"Grias di" in Österreich: "EuropaGemeindeRäte Bayern" zu Gast im Bundeskanzleramt
27 "EuropaGemeindeRäte" aus Bayern zu Besuch in Wien – Austausch mit Europaministerin Claudia Bauer und österreichischen Europa-Gemeinderätinnen und -Gemeinderäten – Gemeinsames Ziel: Europa vor Ort sichtbar machen
Am 21. September 2026 besuchten 27 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der "EuropaGemeindeRäte Bayern" im Rahmen einer Studienreise nach Wien das Bundeskanzleramt. Auf dem Programm standen ein Treffen mit Europaministerin Claudia Bauer, eine Führung durch das Bundeskanzleramt und vor allem der Austausch mit österreichischen Europa-Gemeinderätinnen und -Gemeinderäten.
Denn "Europa fängt in der Gemeinde an" gilt über Grenzen hinweg. Bei dem Treffen konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Erfahrungen austauschen und darüber diskutieren, wie EU-Themen auf lokaler und regionaler Ebene besser vermittelt werden können.
Europaministerin Bauer: "Brücke zwischen der lokalen und europäischen Ebene"
Europaministerin Claudia Bauer sprach mit den Gästen über aktuelle europapolitische Themen. Im Mittelpunkt standen das künftige EU-Budget ab 2028, Bürokratieabbau und die Erweiterung der Europäischen Union.
Bauer dankte den Europa-Gemeinderätinnen und -Gemeinderäten aus Bayern und Österreich für ihr Engagement: "Ihr sorgt dafür, dass Informationen aus Brüssel in den Gemeinden ankommen – und umgekehrt. Damit seid ihr eine wichtige Brücke zwischen der lokalen und der europäischen Ebene. Vielen Dank für Euer Engagement.
Austausch zwischen Bayern und Österreich
Im Anschluss tauschten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über ihre Erfahrungen aus. Nach der Begrüßung durch Abteilungsleiter Robert Weiss und Andrea Friedrich vom Bundeskanzleramt (Abteilung Europakommunikation und Strategie) stellte Jochen Zeller, stellvertretender Akademieleiter der Europäischen Akademie Bayern e.V., die 2023 ins Leben gerufenen "EuropaGemeindeRäte Bayern" vor. Während die österreichische Initiative bereits 2010 gegründet worden sei und auf viele Erfahrungen zurückblicken könne, sei das Projekt in Bayern noch sehr "jung", so Zeller. Gerade deshalb können beide Netzwerke von den Erfahrungen des jeweils anderen profitieren.
Auch die Partner der österreichischen Europa-Gemeinderäte-Initiative beteiligten sich an der Diskussion: Vera Reisner für das Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten, Thomas Kramer für die Vertretung der Europäischen Kommission in Österreich, Huberta Heinzel für das Verbindungsbüro des Europäischen Parlaments in Österreich und Judith Buchner für den Österreichischen Gemeindebund.
2 Länder, ein Ziel: Europa in die Gemeinden bringen
5 Europa-Gemeinderätinnen und -Gemeinderäte aus Österreich stellten ihre Arbeit und konkrete Projekte vor:
- Rainer Anhammer aus Pfaffstätten in Niederösterreich
- Robert Hirsch aus Arnfels in der Steiermark
- Manuela-Anna Sumah-Vospernik aus Wien-Währing
- Monika Wood-Ryglewska aus Kreuzstetten in Niederösterreich
- Klaus Zika aus Strobl in Salzburg
Die Beispiele zeigten, wie vielfältig Europa in den Gemeinden sichtbar werden kann. Viele Städte und Gemeinden profitieren von EU-Förderungen, etwa in den Bereichen Tourismus, Digitalisierung, Wirtschaft, Kunst und Kultur. Europa-Gemeinderätinnen und -Gemeinderäte informieren über diese Möglichkeiten und machen sichtbar(er), welche Projekte von der EU unterstützt werden.
Vorgestellt wurden auch zahlreiche lokale Initiativen: Europafeste rund um den Europatag am 9. Mai, EU-Flaggen vor Rathäusern, eine "Europabank" im öffentlichen Raum, ein internationales Kochbuch, eine kommunale EU-Charta und Projekte mit Kindergärten und Schulen. Die Erfahrungen aus Österreich und Bayern machten deutlich: Erfolgreiche Europakommunikation vor Ort braucht Zusammenarbeit, Kontinuität und Eigeninitiative.
Auch bei aktuellen Herausforderungen gibt es viele Gemeinsamkeiten. Themen wie Migration und EU-Außengrenzschutz, Energiepreise und die veränderte Sicherheitslage beschäftigen Bürgerinnen und Bürger auf beiden Seiten der österreichisch-bayerischen Grenze.
Der Besuch in Wien hat den Austausch zwischen Bayern und Österreich weiter gestärkt – und gezeigt: Europa lebt vom Dialog – und beginnt dort, wo es für die Menschen am unmittelbarsten spürbar ist: in den Städten und Gemeinden.
Hintergrund: "EuropaGemeindeRäte Bayern"
Die "EuropaGemeindeRäte Bayern" wurden 2023 nach dem Vorbild der österreichischen Initiative "Europa fängt in der Gemeinde an" gegründet. Das überparteiliche Netzwerk in Bayern zählt derzeit rund 200 Mitglieder; in Österreich gibt es rund 1.700 Mitglieder.
Ziel ist es, Gemeinde- und Stadträtinnen und -räte über EU-Themen, Förderungen und Beteiligungsmöglichkeiten zu informieren und sie miteinander sowie mit politischen Entscheidungsträgerinnen und -trägern zu vernetzen. Dazu werden unter anderem Fachvorträge, Seminare sowie Informations- und Europareisen angeboten.
Projektträgerin der "EuropaGemeindeRäte Bayern" ist die Europäische Akademie Bayern. Als Partner fungieren die Europa-Union Bayern und die Vertretung der Europäischen Kommission in München. Gefördert wird das Projekt vom Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus.
Der Besuch in Wien knüpfte an ein Treffen des Bundeskanzleramts im November 2024 in Augsburg an und setzte damit den bestehenden Austausch zwischen Österreich und Bayern fort.