EU-Mitgliedstaaten werden im "Europäischen Innovationsanzeiger" je nach Abschneiden 4 Leistungskategorien zugeordnet:

  • "Innovationsführer" ("Innovation Leaders"):
    Leistung liegt über 125 Prozent des EU-Durchschnitts.
  • "Starke Innovatoren" ("Strong Innovators"):
    Leistung liegt zwischen 100 Prozent und 125 Prozent des EU-Durchschnitts.
  • "Moderate Innovatoren" ("Moderate Innovators"):
    Leistung liegt zwischen 70 Prozent und 100 Prozent des EU-Durchschnitts.
  • "Aufstrebende Innovatoren" ("Emerging Innovators"):
    Leistung liegt unter 70 Prozent des EU-Durchschnitts.

Im EU-Vergleich am besten schneidet weiterhin Schweden ab. Weitere "Innovationsführer" sind Belgien, Dänemark, die Niederlande und Finnland. Österreich zählt zu den "Starken Innovatoren" mit einer Performance von 118,3 Prozent des EU-Durchschnitts. In Sachen geistiges Eigentum erreicht Österreich im EU-Vergleich den ersten Platz, da kein anderes Land gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) so viele Patente, Marken und Designs anmeldet. Im Vergleich zum "Europäischen Innovationsanzeiger" 2021 haben 3 Länder in diesem Jahr die Leistungsgruppen gewechselt: Die Niederlande haben sich zu einem "Innovationsführer", Zypern zu einem "Starken Innovator" und Estland zu einem "Moderaten Innovator" entwickelt. Die Analyse hält weiters fest, dass in der EU weiterhin eine Innovationskluft bestehen bliebe, da die Leistungsgruppen in der Regel geografisch konzentriert seien: So finden sich die meisten "Innovationsführer" und "Starken Innovatoren" in Nord- und Westeuropa, während die meisten "Moderaten Innovatoren" und "Aufstrebenden Innovatoren" in Süd- und Osteuropa angesiedelt sind.

Grafik: Leistung der Innovationssysteme der EU-Mitgliedstaaten

Im Rahmen der im Juli 2022 angenommenen Neuen Europäischen Innovationsagenda wird sich die Kommission darauf konzentrieren, die weiterhin bestehende Innovationskluft in der EU zu überbrücken und Europa als führende Akteurin in der globalen Innovationslandschaft zu positionieren.

Hintergrund: Der "Europäische Innovationsanzeiger"

Seit 2001 bietet der "Europäische Innovationsanzeiger" eine vergleichende Analyse der Innovationsleistung in EU-Mitgliedstaaten, weiteren europäischen Ländern und regionalen Nachbarländern. Die Ausgabe des "Europäischen Innovationsanzeigers" 2022 umfasst, im Gegensatz zu den Vorjahren, Albanien, Chile und Mexiko. Er bewertet die relativen Stärken und Schwächen der nationalen Innovationsleistung und hilft den Ländern, die zu verbessernden Bereiche zu identifizieren.

Dadurch zeigt der "Europäische Innovationsanzeiger" das Engagement der EU und ihrer Mitgliedstaaten für Innovation sowie Forschung auf, die auf Exzellenz basiert und wettbewerbsfähig, offen und talentorientiert ist. Der Innovationsanzeiger unterstützt auch die Entwicklung von Strategien zur Förderung der Innovation in Europa und zur Information der politischen Entscheidungsträgerinnen und -träger im sich rasch entwickelnden globalen Kontext.

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